Börse Frankfurt
Dax seit Referendum mehr als 1000 Punkte im Minus

Mit dem Kursrutsch von Freitag ist der britische EU-Abschied an den Märkten noch nicht verdaut. Der Dax gibt deutlich nach, Finanzwerte verlieren besonders. Und das Pfund steht immens unter Druck.

FrankfurtDie Unsicherheit über die politischen und wirtschaftlichen Folgen des Brexit-Votums hat am Montag deutliche Spuren auf den globalen Aktienmärkten hinterlassen. Der Deutsche Aktienindex gab im Tagesverlauf kontinuierlich nach und fiel zum Handelsschluss drei Prozent auf 9.268 Punkte. Der britische Leitindex FTSE 100 lag 3,2 Prozent unter dem Niveau von Freitag.

Am Freitag waren Aktienbörsen weltweit in die Tiefe gerauscht, weil die Briten in einem Referendum für den Ausstieg aus der Europäischen Union (EU) gestimmt hatten. Der Dax war am Freitag nach dem EU-Referendum in Großbritannien um bis zu zehn Prozent eingebrochen – der größte Kurssturz seit den Folgen der Lehman-Pleite im Jahr 2008. Zum Handelsschluss ging der Index bei 9.557 Punkten aus dem Markt, immer noch ein deutliches Minus von 6,8 Prozent. Gegenüber vergangenem Donnerstag hat der Index jetzt mehr als tausend Punkte nachgegeben.

Die Unsicherheit setzte auch dem Pfund Sterling zu. Es fiel zu Wochenbeginn um fast vier Prozent auf 1,3147 Dollar – ein neues 30-Jahres-Tief. Der Euro gab um mehr als ein Prozent auf zwischenzeitlich 1,0973 Dollar nach.

Bei den Einzelwerten am deutschen Aktienmarkt stach unter anderem der Wert der Deutschen Bank heraus. Das Papier lag zwischenzeitlich mehr als neun Prozent im Minus auf einem neuen Allzeit-Tief von 12,07 Euro, bevor es sich etwas erholte und bei 12,47 Euro den Handel beendete - ein Minus von 6,8 Prozent. Einem Börsianer zufolge strich Analyst Kian Abouhossein von JP Morgan seine Übergewichtungs-Empfehlung für die Papiere des Finanzkonzerns.

Damit habe einer der letzten Optimisten seine positive Einschätzung geändert, kommentierte der Börsianer die Abstufung. In der gesamten Branche war der Brexit-Schock weiter spürbar. Mit minus 7,3 Prozent war der Index der Bankenwerte mit Abstand schwächstes Branchenbarometer. (Lesen Sie hier mehr: „Keine Gnade für europäische Banken“)

Doch auch Luftfahrtaktien mussten branchenweit herbe Verluste hinnehmen. Ein Grund: Britische Touristen dürften auf Flugreisen verzichten, nachdem sich der Außenwert ihrer Währung um fast 20 Prozent reduziert hat. Zu den großen Verlierern zählte daher die Lufthansa-Aktie mit einem Minus von zeitweise fast zehn Prozent. Die Aktie beendete den Handel bei 9,98 Euro.

Auch die Commerzbank knüpfte an die horrenden Verluste von Freitag an, die Aktie rutschte unter die Sechs-Euro-Marke und notierte im Tief bei 5,78 Euro (minus 6,7 Prozent). Das Papier von Heidelberg Cement litt ebenfalls, da Baustoffhersteller unter einem schwächeren Immobiliensektor in Großbritannien leiden könnten.

Seite 1:

Dax seit Referendum mehr als 1000 Punkte im Minus

Seite 2:

Es gibt auch Gewinner

Seite 3:

Zinserhöhungen in den USA wohl verschoben

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%