Börse Frankfurt Dax schreitet unbeirrt voran

Der griechische Schuldenstreit scheint für die Anleger endlich beigelegt. Sie rechnen nicht mit weiteren Konfrontationen. Das beschert dem Dax ein neues Allzeithoch, auch wenn der Ifo-Index die Stimmung etwas trübt.
Update: 23.02.2015 - 17:51 Uhr 15 Kommentare

Dax marschiert in neues Allzeithoch

FrankfurtDie Einigung im griechischen Schuldenstreit hat den Märkten einen gelungenen Wocheneinstand beschert. Der Dax schloss mit 11.130 Punkten 0,7 Prozent fester. Bei 11.158 Punkten markierte der Deutsche Aktienindex schon am Morgen ein neues Allzeithoch. Doch ein hinter den Erwartungen gebliebener Ifo-Geschäftsklimaindex verpasste der Euphorie einen leichten Dämpfer. Nichtsdestotrotz zeigten sich die Anleger nach der Krisensitzung der europäischen Finanzminister am Freitagabend gelöster, auch wenn es sich beim Kompromiss erst um eine vorläufige Lösung handelt.

Bei besagter Sondersitzung hatte sich die Eurogruppe auf eine viermonatige Verlängerung des griechischen Hilfsprogrammes verständigt. Im Gegenzug muss die griechische Regierung aber eine Liste konkreter Reformprojekte einreichen, die die Vorgaben aus dem bisher laufenden Programm weiterhin erfüllen. Der hellenische Haushaltschef Yanis Varoufakis hatte angekündigt, die Liste am heutigen Montag vorzuzeigen. Bis Mitternacht muss das Schreiben bei den Partnern eingetroffen sein.

„Ich bin zuversichtlich, dass die Liste der Reformen genehmigt wird“, sagte Varoufakis am Wochenende. Nach einer Prüfung durch die internationalen Geldgeber - bestehend aus EU-Kommission, europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfond, werden die Euro-Finanzminister am Dienstag entscheiden, ob das Programm endgültig verlängert wird.

Und dennoch - in dieser griechischen Tragödie konnte das Härteste noch anstehen. So muss die griechische Administration noch beweisen, wie ernst sie es mit der erreichten Einigung meint. Vor allem darf die innenpolitische Brisanz nicht außer Acht gelassen werden. „Alles was wir haben ist eine Vereinbarung, nun in zweifellos komplexe und schmerzhafte Verhandlungen einzusteigen“, kommentierte IG-Marktstratege Chris Weston.

Nun können die Börsianer wieder ein Auge auf die Konjunktur werfen. Und da erwartete die Marktteilnehmer eine gute Nachricht aus Deutschland. Der Ifo-Geschäftsklima-Index konnte im Februar das vierte Mal infolge zulegen. Von Griechenland- und Ukraine-Krise belastet legte die hiesige Wirtschaft jedoch nur minimal zu. Ökonomen sahen den Index bei 107,7 Punkten - tatsächlich kam er aber nur auf 106,8 Punkte. Im Januar hatte er noch 106,7 Zähler betragen. „Die deutsche Wirtschaft zeigt sich robust gegenüber den geopolitischen Unsicherheiten“, erklärte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Ansonsten blieb der Konjunkturkalender gähnend leer.

Den Anlegern war die - zumindest vorerst - abgefallene Anspannung klar anzumerken. Wie der Dax stieß auch der kleine Bruder in neue Sphären vor. Der MDax legte 0,9 Prozent zu auf 19.823 Zähler. Der TecDax rückte ein Prozent vor auf 1567 Punkte. Der Leitindex des gemeinsamen Währungsraumes, der Euro-Stoxx-50, kam auf 3515 Stellen und damit auf ein Plus von 0,7 Prozent.

Der guten Stimmung konnte auch eine mäßig laufende Wall Street keinen Abbruch tun. In New York sorgten nach dem gestrigen Rekordständen Gewinnmitnahmen für leichte Abschläge. Der Dow-Jones-Index notierte zum Frankfurter Börsenschluss 0,2 Prozent leichter bei 18.109 Punkten. Der breitere S&P 500 kam auf ein Minus von 0,1 Prozent und damit auf 2108 Zähler. Die Nasdaq rückte minimal vor auf 4443 Punkte. Offenbar schätzen Big Apples Investoren die Euro-Krise weniger optimistisch ein als die Dax-Anleger.

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15 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Dax schreitet unbeirrt voran"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @Herr A. Schneider - Und was fangen Sie nun mit dieser Erkenntnis an? Haben Sie wenigstens gehandelt und das TT genutzt?

  • @Herr Peter Spiegel - Sie haben vollkommen Recht. Mir geht es um diese tägliche Geschreibsel, dass jetzt alle am besten sofort ohne Umwege aus Tagesgeld/Anleihen in Aktien sollen, weil die zahlen ja 2-3% Dividende p.a. (beim Dax). Das ist aber bekanntermassen Äpfel mit Birnen verglichen und wenn schon, wo war diese Empfehlung im Oktober letzten Jahres bei Dax 8.300?

  • Natürlich jetzt wieder Schnäppchen einiger Scheine NACH XETRAschluss im Schattenmarkt ohne Risiko!
    Aber die Mächtigen haben heute auf das übliche
    NACHMITTAGSHOCHKAUFEN verzichtet.
    Wie gewohnt aber das TH um 09:03 Uhr und das TT um 12:30 Uhr, also
    INNERHALB des XETRAhandels.

  • Am Freitag natürlich wieder beste Kurse zm Einsteigen innerhalb des
    XETRAhandels.
    Diesmal nicht wie üblich um 09:30 Uhr billgste Kurse sondern erst um 11:30 Uhr aber natürlich im XETRAhandel.
    Jetzt sollte eigentlich schon längst das
    NACHMITTAGSHOCHKAUFEN
    begonnen haben,aber bis zum Schattenmarkt ist ja noch Zeit.

  • ..scheint mir typisch deutsch und blödsinnig"
    Wenn Sie jetzt Öl-Aktien gekauft haben, dann können Sie doch aussitzen.
    Shell z.B gab es für unter25E ca. 6%Dividende, da sitz ich aber ganz ruhig
    aber das wissen Sie ja selbst.

  • Griechenland wird sicherlich im Laufe des Jahres noch xmal "gerettet" werden. Einflussreicher wäre da, was möglicherweise in Russland passiert.

    Im Augenblick gehen ja alle davon aus, dass Dank QE und dem nächsten QE in den USA (statt Zinsanhebung) genug Unterstützung da sein wird. Das dürfte auch noch 15-20% so weitergehen.

    Die aktuell medial verbreitete & kollektiv beliebte Idee wegen 3% Dividendenrendite p.A. in Aktien zu gehen und somit 20-30% Volatilität auszusitzen, scheint mir typisch deutsch und blödsinnig. Dividenden sind nicht die neuen Zinsen und werden es auch nie sein. Aktien sind auch nicht zu jedem Preis alternativlos. Meine Devise ist aktuell eher die Draghi-Welle so lange, wie möglich mitzunehmen, dabei achte ich auf die Saisonalität, Indikatoren etc. aber buy&hold ist für mich zur jetzigen Zeit nicht die cleverste Idee. 1000 Punkte ist sicherlich noch Luft nach oben im Dax.

  • Wie üblich weder VOR noch NACH Handelsstart beste Kurse.
    Auch wieder keine billigsten Einstiegskurse um 09:30 Uhr!
    Trotzdem geht das Spiel weiter denn die Mächtigen werden irgendwas machen
    nur habe ich das System noch nicht durchschaut.
    Aber bestimmt kommt heute Mittag der
    Nachmittagshochkauf.

  • Das Thema wird uns noch sehr lange beschäftigen. Und das ist gut so. Denn zum Geld verdienen sind solche (poltischen) Unsicherheiten natürlich genial. Je mehr Krisen auf der Welt herrschen (GRE, RUS/UKR etc.), umso mehr wird sich beim Börsenhandel die Taschen vollgemacht aufgrund der hohen Volatilität.

    Bei einer nervösen Achterbahn/Berg- und Talfahrt mit über 200,0 Punkten Tages-Ranges und hohen Volumen im FDAX (> 130K Lots), steigt dann mein normaler 2015 Brutto-Tagesschnitt (also vor Geb. und Steuern) von ca. 15.000 € (2014: 11.022 €) auf mehr als das Doppelte. Und Schäuble freut auch über meine Steuern aus dem Handelsergebnis, wenn im Monat über 100.000 € (statt der üblichen ca. 50.000 €) in die Kassen fließen. Mein Beitrag als hochqualifizierter Investmentbanker und Leistungsträger in Deutschland für die Gesellschaft und das Gemeinwohl.

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich. 

  • Wenn 80% der Hilfsgelder an die Banken verteilt wurden, retten Sie nicht Griechenland sondern die Finanzmärkte und die Politik oder auch die Notenbank muss immer wieder liefern...oder wollt ihr lehmann2.....das Spiel hat aucham Freitag so funktioniert schnelle 200Punkte nach Xetraschluss läuft es noch besser

  • Griechenland hat die Liste nun zugestellt...warten wir nun auf die nächste Zustimmung dann springen die Systeme auch wieder an...tägliche Rettungsrallye auf die man setzen kann alles andere interessiert doch nicht mehr

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