Börse Frankfurt: Dax startet schwach ins neue Jahr

Börse Frankfurt
Dax startet schwach ins neue Jahr

Gleich zu Jahresbeginn erlebt der Dax einen wechselhaften Handel. Die Hoffnung auf billiges EZB-Geld sorgt für Anlegerfreuden, doch schlechte Industriedaten vermiesen die Stimmung. Am Ende bleibt ein moderates Minus.
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FrankfurtNach einem schwachen Jahresende – der Dax hatte am letzten Handelstag 2014 gut 1,2 Prozent verloren - hat der deutsche Leitindex 2015 einen rasanten Auftakt hingelegt. Zunächst zeigten sich die Anleger zuversichtlich, was eine baldige Lockerung der Geldpolitik im Euroraum angeht. Doch schwache Konjunkturdaten vermiesten die Stimmung früh und ließen den Dax um bis zu ein Prozent abstürzen. Mit der Wall Street wendete der Deutsche Aktienindex zurück ins Plus, doch im späten Handel folgte der erneute Absturz. Am Ende schloss der Dax 0,4 Prozent leichter bei 9764 Punkten.

Im nur spärlich gefüllten Konjunkturkalender standen die endgültigen Dezember-Einkaufsmanagerindizes im Fokus. Und diese sorgten für Enttäuschung bei den Anlegern. Zwar gelang der deutschen Industrie ein versöhnliches Jahresende. Aufträge und Produktion hatten in den vergangenen 30 Tagen zugelegt, auch der Jobaufbau setzte sich fort. Der Index stieg über die Wachstumsschwelle von 50,0 Punkten auf 51,2 Punkte nach 49,5 Zählern im November.

Doch Markit-Ökonom Oliver Kolodseike betonte, es sei noch zu früh, „als dass man sagen könnte, ob der Industriesektor sich wieder auf die Überholspur begeben hat oder der Schub nur von kurzer Dauer sein wird.“ Hauptverantwortlich für die Ernüchterung an den Märkten war aber nicht der Einkaufsmanager der hiesigen Industrie, sondern der der gesamten Euro-Zone. Deren Index war um 0,5 auf 50,6 Punkte gestiegen und verfehlte somit die Erwartungen der Märkte.

Somit stehen die Zeichen im Euroraum weiter auf Stagnation. Angesichts dessen gab der Leitindex der Eurozone, der Euro-Stoxx-50, zeitweise deutlich nach. Am späten Nachmittag hellte das Marktumfeld wieder auf, der Stoxx lief 0,2 Prozent leichter bei 3139 Punkten. Die Mittelwerte im MDax rückten 0,1 Prozent vor auf 16.955 Zähler. Der TecDax legte gegen den Trend 0,8 Prozent zu auf 1381 Stellen.

Der Handelsbeginn ließ einen erholsamen Jahresauftakt erwarten. Denn der die Märkte stützende Wunsch der Börsianer nach billigem Notenbankgeld erhielt durch neuerliche Aussagen des EZB-Präsidenten Mario Draghi mal wieder Auftrieb. Im Gespräch mit dem Handelsblatt sprach Europas ranghöchster Geldpolitiker von technischen Vorbereitungen um Umfang, Tempo und Zusammensetzung ihrer Möglichkeiten im Kampf gegen die niedrige Inflation bei Bedarf Anfang 2015 zu verändern.

Der Italiener hatte im Herbst zur Abwehr eines für die Wirtschaft gefährlichen Preisverfalls notfalls auch den umstrittenen Kauf von Staatsanleihen in Aussicht gestellt. Damit würde es die EZB der amerikanischen Federal Reserve nachmachen, die gerade ihr derartiges Programm nach mehreren Jahren Laufzeit zurückfährt. Der Kauf solcher Staatsobligationen wird kontrovers diskutiert, vor allem bei der Bundesbank trifft die Idee auf Unbehagen.

Unterm Strich war das vergangene Jahr kein sehr starkes für Deutschlands Vorzeigeindex. Der Dax hat 2014 nur 2,6 Prozent zugelegt - im Vergleich zu den Indizes der Wall Street eine blasse Performance. Dort stieg der Dow-Jones-Index auf um 7,5 Prozent. Am vergangenen Freitag hatte der Dow bei 18.103 Punkten ein neues Rekordhoch erreicht. Der S&P gewann auf Jahressicht 11,4 Prozent, der Nasdaq rückte sogar 13,4 Prozent vor.

Auch die Wall Street legte einen wechselhaften Auftakt hin. Nach einem starken frühen Handel pendelte der Dow-Jones-Index in engen Bahnen um den Eröffnungskurs. Zum Frankfurter Handelsschluss ließ der Standardtitel-Index 0,1 Prozent nach auf nunmehr 17.795 Zähler. Am heutigen ersten Handelstag des Jahres erwarten Händler einen dünnen Handel, da so mancher Börsianer erst am Freitag aus den Winterferien zurückkehrt. Ein leerer Konjunkturkalender lässt keinen Schwung erwarten.

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  • Alles nur taktisches Geplänkel bis zum 22.1. - dann folgt die nächste Folge der Draghi-Show.

    Bis dahin schön weiter die Stops nachziehen beim EUR/USD und Brent shorten.


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