Börse Frankfurt
Dax setzt Talfahrt fort

Allem frühen Optimismus zum Trotz - die Rally am Montag entpuppte sich als Eintagsfliege. Die Furcht der Anleger vor einer stockenden deutschen Wirtschaft sorgte in Frankfurt für ein Minus von mehr als einem Prozent.
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FrankfurtKonjunktursorgen haben am Dienstag eine mögliche Trendwende auf dem Frankfurter Börsenparkett jäh gestoppt. Nachdem der Dax am Montag knapp zwei Prozent gut machen konnte, bremste nun die Furcht vor einem geringeren Wirtschaftswachstum eine mögliche Stabilisierung der Aktienmärkte. Mit einer schwachen Wall Street weiteten sich am späten Nachmittag die Verluste aus. Am Ende schloss der Deutsche Leitindex 1,2 Prozent schwächer bei 9069 Punkten.

Grund für die Abschläge war vor allem der sehr schwache August-Bericht des ZEW. Der am Vormittag veröffentlichte Indikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung blieb unter den ohnehin schon schwachen Prognosen. So verlor der zugrundeliegende Index 18,5 Punkte und kommt auf 8,6 Punkte - der schlechteste Stand seit zwanzig Monaten.

Die Forscher begründeten den Rückgang mit nun „spürbaren Auswirkungen der geopolitischen Spannungen“ wie einem Schrumpfen der Auftragseingänge und Investitionen. Auch die stockende Euro-Konjunktur lasse eine Verlangsamung der deutschen Wirtschaft erkennen.

Mit nahezu gleicher Begründung erwartet auch die Bundesregierung eine Konjunkturdelle. Gerade die Ukraine-Krise werde die Wirtschaft merklich belasten. „Nach dem starken ersten Quartal kommt es zu einer Abschwächung im zweiten Quartal“, schrieb das Wirtschaftsministerium in seinem Monatsbericht. Die positive Grundtendenz in der deutschen Wirtschaft sei zwar nach wie vor intakt, doch hätten sich die Risiken von außen „fraglos erhöht“.

Andere Experten lokalisierten den Grund für die Abschläge woanders. So sah Analyst Christian Henke vom Broker IG die Schuld für die Verluste vorrangig bei der kräftigen Erholung am Vortag. „Das veranlasst einige Investoren nun dazu, Kasse zu machen.“ Da wegen der Sommerurlaubszeit die Handelsumsätze zudem insgesamt dünn seien, würden Kursbewegungen dadurch rasch verstärkt.

In der zweiten Reihe fiel der Kursrückgang geringer aus. Die Nebenwerte im MDax sanken um 0,8 Prozent auf 15.540 Zähler, der TecDax notierte 0,4 Prozent leichter bei 1182 Punkten. Der Währungsraum-Leitindex Euro-Stoxx-50 fuhr mit 3025 Stellen 0,7 Prozent an Verlusten ein. Die Wall Street trat zunächst auf der Stelle. Schon im frühen Handel rutschte der Dow-Jones-Index aber in den roten Bereich und verlor 0,2 Prozent auf 16.540 Punkte.

Angesichts der Konjunkturprobleme rückten die internationalen Krisenherde indes etwas in den Hintergrund. „Es sieht danach aus als würden einige geopolitische Bedenken nachlassen“, sagte Nader Naeimi, Leiter Portfolio- Strukturierung bei AMP Capital Investors Ltd. Die Analysten der Essener National-Bank mahnten jedoch zur Vorsicht: „Die Stimmung kann schnell wieder kippen, da das Risiko einer Verschärfung des Konfliktes in der Ost-Ukraine weiterhin gegeben ist.“

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Dax setzt Talfahrt fort"

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  • In 3 Jahren steht der DAX bei 13.000 ... so laufen meine Wetten. Und ich werde wieder exorbitant cashen!

  • Wir hören viele sorgenvolle Stimmen zum fallenden Dax. Warum? Es ist für mich eine Selbsverständlichkeit, daß der Dax absackt. Vor etwa 5 Jahren lag er bei ca. 3500 Zählern und hat sich dann bis 2014 auf ca. 10 000 Zähler gepuchst.
    Dieser Anstieg ist ausschließlich auf das Parken freier flüssiger Mittel im DAX zurück zuführen.
    Die DAX-gelisteten Unternehmen haben weder ihre Umsätze noch Gewinne in dieser Zeit verdreifacht. Im Gegenteil die Gewinne sind zeitweise gefallen. Des weiteren hat sich auch nicht die Arbeitsleitung verdreifacht.
    Somit war der DAX-Anstieg ausschließliche eine Blase, die sich sich jetzt abbaut.

  • Alles Panikmache!
    Warum haben S-Klasse, Macan, R8, Bugatti etc. mehr als 6 Monate Lieferzeit?

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