Börse Frankfurt
Dax startet schwach in die Woche

Nach der Rally der letzten Tage legt der Dax erstmal eine Verschnaufpause ein. Der überraschende Rückgang beim Auftragseingang der deutschen Industrie im Oktober sorgt nicht gerade für Kauflaune. Einige Aktien konnten trotzdem zulegen. Darunter Daimler-Papiere.
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HB FRANKFURT. Nach den Kursgewinnen der Vorwoche sind Anleger am Montag auf Nummer sicher gegangen und haben sich von einigen deutschen Aktien getrennt.

An einem ereignisarmen Handelstag schloss der Dax 0,57 Prozent tiefer bei 5 784 Punkten. In der Vorwoche hatte der Leitindex Dax noch 2,32 Prozent gewonnen. Das Handelsvolumen im Dax fiel auf 77,6 (Freitag 110) Millionen Aktien. Der Umsatz belief sich auf 2,2 (3.2) Milliarden Euro. Der MDax mittelgroßer Werte legte 0,24 Prozent auf 7 436 Zähler zu. Der TecDax gewann am Montag 0,69 Prozent auf 814 Zähler.

"Der Wochenstart war nicht erfreulich für die Börsianer. Nach dem überraschenden Rückgang beim Auftragseingang der deutschen Industrie im Oktober nach sieben Anstiegen in Folge mussten Anleger lange nach neuen Kaufargumenten suchen", sagte Aktienhändler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade. Positiv wirkten dann aus Lipkows Sicht die Hoffnungen auf anhaltend tiefe Zinsen im Euroraum und auch die Wiederbelebung des US-Dollar sei positiv zumindest für die Exportwerte.

Andere Börsianer zeigten sich mit dem Blick auf den Dollar skeptischer, da in den letzten Wochen Aktienmarkt und Euro stets Hand in Hand nach oben marschiert seien. Analyst Patrick Hussy vom Stimmungsforscher Sentix zog das Fazit: "Die Hängepartie am deutschen Aktienmarkt geht weiter."

Zudem drückte die Ankündigung der Ratingagentur Standard & Poor, die Bonität Griechenlands am Kreditmarkt zu überprüfen, etwas auf die Stimmung. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet äußerte sich besorgt über die hohe Verschuldung Griechenlands und forderte die Regierung in Athen zu strikter Haushaltsdisziplin auf. Er vertraue aber darauf, dass die Regierung angemessen reagiere, sagte Trichet in Brüssel vor dem Währungsausschuss des Europa-Parlaments.

Händlern zufolge wird nach den US-Daten vom Freitag einmal mehr die US-Konjunktur im Fokus bleiben. Der Wochenbericht vom Arbeitsmarkt am Donnerstag sowie die Einzelhandelsumsätze am Freitag könnten Aufschluss über das Potenzial der US-Wirtschaft geben, sagten Händler. Sollten sie die Einschätzungen von einer Konjunkturerholung bestätigen, könnte der Dax sein bisheriges Jahreshoch von 5888 Punkten noch vor Weihnachten knacken, erklärte ein Börsianer.

Größte Belastung für den Dax waren am Montag nach einem kritischen Analystenkommentar die Siemens-Aktien mit einem Abschlag von 1,6 Prozent. Das Index-Schwergewicht war damit allein für knapp neun der 32 Verlustpunkte im Dax verantwortlich war. Die Analysten von Morgan Stanley hatten die Titel auf "Equal-Weight" von "Overweight" zurückgestuft und ihr Kursziel um zehn auf 70 Euro gesenkt.

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