Börse Frankfurt

Dax stürzt auf Jahrestief

Am Mittwoch befand sich der Dax zeitweise im freien Fall – und notierte so tief wie seit Oktober 2013 nicht mehr. Die Börsianer zeigten sich durch schlechte Neuigkeiten aus Fernost und den USA tief verunsichert.
Update: 15.10.2014 - 17:41 Uhr 23 Kommentare

Dax auf Jahrestief: Ein deftiger Tag

FrankfurtAn den ersten beiden Tagen der Woche war der deutsche Leitindex noch mit einem Plus aus dem Rennen gegangen – am Mittwoch stand zum Handelsschluss allerdings ein dickes Minus von 2,9 Prozent bei 8572 Zählern. In der Spitze fiel der Dax auf 8556 Punkte und notierte damit so niedrig wie seit einem Jahr nicht mehr. In der zweiten Reihe sah es wenig besser aus: Der MDax verlor 2,0 Prozent auf 14.754 Punkte, der TecDax rutscht um 2,6 Prozent auf 1120 Zähler ab.

Damit reagierten die Händler auf die enttäuschenden Konjunkturdaten aus den USA. Vor der Veröffentlichung der Daten hatte der Dax „nur“ 1,3 Prozent schwächer notiert. Der Euro kletterte dagegen um mehr als einen halben US-Cent auf ein Tageshoch von 1,2742 Dollar.

Der Rückgang der Einzelhandelsumsätze und des Empire-State-Index festigten die Erwartung, dass die Leitzinswende in den USA eher später als früher vollzogen werde, schrieb Helaba-Analyst Johannes Jander in einem Kommentar. Bislang wird eine Erhöhung der Zinsen für etwa Mitte 2015 erwartet.

Die US-Einzelhändler haben im September weniger Umsatz gemacht – die Einnahmen schrumpften um 0,3 Prozent zum Vormonat. Von Reuters befragte Experten hatten lediglich mit einem Minus von 0,1 Prozent gerechnet. Schwächer als erwartet fiel auch der New Yorker Konjunkturindex für Oktober aus.

Auch schlechte Neuigkeiten aus sorgten Fernost für kühle Stimmung auf dem Parkett. Die überraschend stark nachlassende Inflation schürt Sorgen vor einer Konjunkturabkühlung in China. Die Verbraucherpreise stiegen im September nur noch um 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, teilte das Statistikamt am Mittwoch in Peking mit.

„Die geringe Inflation deutet auf steigende Risiken einer Deflation in China angesichts der schwachen Binnennachfrage hin“, warnten die Ökonomen von HSBC. Das setzt die Zentralbank unter Zugzwang. „Vor dem Hintergrund der schwachen Binnendynamik und den Überkapazitäten baut sich somit ein gewisser Handlungsdruck auf“, sagte NordLB-Analyst Frederik Kunze.

Währenddessen fielen die Preise am Ölmarkt angesichts eines Überangebots bei sinkender Nachfrage weiter. Nordseeöl der Sorte Brent verbilligte sich am Mittwoch um bis zu zwei Prozent auf 83,37 Dollar je Barrel (159 Liter) ab und kostete damit so wenig wie zuletzt Ende November 2010. US-Leichtöl der Sorte WTI verlor zeitweise 1,8 Prozent auf 80,37 Dollar, das war der tiefste Stand seit Juni 2012.

„Ein Ende der Talfahrt ist nicht in Sicht", sagten die Commerzbank-Analysten. Solange die OPEC keine Anstalten mache, dem drohenden Überangebot mit einer Produktionskürzung zu begegnen, dürften die Preise weiter fallen. Nach Ansicht von Olivier Jakob, Marktanalyst bei PetroMatrix, sprechen die weltweiten Rahmenbedingungen für weiter sinkende Ölpreise. „Der Markt geht davon aus, dass Saudi-Arabien die Preise weiter fallen lässt.“ Der Preissturz zeige, dass sich viele Investoren vom Ölmarkt zurückzögen.

Dax fällt auf Jahrestief

Bank of America tief in den roten Zahlen
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Börse Frankfurt - Dax stürzt auf Jahrestief

23 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Dax stürzt auf Jahrestief"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Genau...
    Wie sagte Kostalany...Never catch a falling knive...!!!
    Ich bin voll rechtzeitig auf Verkaufs-Optionen eingestellt und verdiene kräftig...Es handelt sich hier auch nicht wie immer behauptet wurde um eine kleine Delle, dies ist ein Rally nach unten...Fazit: „...frühzeitige Gewinnmitnahmen könnten einer Rally schon bald den Boden unter den Füßen wegziehen.“
    Genau...Die Baisse füttert die Baisse und ich sehe bis zum Jahresende 6.000 und dann wird wieder gekauft...aber nur antizyklische Werte...

  • Um es vorsichtig zu sagen: Die FAZ ist in letzter Zeit nicht gerade durch wahre oder sinnvolle Berichte aufgefallen...

  • @Peter Spiegel oder Hein Bloed

    Zu 1: Wie ist denn die Antwort des HGB auf die Frage Ihres Chefs?
    Zu 2: Warum machen denn Städte dann überhaupt einen Haushalt und versuchen, mit dem Geld, was sie einnehmen auszukommen? Nach Ihrer Meinung spielt es doch keine Rolle, ob Werte der Stadt (Aktien) noch vorhanden sind oder einen Großteil des Wertes verloren haben. Dann ist es doch egal ob eine Stadt mal eben 680.000.000 € mehr Schulden hat.

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/um-680-millionen-euro-aermer-wertverlust-bei-rwe-aktien-frisst-eigenkapital-der-stadt-essen-12874937.html

  • Frage 1. Beantwortet das HGB
    Frage 2. Bankrott ist Bankrott, neue Schulden kann die Stadt dann nicht mehr machen. Die Sache verschiebt sich danach aufs Land und dann auf den Bund, der dann auch
    Bankrott geht. Siehe Griechenland.

  • @Peter Spiegel oder Hein Bloed

    Frage 1: Sie würden als Finanzbuchhalter einer Firma Ihrem Chef also sagen, dass es völlig egal ist, ob jetzt die Beteiligung an einer anderen Firma gerade 100 €/Aktie oder 10 €/ Aktie wert ist?

    Frage 2: Sie sind also der Meinung, dass es für eine Stadt völlig egal ist, ob sie gerade immer neue Schulden machen muss, um über die Runden zu kommen oder ob sie mehr Geld einnimmt, als sie investiert?

  • "Mein Gott,wohin sollte die Reise denn noch gehen? Schlimmer finde ich die Analysten."

    Eigentlich sollten man vor lauter Kauf-Empfehlungen jetzt ja keine Verunsicherung mehr verspüren: Wer bei 9500 oder 10000 Punkten das Korrekturargument und die Konjunkturrisiken beseite geschoben hat, dem müsste doch jetzt das Herz aufgehen, oder nicht? *g*




  • "Die Abschläge jetzt kommen nicht vom nirgendwo,sondern daher,das die Finanzspritzen der amerikanischen Notenbank im Oktober auslaufen."

    Das spielt sicher eine Rolle. Die größte Sorge ist allerdings die Konjunktur und somit die Gewinnaussichten.

    Positiv ist dann allerdings: Die Fed wird ihre Zinsen dann nicht so schnell anheben können. Das Anlagenotstandsargument wird trotz QE-Ende also nicht morgen aussterben.

  • Ja ich erinnere mich, man hört er hat den Computer erschossen oder war,s umgekehrt?

  • Der Saat bilanziert ohnehin nicht. Ob Essen pleite oder ganz pleite ist von daher wurscht. Sie können aber bei Firmen auf das HGB verweisen wegen des Niederstwertprinzip.

  • Er macht nicht in Zertifikaten und Optionen,sondern der handelt nach System,nur die einzelnen Punkte hoch und runter.Außerdem hat er recht,wer sich nicht trennen kann von seinen Aktien,der muss sich absichern.Aber ich rate lieber vorher zu verkaufen.Eine Absicherung kostet Geld.Lieber abwarten und unten wieder rein.Die meisten aber glauben die Aktien laufen ihnen davon,haben Angst etwas zu verpassen.Also sitzen sie aus,kaufen nach,meist zu früh,sitzen wieder aus.Wir hatten jetzt 5 Jahre einen Super- Boom,der DAX hat um viele tausend Punkte zugelegt,der Dow um über 10 000 in der Spitze.Mein Gott,wohin sollte die Reise denn noch gehen?Schlimmer finde ich die Analysten.Bei 3588 Punkten in 09 hat niemand zum Einstieg geraten,aber bei 10000 Punkten waren Aktien plötzlich super? Nein ,umgekehrt wird ein Schuh draus.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%