Börse Frankfurt
Dax steigt nach schwachen US-Daten

Anleger schauen wieder auf die Notenbanken. Schwache US-Konjunkturdaten sorgten beim Dax für deutliche Gewinne, weil eine schnelle Zinserhöhung unwahrscheinlich geworden ist. Positive Nachrichten kommen von Siemens.
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Düsseldorf/FrankfurtDie Ungewissheit über die Zinsentwicklung in den USA lähmt weiterhin die Anleger am deutschen Aktienmarkt. Allerdings deuteten die Investoren die kurz vor Handelsbeginn der Wall Street veröffentlichten Zahlen schließlich als Kaufsignal. So stieg der Dax zum Handelsschluss 0,5 Prozent auf 10 431 Punkten. Die bisherige Wochenbilanz des Dax ist aber mit einem Minus von rund 1,5 Prozent negativ. Am Markt herrsche immer noch ein hohes Maß an Unsicherheit, sagte Händler Markus Huber von City of London Markets.

In Großbritannien verkündete die Bank of England (BoE) ihren Zinsentscheid. Wie erwartet heilten die Londoner Währungshüter nach der Zinssenkung von Anfang August diesmal still. Doch jüngste Signale aus dem Führungsstab der BoE zeigen, dass die Zentralbank bei einer weiteren Eintrübung der Konjunktur den Schlüsselsatz zur Versorgung der Banken mit Geld auf oder nahe an die Nulllinie setzen wird. Fachleute rechnen noch dieses Jahr damit – voraussichtlich im November dürfte es demnach soweit sein.

Der MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen stieg bis zum Handelsende um 0,14 Prozent auf 21.106 Punkte, und der Technologiewerte-Index TecDax legte um 0,8 Prozent auf 1761 Zähler zu. Der Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx hatte ein Plus von 0,3 Prozent.

Die Aktien von Siemens stiegen an der Dax-Spitze um gut 3,2 Prozent. Unternehmens-Chef Joe Kaeser sieht den Elektrokonzern kurz vor dem Abschluss des Geschäftsjahres auf gutem Kurs. „In diesem Jahr liegen wir gut, was unseren Ausblick betrifft“, sagte Kaeser der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Im Blick blieben auch die Papiere von Bayer: Einen Tag nach der Ankündigung, sich mit dem US-Biotechnologiekonzern Monsanto über dessen Übernahme geeinigt zu haben, fielen die Papiere der Leverkusener um rund 2,3 Prozent und lagen am Dax-Ende. Tags zuvor hatten sie bereits anfängliche Kursgewinne deutlich reduziert und am Ende lediglich 0,27 Prozent höher geschlossen. Nun meldeten sich viele Analysten mit ihren Einschätzungen zu Wort.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,11 Prozent am Vortag auf minus 0,12 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,04 Prozent auf 143,42 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,09 Prozent auf 163,44 Zähler nach. Der Euro notierte bei 1,1256 US-Dollar. Der Dollar kostete damit 0,8884 Euro. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,1218 Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8914 Euro gekostet.

Julian Trauthig
Julian Trauthig
Handelsblatt / Deskchef Finanzen
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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