Börse Frankfurt
Dax tritt auf der Stelle

Auch am Donnerstag sucht der Dax nach Orientierung und schließt letztendlich auf Vortagesniveau Die Aktienrally nach dem Trump-Wahlsieg könnte zu Ende gehen. Auf der Suche nach sicheren Häfen griffen Investoren zu Gold.
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FrankfurtAus Verunsicherung über den wirtschaftspolitischen Kurs der USA haben Anleger am Donnerstag Engagements an den Börsen gescheut. Dax und Euro Stoxx 50 schlossen fast unverändert bei 11.584 und 3313 Punkten. „Investoren, die auf hohen Niveaus eingestiegen sind, haben mittlerweile kein gutes Gefühl mehr mit ihren Positionen“, sagte Analyst Jochen Stanzl vom Brokerhaus CMC Markets.

Sie befürchteten nach der rund zehnprozentigen Rally der vergangenen Wochen einen größeren Rücksetzer. Auch in New York erwarteten Händler Kursverluste. Die Futures auf US-Indizes signalisierten, dass der Dow Jones zu Börsenstart an der Wall Street erneut an der psychologisch wichtigen 20.000er Marke scheitern wird.

Die Stimmung am europäischen Aktienmarkt drückte auch der wieder erstarkende Euro, der nach unerwartet schwach ausgefallenen Jobdaten des US-Arbeitsvermittlers ADP um ein halbes Prozent auf 1,0531 Dollar anzog und mehr als eineinhalb US-Cent über seinem 14-Jahres-Tief vom Montag lag. Ein stärkerer Euro macht Waren aus der Euro-Zone im Welthandel teurer und europäische Firmen weniger wettbewerbsfähig.

Im Dezember schufen US-Firmen laut ADP 153.000 neue Stellen. Das waren etwas weniger als erwartet und deutlich weniger als im Monat zuvor. Von der Entwicklung am Arbeitsmarkt hängt die Zinspolitik der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ab.

Fed-Chefin Janet Yellen hatte im Dezember erstmals seit einem Jahr die Leitzinsen in den USA angehoben und für 2017 weitere Schritte in Aussicht gestellt. Das hatte dem Dollar einen kräftigen Schub gegeben. Am Donnerstag verlor der Dollar-Index, der den Wert des „Greenback“ im Vergleich zu anderen wichtigen Währungen widerspiegelt, 0,7 Prozent auf 102,02 Punkte.

Über die Konjunkturaussichten der USA herrschen auch in der Fed Unsicherheiten. Laut den am Mittwochabend veröffentlichten Protokollen der vergangenen Fed-Sitzung ist die Notenbank zwar bereit, die Zinsen bei Bedarf rascher anzuheben als bislang signalisiert.

Jedoch betonten die Währungshüter nach Ansicht von Commerzbank-Analystin Esther Reichelt auch, dass der Ausblick für die Konjunktur mit erheblichen Unsicherheiten behaftet ist. „Gleich mehrfach wird auf die negativen Folgen einer weiteren Dollar-Aufwertung hingewiesen.“ Ein stärkerer Dollar könne die Wirtschaftsaktivität dämpfen und die Rückkehr der Inflation zum Zwei-Prozent-Ziel der Fed gefährden.

Auf der Suche nach sicheren Häfen griffen Investoren zu Gold. Das Edelmetall verteuerte sich um ein Prozent auf 1175 Dollar je Feinunze. „Schließlich ist die Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Donald Trump nur noch rund zwei Wochen entfernt und es gibt einige Bedenken wegen seiner politischen Pläne“, sagte Analyst Jeffrey Halley vom Brokerhaus Oanda. Trump will unter anderem ein schuldenfinanziertes Konjunkturprogramm auflegen und Billig-Importe mit Strafzöllen belegen. Dies könnte die Inflation in die Höhe treiben.

In London legten Persimmon um 6,5 Prozent zu. Dem Brexit-Referendum und der dadurch ausgelösten Verunsicherung zum Trotz steigerte der zweitgrößte britische Eigenheimbauer den Umsatz 2016 um acht Prozent. Im Windschatten von Persimmon gewannen die rivalen Barratt Development und Taylor Wimpey drei und vier Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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