Börse Frankfurt Dax schwächelt vor Fed-Entscheidung

Im Vorfeld der Fed-Zinssitzung wollen die Anleger keine großen Anlageentscheidungen treffen. Der Dax gibt leicht nach. Bei den Einzelwerten sorgt RWE für Aufsehen. Ein arabischer Investor will beim Versorger einsteigen.
Update: 18.03.2015 - 17:48 Uhr 52 Kommentare

Banker von Blockupy-Protesten beunruhigt

FrankfurtVergangene Woche die Europäische Zentralbank, in der laufenden Handelswoche die Federal Reserve – die Notenbanken geben weiterhin den Ton an den Börsen an. Die Anleger entscheiden nur auf ihren Geheiß. So war beziehungsweise ist es die EZB, die den Dax in unbekannte Höhen schießen lässt. Die Fed dagegen erhöht die Vorsicht an den Börsen. Der Dax schloss daher heute 0,5 Prozent im Minus auf 11.923 Punkten. Bereits gestern musste der Leitindex wegen der Unsicherheit bezüglich der Fed-Geldpolitik Verluste in Höhe von 1,5 Prozent hinnehmen.

Die Anleger warten gespannt auf die Entscheidung der US-Notenbank bezüglich ihres Leitzinses (19 Uhr MEZ). Alles hängt davon ab, welche Wortwahl die Notenbanker um Fed-Chefin Janet Yellen benutzen. Wird in der Abschlusserklärung der Zentralbank am Donnerstag der Passus gestrichen, die Fed könne noch „geduldig abwarten“, dürfte womöglich im Frühsommer eine erste Zinserhöhung folgen.

Höhere Zinsen machen den Dollar für Investoren attraktiver. Die Talfahrt des Euro würde so beschleunigt werden. Die Gemeinschaftswährung hat seit Jahresbeginn in der Spitze mehr als 13 Prozent ihres Wertes eingebüßt. Im Vorfeld des Zins-Entscheids pendelte bei 1,0655 Dollar.

Profiteur einer anhaltenden Euro-Schwäche wäre dagegen der Dax, da ein niedriger Euro die Geschäfte der deutschen Exportindustrie ankurbelt. „Nur wenn die Gemeinschaftswährung auf Erholungskurs geht, sollte der Dax-Rally die Puste ausgehen,“ sagte ein Händler.

Er läuft und läuft und läuft
1. Juli 1988
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Der Dax feiert seinen Einstand. Rechnerisch startet er allerdings am 30. Dezember 1987 bei einem Stand von 1.000 Punkten. Der Deutsche Leitindex umfasst die größten 30 börsennotierten deutschen Unternehmen und ist ein Performance-Index. Das heißt: Die Dividenden, die die Dax-Unternehmen auszahlen, werden in den Kurs des Indizes wieder eingerechnet. Manche bezeichnen ihn deshalb als „Mogelpackung“ und finden einen Vergleich mit Kurs-Indizes – wie dem Dow Jones – „unfair“.

16. Oktober 1989
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Der erste schwarze Tag für den Dax: Er bricht im Sog der Wall Street um rund 13 Prozent ein.

Dabei war der Kurssturz an der Wall Street mit Minus sieben Prozent deutlich kleiner. Die Ursache: In den achtziger Jahren hatten Übernahmen und Fusionen in den USA Hochkonjunktur. Unternehmen nahmen Kredite auf, um andere Unternehmen zu kaufen. Das Problem war, dass dadurch viele Unternehmen hoch verschuldet waren. Es kamen bereits Sorgen auf, dass Unternehmen in Schieflage geraten könnten, sobald die Zinsen steigen würden oder es Liquiditätsengpässe gebe.

Der Auslöser: Die Übernahme von United Airlines scheiterte an der Finanzierung und löste eine Verkaufswelle aus. Zuerst wurden Übernahmekandidaten abgestoßen, dann alle anderen Aktien. Die Angst der Anleger, dass Unternehmen Liquiditätsprobleme bekommen, entlud sich an der Börse.

18. November 1996
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Bei der Privatisierung der Deutschen Telekom wird die T-Aktie als Volksaktie vermarktet. Das Interesse der Öffentlichkeit am Dax nimmt stark zu. Telekom-Chef Ron Sommer steht hier am 17. November 1996 vor der Frankfurter Wertpapierboerse, an der der Einführungspreis der T-Aktie von seinerzeit 28,50 D-Mark angezeigt wird. Die Aktie wurde allerdings zur Enttäuschung. Lesen sie hier die gesamte Chronik der T-Aktie.

28. Oktober 1997
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Im Sog der Asienkrise sackt der Dax im Handelsverlauf bis zu 13 Prozent ab und schließt mit 3567 Punkten acht Prozent niedriger.

Hintergrund: Asien galt in den Neunziger Jahren als Wachstumszentrum der Welt. Die sogenannten Tigerstaaten (Singapur, Südkorea, Taiwan, Hong Kong) galten als große Hoffnungsträger, gerieten aber wegen finanzpolitischer Fehlentwicklungen (und zahlreicher weiterer Faktoren) in Schieflage. Der massive Kapitalabfluss aus diesen Ländern löste schließlich auch Panik an der Börse aus. Der Dax brach ein, erholte sich aber am nächsten Tag fast wieder vollständig. Hier hätten Kostolanys Schlaftabletten viel Geld gespart.

28. November 1997
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Mit dem neuen elektronischen Handelssystem Xetra - kurz für „Exchange Electronic Trading“ - bricht für die Börse ein neues Zeitalter an. Xetra löste den Vorgänger IBIS ab.

Mittlerweile sind die Aktienhändler am Frankfurter Parkett nur noch Fassade. Der „wirkliche“ Dax-Handel findet in einem Rechenzentrum statt. Der Handel an der Präsenzbörse in Frankfurt am Main wurde am 20. Mai 2011 abgeschafft.

7. März 2000
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Der Dax erreicht ein neues Rekordhoch von 8136 Punkten. Befeuert wird die Euphorie von der Entstehung des Internets und einem sich ausbreitenden Fusionsfieber. Danach ging es wegen einer sich abkühlenden Wirtschaft und dem Einbruch des Neuen Marktes deutlich abwärts. Diesen Höchststand erreichte der Dax dann erst wieder im Jahr 2007.

11. September 2001
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Nach den Terroranschlägen in den USA fällt der Dax um rund neun Prozent. Im Handelsverlauf ging es für den Leitindex sogar um bis zu elf Prozent nach unten. Die US-Börsen setzten den Handel sofort aus und eröffneten die Börsen sechs Tage später – „den Kriminellen zum Trotz“. Bei der Wiedereröffnung gingen die US-Börsen auf Talfahrt – allerdings nicht ganz so stark wie befürchtet. Der Dow Jones verlor etwa sieben Prozent.

Gegen eine Fortsetzung der Rally spricht jedoch Rally selbst. In nicht einmal drei Monaten hat der Dax angetrieben vom Anleihekaufprogramm der EZB 2000 Punkte beziehungsweise 22 Prozent zugelegt. Diese Kursperformance spiegelt sich eigentlich kaum in den Fundamentaldaten der Dax-Werte wider. Die Unternehmen sind schlicht und einfach nicht so viel wert, wie es der Dax erahnen lassen würde.

BMW legte heute seine Zahlen vor. Der Münchener Autobauer konnte 2014 zwar sein Vorsteuerergebnis um mehr als zehn Prozent auf 8,7 Milliarden Euro steigern, doch in das neue Jahr blickt BMW vorsichtiger. „Wir streben im laufenden Geschäftsjahr bei Absatz und Konzernergebnis vor Steuern solide Zuwächse auf jeweils neue Bestmarken an“, sagte der scheidende Vorstandschef Norbert Reithofer am Mittwoch in München.

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52 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Dax schwächelt vor Fed-Entscheidung"

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  • Der DAX dürfte nicht allein wegen der Entscheidungen der Fed im Rückgang sein. Vielmehr ist der deutsche Aktienmarkt schon lange überkauft, von 8571 Punkten im Oktober 2014 auf nun 11.885 Indexpunkte hochgerauscht ohne größere Korrektur, das schreit nach einer Gegenbewegung.

    Dies unterstreicht die Stimmung der Anleger, aktuell sind 77 % positiv für den DAX gestimmt nur 23 % negativ: http://www.informunity.de/dax.p?chart=DHY

    Wenn aber schon alle die investieren wollen investiert sind, ist klar in welche Richtung die Entwicklung geht, sobald die erste größere Bad News kommt.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Das meistgehandelte Derivat NACH Xetraschluss,,,der 12.020er Put....diese Kleinanleger aber auch....echt clever

  • Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Bei dem 100 Punkte Sprung nach 19 Uhr auf die 12.007 gingen nur knapp 1.400 Kontrakte um :(:(....das ist nichts....INNERbörslich geht das 10fache um....man sieht.....die big Player sind am Feiern....bei diesen Umsätzen müssen das die Kleinanleger sein

  • Warim machen diese FUTUREMASCHINEN das jetzt....die big Player sind zu Hause und liegen im Pool....man sieht es an den Umsätzen....mit nichts wird viel bewegt....da nimmt doch kein Flashboy seinen Schampus aus der Hand

  • Wo waren die Maschinen innerbörslich....das heutige VORbörsliche TH 12031 musste doch im Handel bestätigt werden....das System hat versagt....jetzt NACHbörslich bringt das doch nichts.....wenn dann ein neues ausserbörsliches TH...denn dann müsste das morgen wieder bestätigt werden

  • Spielgeld ohne Ende....Notenbanken sind der Traum....entweder die Konjunktur zieht an dann geht es UP oder alles ist schlecht dann kommt die Notenbank ins Spiel und es geht auch UP

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette 

  • Die Geldquelle sprudelt wie erwartet nach Xetraschluss

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