Börse Frankfurt: Dax steht wieder auf

Börse Frankfurt
Dax steht wieder auf

Wahlpatt in Italien, drohende Ausgabenkürzungen in den USA. Der Dax musste diese Woche so einiges verkraften. Doch der Leitindex konnte sich schnell aufrappeln. Die Aktie der Deutschen Bank ist abgestürzt.
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FrankfurtDer Leitindex hat am letzten Wochenhandelstag eine Berg-und Talfahrt hingelegt. Zunächst sah es nach einem dicken Minus für den Dax aus. Doch der Leitindex konnte seine Verluste eingrenzen und schloss 0,4 Prozent niedriger bei 7708 Punkten, nachdem er zuvor auf bis zu 7.627 Punkte abgerutscht war. Auf Wochensicht hat der Dax sogar ein moderates Plus geschafft – trotz des Wahl-Chaos in Italien und der drohenden Ausgabenkürzungen in den USA.

Unerwartet gute Konjunkturdaten aus den USA halfen dem Dax am Freitag. Auch die US-Börsen verringerten ihre Abschläge. Vor dem Hintergrund der drohenden Ausgabenkürzungen in den USA sei die Verbesserung des Einkaufsmanagerindex für die Industrie positiv zu werten, urteilte Postbank-Chefvolkswirt Marco Bargel. „Ein Abgleiten in eine Rezession ist nach den jüngsten Daten aus den USA auf jeden Fall nicht zu befürchten.“

Die anstehenden Etatkürzungen in den USA, die die Wachstumsaussichten des Landes gefährden könnten, nahmen die Investoren letztendlich gelassener hin als befürchtet. Die meisten Anleger gehen davon aus, dass die Kürzungen die Wirtschaft zwar bremsen aber nicht abwürgen könnten. Schließlich pumpe die Fed ja auch jeden Monat 85 Milliarden Dollar in den Markt.

Dass die Verluste nicht noch stärker ausfielen, führten Analysten auf eine Reihe von Faktoren zurück: Die USA dürften durch die Ausgabenkürzungen im Volumen von 85 Milliarden Dollar nicht unmittelbar in eine neue Rezession stürzen, da die Sparmaßnahmen erst allmählich wirken und die Konjunktur dadurch allenfalls gedämpft werden sollte, erklärte Postbank-Experte Thilo Heidrich.

Des Weiteren sei davon auszugehen, dass Demokraten und Republikaner „ihre Blockadepolitik in absehbarer Zeit aufgeben und ein von beiden Seiten tragbares Programm zur Konsolidierung der Staatsfinanzen erstellen werden“.

Die Aktien der Deutschen Bank gingen nach einer Verkaufsempfehlung von Goldman Sachs auf Talfahrt. Die Titel waren mit einem Abschlag von bis zu sechs Prozent größter Verlierer im Dax - sie schlossen 4,3 Prozent schwächer. Von den europäischen Instituten dürfte die Deutsche Bank am stärksten unter den schärferen Kapitalanforderungen in den USA leiden, urteilten die Goldman-Analysten.

Um die Anforderungen zu erfüllen, müssten die Frankfurter mehr als 13 Milliarden Dollar an ihren US-Ableger überweisen. Das würde die Kapitaldecke der Deutschen Bank außerhalb der USA deutlich schmälern und könnte den Druck erhöhen, sich frisches Kapital besorgen zu müssen. Goldman stufte die Aktien der Deutschen Bank herunter auf „sell“ von „neutral“.

Die Deutsche Bank selbst hatte Ende Januar erklärt, dass wegen der neuen US-Vorschriften eine Verkleinerung des dortigen Geschäfts denkbar sei. Auch werde die Ausgabe bestimmter Finanzinstrumente, wie Coco-Bonds, diskutiert. Frisches Kapital werde aber nicht benötigt, sagte Finanzchef Stefan Krause zu dem Zeitpunkt.

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  • @Investmentlegende

    Stimme Ihnen im Kern zu. Das blöde an diesen Schockwellen ist, dass sie in den seltensten Fällen erwarten bzw. vorhersehrbar waren. Ausser natürlich für die ganzen Trader hier im HB-Forum.

    Dank der Liquidität, die noch nicht im Markt ist (und ich meine nicht das Taschengeld der Privatanleger), ist der Dax/Dow/S&P noch für weitere 5-6% dieses Jahr gut. Jeder kleine Rücksetzer (wegen Italien oder anderen "unbedeutenden" Dingen) wird zum Kauf genutzt.

    Buy-and-hold ist aktuell keine gute Strategie in meinen Augen.

    Montag gehts erstmal wieder bergauf mit Erholung der Bankwerte und dann schön weiter im Korridor.

  • Ich bin bei Heidelberger Druck bei 50% Gewinn ausgestoppt
    worden. Heute bin ich wieder bei der Aktie( 2.13€ )eingestiegen, weil ich glaube, dass sie noch stark unterbewertet ist. Die
    nur 250 Millonen Aktien sind in den letzten Wochen vielfach
    in privaten Händen gelangt. Erreicht die Aktie in einem Jahr
    den Break Iven und stellt irgenwann noch eine Dividente in
    Aussicht dann explodiert die Aktie auf ca. 6€ und höher.
    Man hat gesehen wie schnell sie sich verdoppelt hat. Kaufen
    dann noch Großinvestoren dazu dann sichert dies den Kurs
    gut nach unten ab. Momentan versucht sich HD noch Softwarebereich zu etablieren und hat schon u.a Daimler mit
    im Boot und weitere 29 gute Kunden.Sollten noch weitere Stellen abgebaut werden, so kommt es dem Kurs auch noch entgegen. Sie kaufen ein Weltmarktführer und keine kleine
    Klitsche. Die Bilanz steht auch gut da und die Mitarbeiter
    sind bestens ausgebildet. Gutes Altersvorsorgeprodukt!
    MfG
    Walter Schmid

  • Ich kann mich nur immer wieder wiederholen,solange die Zinsen unten sind und die Notenbanken weiter Geld in den Markt pumpen,werden Rückgänge auch immer wieder von (noch nicht investierten?)Anlegern zum Einstieg benützt.
    Es braucht schon große externe Schocks(z.B. die eventuelle Ablösung eines Drahgis oder die eines Bernankes, den Austritt eines Eurolandes(eventuell Zypern?) aus der Währungsunion,Pleite einer internat.Großbank( wie z.B.Lehman 08) oder eines Großkonzerns(Enron,Worldcom 01/02) usw,um dem Treiben der bullish eingestellten Investoren ein endgültiges Ende bereiten zu können.So ein großer Schock ist aber (bisher)weit und breit nicht zu sehen.So´ne kleine Fiskalklippe von 85 Mrd,wird von den Invesoren einfach weggedrückt.Das ist bei einer Neuverschuldung von fast einer Billion US-Dollar pro Jahr(Prognose für 2013 von T.Geithner in 2012) und einer Gesamtverschuldung von 16,6 Billionen(Stand 02/13) auch irgendwie zu verstehen und für für die Bullen deshalb nach deren Meinung auch zu vernachlässigen.Allein die FED pumpt 85 Mrd US-Dollar jeden Monat in den amerikanischen Markt um damit 1.auf dem Sekundärmarkt Staatsanleihen der USA und zweitens US- hypothekenbesicherte Wertpapiere von US-Häuslebauern den US-Banken abzukaufen.
    Eine BoA oder J.P.Morgan gehörten deshalb in den letzten Wochen und Monaten auch zu den Outperformern im Dow Jones Index.Natürlich spielte die Londoner Draghi Rede von Ende Juli,der ESM Beschluß ,sowie der Urteilsspruch am Bundesverfassungsgericht in der zweiten Jahreshälfte 2012, den Banken weltweit auch in die Karten,das versteht sich von selbst.

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