Börse Frankfurt
Dax spürt Gegenwind aus den USA

Obwohl die heute veröffentlichten Zahlen deutscher Firmen zu überzeugen wussten, ging es für den Dax nach unten. Schuld daran sind die USA. Dort startet wieder der Handel und der enttäuschte auf ganzer Linie.
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DüsseldorfDer Dax beendet den Handelstag kaum verändert. Ausgebremst wurde das deutsche Branchenbarometer von den US-Börsen. Die eröffneten nach zweitägiger Zwangspause heute die Handelswoche, konnten allerdings keine neuen Impulse setzten. Der Dax verlor nach der Eröffnung der Wall Street an Fahrt und schloss 0,3 Prozent im Minus auf 7.261 Punkte.

Die zweite Reihe konnten ebenfalls keine Akzente setzen. Der MDax sowie der TecDax gingen mit einem Minus von 0,1 Prozent aus dem Handel.

"Die Anleger haben sich vom dem Börsenstart an der Wall Street wohl etwas mehr erhofft", sagte ein Händler in Frankfurt. Der Dow-Jones-Index und der breiter gefasste S&P 500 notierten am Abend 0,3 Prozent tiefer auf 13.064 beziehungsweise 1.408 Zähler. An der Technologiebörse Nasdaq wurde heute weiterhin nicht gehandelt.

Die starke Performance bis zum Nachmittag hatte das deutsche Branchenbarometer erfreulichen Quartalszahlen zu verdanken. Während die Gesamtbilanz der deutschen Berichtssaison eher ernüchternd ausfällt, häuften sich am Mittwoch die positiven Ausläufer. "Bislang hat die hiesige Berichtssaison eher enttäuscht", sagte ein Händler. "Aber nach den guten Zahlen von Deutscher Bank, Allianz und jetzt auch Lufthansa ändert sich die Wahrnehmung. Und das hilft dem Dax." Nach Daten von ThomsonReuters-Starmine haben 60 Prozent der Dax-Konzerne, die ihre Bilanzen bereits vorgelegt haben, mit ihren Zahlen enttäuscht. Beim TecDax sind es sogar 80 Prozent. Im MDax ist es die Hälfte.

Im Vergleich zu Unternehmen im europäischen Ausland zeigt sich allerdings der Unterschied. Denn während im Ausland eine Vielzahl der Unternehmen ihre Prognosen für das letzte Quartal nach unten korrigieren, haben einige Konzerne in Deutschland noch Luft nach oben.

Wirtschaftspolitisch kommen aus Europa ausnahmsweise mal erfreuliche Nachrichten. Die Sanierung des spanischen Haushalts schreitet besser voran als erwartet. Dies ermöglicht der spanischen Regierung den Hilfsantrag beim Euro-Rettungsschirm zu verschieben. Fortschritte bei der Europäischen Bankenunion und bei der Refinanzierung für 2012 gäben nach Ansicht von Ministerpräsident Mariano Rajoy Spielraum bei dem Hilfsgesuch, erfuhr Reuters am Mittwoch von einem Regierungsvertreter. "Das heißt nicht, dass wir es nicht beantragen werden, aber wir halten es (derzeit) nicht für notwendig." Spanien gilt als Kandidat für den Rettungsschirm, hat aber bisher nur Milliardenhilfen für seine Banken beantragt.

Auf dem Frankfurter Aktienparkett waren heute die Papiere der Lufthansa der Klassenprimus im Dax. Wegen guter Geschäfte ihrer Service-Töchter wie Lufthansa Technik und der Catering-Sparte LSG Sky Chefs konnte die Kranich-Airline deutlich mehr Geld verdienen. Der operative Gewinn nahm im Zeitraum von Juli bis Ende September um 6,2 Prozent auf 648 Millionen Euro zu, wie der Dax-Konzern am Mittwoch mitteilte. Das ist weit mehr als die von Analysten erwarteten 522 Millionen Euro. Der Umsatz zog um 6,2 Prozent auf 8,3 Milliarden Euro an, die Aktien schossen 7,3 Prozent ins Plus.

Trotz der guten Zahlen hält die Lufthansa an ihrem Sparplan fest. Zahlreiche Jobs werden laut Konzernchef Christoph Franz in einer neuen Kostensenkungsrunde überflüssig. Vom Umsatz bleibe nicht genug in der Kasse - in den ersten neun Monaten habe Lufthansa nur eine operative Rendite von 3,1 Prozent erzielt, beklagte der Konzernlenker am Mittwoch. "Mit der Marge können wir auf die Dauer die Zukunft des Unternehmens nicht sichern." Die hohe Tankrechnung frisst die Gewinne fast ganz auf, zudem befürchtet Franz, dass viele Plätze in den Flugzeugen wegen der Eurokrise leer bleiben.

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  • Wird wohl einmal ein KO-Schein mit eingebautem SL sein (Differenz zwischen Strike und KO wird als Restwert einige Tage nach dem KO überwiesen) und beim Teil mit höherem Hebel ohne SL (Kohle futsch, keine Restwertüberweisung).

  • Noch ein netter Foristen-Eintrag:

    "I heard the number for october will 2 billion jobs created, then in LATE November will be revised to 154 jobs!"

  • Den ganzen Tag hab ich versucht, die ADPs herauszufinden.....
    Vielen Dank dafür.
    Ständig wird so ein Hype um die Arbeitsmarktdaten veranstaltet und - wenn sie schlecht sind - werden sie einfach nicht wirklich veröffentlicht.
    Und nun haben sie sich auch noch verzählt und so kurz vor der Wahl kommt die Wahrheit doch irgendwie ans Licht.
    Gott-sei-Dank hat man sich zwischenzeitlich schon als Krisenmanager profiliert.....
    Verarsche, das alles!

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