Börse Frankfurt
Dax schüttelt Krisen-Ängste ab

Gewinnmitnahmen konnten dem Dax nichts anhaben. Er dreht am Nachmittag souverän ins Plus. Auch uneindeutige Nachrichten aus der Ukraine schrecken die Anleger nicht. Rekordschwangere US-Börsen leisten Unterstützung.
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FrankfurtDer Dax hat seinen starken Wochenauftakt am Dienstag bestätigt. In einem lange Zeit von Gewinnmitnahmen geprägten Handel drehte der Dax am Nachmittag ins Plus und baute dieses mit Unterstützung der Wall Street weiter aus. Anleger hoffen nach Mario Draghis Aussagen auf eine Ausweitung der lockeren Euro-Geldpolitik. Der Leitindex schloss in Frankfurt 0,8 Prozent fester bei 9588 Punkten. Der optimistischen Stimmung konnten auch mehrdeutige Nachrichten aus der Ukraine-Krise nichts anhaben.

Mit seiner deutlichen Ansage zur Inflationsbekämpfung auf dem Notenbankertreffen im US-amerikanischen Jackson Hole hatte der EZB-Präsident schon zum Wochenauftakt für einen Paukenschlag gesorgt. Er wolle die immer niedrigere Inflation in der Währungsunion falls nötig mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln erhöhen und so die Wirtschaft ankurbeln.

Die Aussagen des obersten Notenbankers der Währungsunion erinnerten damit an sein inzwischen historisches „Whatever it takes“ aus dem Sommer 2011. Wertpapierkäufe im großen Stil seien nun wahrscheinlicher geworden, hieß es in den Handelssälen. Eine expansive Geldpolitik kommt vor allem Aktien zugute und würde eine Kursrally befeuern.

Auch die zweite Reihe der Indizes lief ab Mittag mit positiven Vorzeichen. Der MDax zählte 16.262 Punkte und war damit 0,6 Prozent fester, der TecDax rückte 0,1 Prozent vor auf 1247 Stellen. Der Euro-Stoxx-50 gewann ein Prozent auf 3198 Zähler. An der Wall Street notierte der Dow-Jones-Index am Abend 0,4 Prozent höher bei 17.141 Punkten. Zwischenzeitlich erreichte er mit 17.153 Punkten einen neuen Rekord.

In den vergangenen zwei Wochen hat der Dax mehr als fünf Prozent zugelegt. Der Aufstieg nach der Ende Juli eingesetzten Konsolidierung ist angesichts der währenden Ukraine-Krise aber weiterhin fragil. Die Handelsumsätze blieben über weite Strecken unter ihrem Normalniveau, normalisierten sich mit aufhellender Stimmung aber.

Gespannt hatten Börsianer nach Minsk geschaut. In der weißrussischen Hauptstadt waren am Mittag russische, ukrainische und europäische Spitzenpolitiker zusammengekommen, um vor allem Wirtschaftsfragen des Konfliktes zu bereden. Im Mittelpunkt des Gipfeltreffens standen Gespräche des Kremlchefs Wladimir Putin mit dem Präsidenten der Ukraine, Petro Poroschenko. Ergebnisse gab es zum Handelsschluss noch keine.

Die ohnehin zerfahrene Situation in der ehemaligen Sowjetrepublik wird weiter unübersichtlicher: Inmitten der Kämpfe mit den prorussischen Separatisten steuert das Land auf Neuwahlen zu. Poroschenko beschloss am Montagabend die Auflösung des Parlaments per Dekret. „Bevor nicht klar wird, ob auf eine Entspannung in der Ukraine gesetzt werden kann, will sich kaum einer aus dem Fenster lehnen“, sagte ein Börsianer. Zwischendurch sorgte die Nachricht von festgenommenen russischen Soldaten auf ukrainischem Territorium für Verwirrung.

Im wenig gefüllten Konjunkturkalender überraschten die US-amerikanischen Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter. Die sind im Juli überraschenderweise um 22,6 Prozent gestiegen. Erwartet wurde ein Anstieg im Bereich von acht bis zwölf Prozent. Der Dax reagierte nur geringfügig. Positiver aufgenommen wurde da der US-Verbrauchervertrauensindex, der im August seinen höchsten Stand seit fast sieben Jahren erreichte.

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  • Edi Haasie wird selbst gelöscht.
    Wer hätte das gedacht?
    Aber Edi Haas wird uns alle morgen früh wieder behelligen mit seinen profunden vorbörslichen Befindlichkeiten.
    Und danach wird uns Edi Haas erklären wie das so wirklich geht mit der Börse.

    b assured wth 4

  • (...)


    Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • (...)

    Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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