Börse Frankfurt
Dax startet Jahresendrally

An der Frankfurter Börse herrschte heute wieder Hochstimmung: Alle 30 Dax-Werte liegen aktuell im Plus, der Index legt 2,4 Prozent zu und überspringt die 5 800-Punkte-Marke. Vor allem Bank- und Stahlaktien waren gefragt. Der Kurs von MAN spielte nach dem Rücktritt des Chefs verrückt.
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HB FRANKFURT. Gute Stimmung in Frankfurt: Der Dax baute dank einer freundlichen Wall Street und guter Daten vom US-Häusermarkt seine Gewinne aus und schloss 2,44 Prozent höher bei 5 801 Punkte. Damit näherte er sich wieder etwas seinem bisherigen Jahreshoch bei 5 888 Punkten, alle 30 Index-Werten notieren im Plus. Der Dax machte damit die Verluste seit Montag voriger Woche wieder wett. Der MDax rückte um 3,09 Prozent auf 7 370 Punkte vor und für den TecDax ging es um 2,28 Prozent auf 779 Zähler hoch. Händler beklagten aber das geringe Geschäftsvolumen. Im Dax fiel das Handelsvolumen auf knapp 85 (Freitag 138) Millionen Aktien.

"Das Zauberwort, das die Märkte zum Wochenstart antrieb, heißt 'Jahresendrally', von dem viele Analysten bereits seit Tagen gesprochen haben", kommentierte Marktanalyst Mark Rohles von IG Markets. "Reagierte der Markt in der letzten Woche teilweise noch sehr skeptisch, folgte heute das Umdenken." Aussagen eines Mitglieds der US-Notenbank Fed, nach denen diese ihr Ankaufprogramm für Anleihen beibehalten solle, nützten insbesondere Banktiteln, und die gut ausgefallenen europäischen Einkaufsmanagerindizes hätten die Anleger bestätigt.

Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank hieb in die gleiche Kerbe: "Auch der Zweifler muss festzustellen, dass sich die Konjunkturdaten stabilisieren." Dies stütze neben der vorhandenen Liquidität als Treiber die Aktienmärkte auch fundamental. Portfoliomanager, die zu gering in Aktien investiert seien, gerieten deshalb ihren Kunden gegenüber unter Rechtfertigungsdruck.

Für einen Paukenschlag sorgte die Nachricht, dass der Chef des Nutzfahrzeugkonzerns MAN , Hakan Samuelsson, das Unternehmen auf eigenen Wunsch mit sofortiger Wirkung verlässt. Dem Vernehmen nach übernimmt er die politische Verantwortung für die Schmiergeldaffäre, mit der MAN seit Mai kämpft. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft München stellte klar, dass nicht gegen Samuelsson ermittelt werde. Hauptgrund für den Rücktritt dürften laut Händlern vor allem die Pläne von Großaktionär Volkswagen (VW) sein. "Wahrscheinlich stand Samuelsson einer beschleunigten Übernahme im Weg", mutmaßte einer. "Der Rücktritt ist negativ für MAN, weil Samuelsson ein exzellenter Manager war", gab ein anderer zu bedenken. Die Titel schossen zunächst bis auf 62,44 Euro hoch - dann setzte Ernüchterung ein, welche die Aktie letztlich nur noch 0,30 Prozent höher bei 59,70 Euro schließen ließ. Sie gehörte damit zu den schwächste Werten im Dax.

Aktien deutscher Finanzinstitute wie die der Deutschen Bank , Commerzbank und Aareal Bank gehörten zu den gefragtesten Werten. Deutsche Bank gewannen 3,85 Prozent auf 50,950 Euro hinzu, Commerzbank verteuerten sich um 1,68 Prozent auf 6,665 Euro und Aareal verteuerten sich an der MDax-Spitze gar um 7,53 Prozent auf 14,70 Euro. Ein Händler verwies auf Aussagen von James Bullard, einem Mitglied der US-Notenbank Fed. Seiner Meinung nach sollte die Notenbank ihr Anleihe-Ankaufprogramm über das bislang geplante Datum hinweg beibehalten, da es den Politikern mehr Flexibilität gebe, um die Wirtschaftserholung voranzutreiben. Das stütze Bank-Aktien, sagte der Börsianer.

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