Börse Frankfurt
Dax stabilisiert sich nur mühsam

Die alten Unsicherheiten dominieren auch die neue Börsenwoche: Der Brexit und die US-Leitzins-Erhöhung. Während von Unternehmen wenig Impulse kommen, hoffen Anleger nun auf Signale von Fed-Chefin Yellen.

FrankfurtDer Dax hat sich nach dem jüngsten Rückschlag am Montag nur mühsam stabilisiert. Ein Börsianer sprach von einem geringen Handelsvolumen. Zum Handelsschluss notierte der deutsche Leitindex 0,18 Prozent höher bei 10 121 Punkte.

Am Freitag hatte der Dax unter schwachen Arbeitsmarktdaten aus den USA gelitten und auf Wochensicht knapp zwei Prozent eingebüßt. Nun stehe die am Abend erwartete Rede von US-Notenbankchefin Janet Yellen im Fokus, sagte Analyst Michael Hewson von CMC Markets UK.

Der MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen gewann 0,53 Prozent auf 20 634 Punkte, wogegen der Technologiewerte-Index TecDax 0,29 Prozent auf 1683 Punkte abgab. Für den Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 ging es um 0,27 Prozent auf 3005 Punkte hoch.

Analyst Craig Erlam vom Broker Oanda geht trotz des US-Arbeitsmarktberichts davon aus, dass die amerikanische Notenbank eine Zinsanhebung im Sommer anstrebt. Für die Sitzung im Juni sei ein solcher Schritt - auch angesichts des anstehenden Referendums über einen Austritt Großbritanniens aus der EU - aber wahrscheinlich vom Tisch.

Die Aktien der Lufthansa rutschten um 2,41 Prozent auf 12,14 Euro ab - das bedeutete den letzten Platz im Dax und den tiefsten Kurs seit knapp vier Monaten. Hier belasteten wieder anziehende Ölpreise, welche die Treibstoffkosten verteuern. Zudem sorgt sich die britische Bank Barclays um eine schwache Nachfrage bei den europäischen Fluggesellschaften.

Dagegen verteuerten sich die Stada-Aktien um knapp vier Prozent. Der Generikahersteller verliert seinen langjährigen Vorstandschef Hartmut Retzlaff. Ein Händler meinte, Retzlaff habe in der Wahrnehmung der Börse in der Vergangenheit Übernahmeversuche bei Stada eher gebremst.

Bei den Technologiewerten gehörten Aixtron mit einem Anstieg um 1,36 Prozent auf 5,74 Euro zu den Favoriten. Händlern zufolge gibt es Gerüchte, dass Europas größter Chipzulieferer ASML Holding ein Gegengebot zur Übernahmeofferte chinesischer Investoren präsentieren könnte, die sechs Euro je Papier bieten.

Mit massiven Verkäufen haben Morphosys -Anleger am Montag auf die Veröffentlichung von Testergebnissen für ein Krebsmittel reagiert. Die Aktien der Biotechfirma brachen binnen Minuten um bis zu zehn Prozent ein.
Offenbar missfalle Investoren, dass bei dem Medikament gegen Knochenmarkkrebs zwei der fünf behandelten Patienten nur geringfügig auf die Arznei angesprochen hätten, sagte ein Börsianer. Er bezweifle aber, ob dies den aktuellen Kurseinbruch rechtfertige.

Am Rentenmarkt rutschte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere erstmals in den negativen Bereich: Sie fiel von plus 0,01 Prozent am Freitag auf minus 0,02 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,09 Prozent auf 142,69 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,12 Prozent auf 165,01 Punkte. Der Kurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1349 (Freitag: 1,1154) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8811 (0,8965) Euro.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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