Börse Frankfurt
Dax stoppt den Negativtrend

Das politische Chaos in den USA zeichnet den Dax in dieser Woche merklich. Vom Freitag bleibt ein leichter Zuschlag, auf Wochensicht aber steht ein dickes Minus. Die zweite Reihe hingegen kann zum Wochenende überzeugen.
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FrankfurtDie schon verschwunden geglaubte politische Unsicherheit als Belastung für die Börsen ist zurück. Schuld daran sind diesmal aber nicht die Verhältnisse in der Eurozone, sondern vor allem das Polit-Chaos um US-Präsident Donald Trump in Washington. Am Freitag aber gibt es spät neue Impulse, die den Dax mit einem leichten Plus von 0,4 Prozent und 12.639 Punkten ins Wochenende schicken. Und doch: Auf Wochensicht verliert das wichtigste deutsche Börsenbarometer gut einen Prozentpunkt.

„Der Markt stabilisiert sich, da es keine neuen politischen Nachrichten in die Schlagzeilen geschafft haben“, sagte Analyst Peter Cardillo von First Standard Financial. Für Optimismus ist es laut Börsianern trotzdem zu früh. „Der Skandal in Washington ist nicht verschwunden und auch nicht die Nervosität von Anlegern. Ein zu früher Wiedereinstieg könnte sich als teuer erweisen“, sagte David Madden, Marktanalyst vom Broker CMC Markets. Vor allem der steigende Euro könne sich auf Dauer negativ für die Aktienmärkte auswirken. Die europäischen Waren im Welthandel würden dann teurer werden und die Wettbewerbsfähigkeit der exportorientierten Firmen sinken.

Insgesamt hätten am Freitag die Anleger die zuletzt tieferen Kurse wieder zum Einstieg genutzt, so der Tenor an den Handelsplätzen. So gewann der MDax als Repräsentant der mittelgroßen Unternehmen 1,54 Prozent auf 25 025,63 Punkte. Das Technologiewerte-Barometer TecDax stieg um 1,18 Prozent auf 2221,59 Zähler. Der EuroStoxx50 legte 0,7 Prozent auf 3587,01 Punkte zu.

Wirklich gut lief es am Freitag für RWE. Der Versorger ging mit einem Plus von 5,4 Prozent auf dem Handel – seit Jahresbeginn hat das einstige Sorgenkind über ein Drittel an Börsenwert gewonnen. Insidern zufolge prüft der RWE ein milliardenschweres Bündnis mit dem französischen Versorger Engie. RWE könnte seine Beteiligung an der Ökostromtochter Innogy an Engie abgeben und würde im Gegenzug an dem französischen Versorger beteiligt, sagten mehrere Investmentbanker der Nachrichtenagentur Reuters. Bislang gebe es aber keine direkten Gespräche der Konzerne. Auch der Innogy-Kurs legte im MDax spürbar zu.

Die Versorger spielten Szenarien mit ihren Beratern und Banken durch. RWE hält knapp 77 Prozent an Innogy und hat einen Verkauf der Mehrheit nicht ausgeschlossen. Eine Veräußerung der Anteile ergebe aber nur Sinn, wenn der Konzern im Gegenzug etwas Besseres dafür erhalte, sagte Vorstandschef Rolf Martin Schmitz kürzlich gesagt. RWE, Innnogy und Engie lehnten am Freitag eine Stellungnahme ab. Der zweite Versorger in der ersten Börsenliga, Eon, gewann ebenfalls über drei Prozent.

Im Nebenwerteindex stachen auch die Aktien des Salz- und Düngemittelherstellers K+S mit einem Kursplus von 3,6 Prozent hervor. Anleger spekulierten auf einen Börsengang des Salzgeschäfts. Zudem haben die Kasseler im Streit um die angebliche illegale Entsorgung von Abwässern ihre Ruhe. Das Oberlandesgericht Jena wies eine Beschwerde der Staatsanwaltschaft Meiningen ab, die auf einen Prozess gepocht hatte.

In London fielen Hikma wegen eines pessimistischeren Ausblicks um 2,1 Prozent auf den tiefsten Stand seit drei Jahren. Die Pharmafirma erwartet Verzögerungen bei der Markteinführung eines Asthma-Mittels in den USA.

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