Börse Frankfurt
Dax schlingert ins Minus

Die Hellas-Krise und der Ausverkauf am Anleihenmarkt ließen an Fronleichnam keine Feiertagsstimmung bei den Anlegern aufkommen. Nach einem kurzen Ausflug in die Gewinnzone schließt der Dax mit Verlusten.
  • 6

FrankfurtNach der gestrigen Zitterpartie um Griechenland hatte das Krisenland auch heute die Märkte im Griff. Das Spitzentreffen zum Schuldenstreit in Brüssel am Mittwoch brachte. Nun sollen die Gespräche am Freitag weitergehen. Für Zwist dürfte gesorgt sein. Denn in der griechischen Regierung stoßen die Lösungsvorschläge der Gläubiger auf Widerstand. Was EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker an Ideen unterbreitet habe, „liegt in jeder Beziehung unter unseren Erwartungen”, sagte etwa der stellvertretende Schifffahrtsminister Thodoris Dritsas heute im griechischen Fernsehen. In einem fünfseitigen Papier fordern die Gläubiger unter anderem Rentenkürzungen im Umfang von einem Prozent des BIP und eine Erhöhung der Mehrwertsteuer. Auch Ministerpräsident Tsipras selbst zeigte sich wenig begeistert von den Vorschlägen der Geldgeber.

Und so geht das Zittern an den Märkten Weiter. Zwischenzeitlich fiel der Dax mit 11.187 Punkten auf den tiefsten Stand der vergangenen zwei Monate. Doch die Anleger sind nicht um Überraschungen verlegen. Am Nachmittag gelang dem Index ein kurzer Ausflug ins Plus, der allerdings nicht lange währte. Am Ende des Tages ging der Index 0,7 Prozent leichter aus dem Handel auf 11.341 Zählern.

Für Turbulenzen an der Börse sorgte heute auch der Ausverkauf am Rentenmarkt. Wie bereits in den vergangenen Tagen werfen die Investoren Bundesanleihen aus ihren Depots. Die Renditen für zehnjährige Bundesanleihen stiegen zwischenzeitlich auf 0,998 Prozent. Der Bund-Future rutschte am Donnerstag zweitweise um gut eineinhalb Punkte ab und notierte mit 149,60 Zählern so niedrig wie zuletzt vor acht Monaten. Damit hat er binnen vier Tagen fast vier Prozent eingebüßt - so viel wie noch nie in seiner Geschichte. Am Ende des Tages machte allerdings sowohl die Anleihenkurse als auch der Bund-Future wieder Boden gut. Zwischenzeitlich sorgte der Ausverkauf allerdings für Panik an den Märkten und zog auch den Börsenhandel herunter.

Grund für die Turbulenzen ist die Geldpolitik. Die Anleger seien enttäuscht, dass EZB-Chef Mario Draghi bei seiner Pressekonferenz am Vortag keine Eingriffe signalisiert habe, um Kursturbulenzen abzumildern, sagte Johnny Bo Jakobsen, Chef-Analyst der Nordea Bank. „Die Botschaft war klar: Die EZB wird nicht von ihrem Kurs abweichen.” Draghi hatte unter anderem gesagt, die Notenbanker würden über kurzfristige Ausschläge hinwegsehen und Börsianer sollten sich an höhere Schwankungen gewöhnen.

Auch der Euro spielte verrückt. Die Gemeinschaftswährung legte in den vergangenen Tagen eine beeindruckende Rally hin. Sie kletterte seit Wochenanfang an der Spitze um rund vier US-Cent auf 1,1379 Dollar.

Seite 1:

Dax schlingert ins Minus

Seite 2:

Deutsche Telekom gefragt

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Dax schlingert ins Minus"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Hahaha...alle Unken zum Trotz....PLUS 250 Punkte vom TT....ich hoffe ihr habt alle wiedr mal die Chance genutzt und habt bei 11200 gekauft....aber bestimmt habt ihr dann schon wieder auf den Crash gewartet und schon die 10000 gesehen....hahaha...es ist so einfach...Griechenlandrettung in Dauerschleife.....immer wieder Chncen in den Markt billiger zu kommen

  • Morgens kaufen...NACHmittags verkaufen...klappt immer...es ist so einfach

  • Der 11150er Call schon fast wertlos...aber jetzt wieder über 300% Rendite...so wird das gemacht in knappen Calls...im Selbstbedienungsladen der Mächtigen

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%