Börse Frankfurt
Dax springt auf Allzeithoch

Im dritten Anlauf gelingt der Angriff auf das Rekordhoch. Zum Handelsschluss überspringt der Dax sogar die Marke von 12.500 Punkten. Vor den wichtigen Terminen der nächsten Tage zeigen sich die Anleger äußerst mutig.
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DüsseldorfFrankfurts Anleger wollten es am Dienstag wissen. Zwei Mal kam der Dax bis auf einen halben Punkt ran, im dritten Anlauf gelang er dann endlich: Der Sprung auf ein neues Allzeithoch: 12.511 Punkte. Zum Handelsschluss notierte der Deutsche Aktienindex 0,6 Prozent fester bei 12.508 Punkten. Vor den richtungsweisenden Terminen der nächsten Tage dominierte mal die Zuversicht, mal die Vorsicht.

Damit gehen die Anleger überraschend mutig in die richtungsweisenden Termine der nächsten Tage: Am Mittwoch entscheidet die Fed über die amerikanischen Leitzinsen, am Freitag erscheint der wichtige US-Arbeitsmarktbericht und am Sonntag kommt es bei den französischen Präsidentschaftswahlen zu einer Grundsatzabstimmung über die europäische Integration.

Dass die Federal Reserve die Zinsen erhöht, gilt als unwahrscheinlich. Immerhin hatte die US-Notenbank erst auf der vergangenen März-Sitzung den Zinskorridor auf 0,75 bis 1,0 Prozent angehoben. Ein Blick auf die Terminmärkte verrät, dass ein Großteil der Anleger mit zwei weiteren Schritten für das laufende Jahr rechnet. Sollte am morgigen Abend auf der Pressekonferenz von Fed-Chefin Janet Yellen der Eindruck einer behutsameren Gangart entstehen, würde das die Aktienrally stützen.

„Es geht lediglich darum, ob die US-Notenbanker eine Anhebung bereits im Juni andeuten oder nicht“, schrieb Commerzbank-Währungsanalyst Ulrich Leuchtmann in einem Marktkommentar. Der Arbeitsmarktbericht vom Freitag erlaubt weitere Rückschlüsse, machen die Dollar-Hüter ihre Geldpolitik doch maßgeblich von der Beschäftigungssituation in den Vereinigten Staaten abhängig. Im April hatte der monatliche Höhepunkt im US-Konjunkturkalender enttäuscht.

Der große Schatten über den Börsen bleibt Frankreich, wo es am Sonntag zu Stichwahlen kommt. Beachtung finden sie vor allem deswegen, weil mit der Grande Nation – anders als Großbritannien – ein echtes Kernland der europäischen Integration auf der Kippe steht. Denn Präsidentschaftskandidaten Marine Le Pen will ihr Land aus dem Euro und der Europäischen Union führen, wenngleich sie aus wahltaktischen Gründen zuletzt zahmere Töne anschlug. Ein Wahlsieg der Front-National-Chefin ist auf den Märkten ein Schreckensszenario, die europäische Integration als Gesamtes wäre in Gefahr.

Die Option Le Pen hat aber an Schrecken eingebüßt, seit der bekennende Pro-Europäer Emmanuel Macron die erste Wahlrunde gewonnen hat. Inzwischen wird der ehemalige Wirtschaftsminister von allen etablierten Kräften unterstützt, die Umfragen sehen ihn klar im Vorteil. Die Erleichterung über Macrons unerwartet starkes Abschneiden hatte den Dax am vergangenen Montag um drei Punkte emporschnellen lassen, nach zwei Jahren durfte man in Frankfurt ein neues Allzeithoch feiern.

Generell zeigten sich Europas Börsen zum verspäteten Wochenanfang mehr freundlich als vorsichtig. Der Euro-Stoxx-50 kam mit 3575 Punkten auf ein Plus von 0,4 Prozent. Durch die Bank weg führten die großen Leitindizes leichte bis mittlere Aufschläge, Frankfurt gehörte noch zu den zurückhaltenderen Plätzen. In der zweiten Reihe trauten sich die Anleger mehr, der MDax rückte 0,8 Prozent vor auf 24.822 Punkte, der TecDax 1,5 Prozent auf 2125 Punkte.

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Keine Rückendeckung von der Konjunkturfront

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