Börse Frankfurt
Dax stürzt auf Jahrestief

Am Mittwoch befand sich der Dax zeitweise im freien Fall – und notierte so tief wie seit Oktober 2013 nicht mehr. Die Börsianer zeigten sich durch schlechte Neuigkeiten aus Fernost und den USA tief verunsichert.
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FrankfurtAn den ersten beiden Tagen der Woche war der deutsche Leitindex noch mit einem Plus aus dem Rennen gegangen – am Mittwoch stand zum Handelsschluss allerdings ein dickes Minus von 2,9 Prozent bei 8572 Zählern. In der Spitze fiel der Dax auf 8556 Punkte und notierte damit so niedrig wie seit einem Jahr nicht mehr. In der zweiten Reihe sah es wenig besser aus: Der MDax verlor 2,0 Prozent auf 14.754 Punkte, der TecDax rutscht um 2,6 Prozent auf 1120 Zähler ab.

Damit reagierten die Händler auf die enttäuschenden Konjunkturdaten aus den USA. Vor der Veröffentlichung der Daten hatte der Dax „nur“ 1,3 Prozent schwächer notiert. Der Euro kletterte dagegen um mehr als einen halben US-Cent auf ein Tageshoch von 1,2742 Dollar.

Der Rückgang der Einzelhandelsumsätze und des Empire-State-Index festigten die Erwartung, dass die Leitzinswende in den USA eher später als früher vollzogen werde, schrieb Helaba-Analyst Johannes Jander in einem Kommentar. Bislang wird eine Erhöhung der Zinsen für etwa Mitte 2015 erwartet.

Die US-Einzelhändler haben im September weniger Umsatz gemacht – die Einnahmen schrumpften um 0,3 Prozent zum Vormonat. Von Reuters befragte Experten hatten lediglich mit einem Minus von 0,1 Prozent gerechnet. Schwächer als erwartet fiel auch der New Yorker Konjunkturindex für Oktober aus.

Auch schlechte Neuigkeiten aus sorgten Fernost für kühle Stimmung auf dem Parkett. Die überraschend stark nachlassende Inflation schürt Sorgen vor einer Konjunkturabkühlung in China. Die Verbraucherpreise stiegen im September nur noch um 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, teilte das Statistikamt am Mittwoch in Peking mit.

„Die geringe Inflation deutet auf steigende Risiken einer Deflation in China angesichts der schwachen Binnennachfrage hin“, warnten die Ökonomen von HSBC. Das setzt die Zentralbank unter Zugzwang. „Vor dem Hintergrund der schwachen Binnendynamik und den Überkapazitäten baut sich somit ein gewisser Handlungsdruck auf“, sagte NordLB-Analyst Frederik Kunze.

Währenddessen fielen die Preise am Ölmarkt angesichts eines Überangebots bei sinkender Nachfrage weiter. Nordseeöl der Sorte Brent verbilligte sich am Mittwoch um bis zu zwei Prozent auf 83,37 Dollar je Barrel (159 Liter) ab und kostete damit so wenig wie zuletzt Ende November 2010. US-Leichtöl der Sorte WTI verlor zeitweise 1,8 Prozent auf 80,37 Dollar, das war der tiefste Stand seit Juni 2012.

„Ein Ende der Talfahrt ist nicht in Sicht", sagten die Commerzbank-Analysten. Solange die OPEC keine Anstalten mache, dem drohenden Überangebot mit einer Produktionskürzung zu begegnen, dürften die Preise weiter fallen. Nach Ansicht von Olivier Jakob, Marktanalyst bei PetroMatrix, sprechen die weltweiten Rahmenbedingungen für weiter sinkende Ölpreise. „Der Markt geht davon aus, dass Saudi-Arabien die Preise weiter fallen lässt.“ Der Preissturz zeige, dass sich viele Investoren vom Ölmarkt zurückzögen.

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Bank of America tief in den roten Zahlen

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  • Genau...
    Wie sagte Kostalany...Never catch a falling knive...!!!
    Ich bin voll rechtzeitig auf Verkaufs-Optionen eingestellt und verdiene kräftig...Es handelt sich hier auch nicht wie immer behauptet wurde um eine kleine Delle, dies ist ein Rally nach unten...Fazit: „...frühzeitige Gewinnmitnahmen könnten einer Rally schon bald den Boden unter den Füßen wegziehen.“
    Genau...Die Baisse füttert die Baisse und ich sehe bis zum Jahresende 6.000 und dann wird wieder gekauft...aber nur antizyklische Werte...

  • Um es vorsichtig zu sagen: Die FAZ ist in letzter Zeit nicht gerade durch wahre oder sinnvolle Berichte aufgefallen...

  • @Peter Spiegel oder Hein Bloed

    Zu 1: Wie ist denn die Antwort des HGB auf die Frage Ihres Chefs?
    Zu 2: Warum machen denn Städte dann überhaupt einen Haushalt und versuchen, mit dem Geld, was sie einnehmen auszukommen? Nach Ihrer Meinung spielt es doch keine Rolle, ob Werte der Stadt (Aktien) noch vorhanden sind oder einen Großteil des Wertes verloren haben. Dann ist es doch egal ob eine Stadt mal eben 680.000.000 € mehr Schulden hat.

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/um-680-millionen-euro-aermer-wertverlust-bei-rwe-aktien-frisst-eigenkapital-der-stadt-essen-12874937.html

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