Börse Frankfurt
Dax schwächelt vor Fed-Entscheidung

Im Vorfeld der Fed-Zinssitzung wollen die Anleger keine großen Anlageentscheidungen treffen. Der Dax gibt leicht nach. Bei den Einzelwerten sorgt RWE für Aufsehen. Ein arabischer Investor will beim Versorger einsteigen.
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FrankfurtVergangene Woche die Europäische Zentralbank, in der laufenden Handelswoche die Federal Reserve – die Notenbanken geben weiterhin den Ton an den Börsen an. Die Anleger entscheiden nur auf ihren Geheiß. So war beziehungsweise ist es die EZB, die den Dax in unbekannte Höhen schießen lässt. Die Fed dagegen erhöht die Vorsicht an den Börsen. Der Dax schloss daher heute 0,5 Prozent im Minus auf 11.923 Punkten. Bereits gestern musste der Leitindex wegen der Unsicherheit bezüglich der Fed-Geldpolitik Verluste in Höhe von 1,5 Prozent hinnehmen.

Die Anleger warten gespannt auf die Entscheidung der US-Notenbank bezüglich ihres Leitzinses (19 Uhr MEZ). Alles hängt davon ab, welche Wortwahl die Notenbanker um Fed-Chefin Janet Yellen benutzen. Wird in der Abschlusserklärung der Zentralbank am Donnerstag der Passus gestrichen, die Fed könne noch „geduldig abwarten“, dürfte womöglich im Frühsommer eine erste Zinserhöhung folgen.

Höhere Zinsen machen den Dollar für Investoren attraktiver. Die Talfahrt des Euro würde so beschleunigt werden. Die Gemeinschaftswährung hat seit Jahresbeginn in der Spitze mehr als 13 Prozent ihres Wertes eingebüßt. Im Vorfeld des Zins-Entscheids pendelte bei 1,0655 Dollar.

Profiteur einer anhaltenden Euro-Schwäche wäre dagegen der Dax, da ein niedriger Euro die Geschäfte der deutschen Exportindustrie ankurbelt. „Nur wenn die Gemeinschaftswährung auf Erholungskurs geht, sollte der Dax-Rally die Puste ausgehen,“ sagte ein Händler.

Gegen eine Fortsetzung der Rally spricht jedoch Rally selbst. In nicht einmal drei Monaten hat der Dax angetrieben vom Anleihekaufprogramm der EZB 2000 Punkte beziehungsweise 22 Prozent zugelegt. Diese Kursperformance spiegelt sich eigentlich kaum in den Fundamentaldaten der Dax-Werte wider. Die Unternehmen sind schlicht und einfach nicht so viel wert, wie es der Dax erahnen lassen würde.

BMW legte heute seine Zahlen vor. Der Münchener Autobauer konnte 2014 zwar sein Vorsteuerergebnis um mehr als zehn Prozent auf 8,7 Milliarden Euro steigern, doch in das neue Jahr blickt BMW vorsichtiger. „Wir streben im laufenden Geschäftsjahr bei Absatz und Konzernergebnis vor Steuern solide Zuwächse auf jeweils neue Bestmarken an“, sagte der scheidende Vorstandschef Norbert Reithofer am Mittwoch in München.

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RWE verhandelt mit arabischen Investor

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  • Der DAX dürfte nicht allein wegen der Entscheidungen der Fed im Rückgang sein. Vielmehr ist der deutsche Aktienmarkt schon lange überkauft, von 8571 Punkten im Oktober 2014 auf nun 11.885 Indexpunkte hochgerauscht ohne größere Korrektur, das schreit nach einer Gegenbewegung.

    Dies unterstreicht die Stimmung der Anleger, aktuell sind 77 % positiv für den DAX gestimmt nur 23 % negativ: http://www.informunity.de/dax.p?chart=DHY

    Wenn aber schon alle die investieren wollen investiert sind, ist klar in welche Richtung die Entwicklung geht, sobald die erste größere Bad News kommt.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Das meistgehandelte Derivat NACH Xetraschluss,,,der 12.020er Put....diese Kleinanleger aber auch....echt clever

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