Börse Frankfurt
Dax tritt auf der Stelle

Viele Anleger blicken bereits auf die morgige EZB-Ratssitzung und bleiben offenbar an der Seitenlinie. Wird Mario Draghi morgen den Euro stärken und damit den deutschen Aktienmarkt unter Druck setzen?
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FrankfurtEinen Tag vor der EZB-Ratssitzung haben Anleger in Europa Aktien nur mit spitzen Fingern angefasst. Dax und Euro Stoxx 50 kamen am Mittwoch bei 12.452 beziehungsweise 3494 Zählern kaum vom Fleck.

Am Devisenmarkt setzte der Euro seinen Höhenflug vom Vortag nicht fort und pendelte um 1,1530 Dollar. Die gestrige Rally sei knapp unter dem Stand von 1,16 Dollar erst einmal ausgelaufen, fasste Commerzbank-Analystin Esther Reichelt zusammen. „So kurz vor der EZB-Sitzung bekommen Euro-Händler in Sichtweite des 2016er-Hochs bei 1,1616 Dollar leicht kalte Füße.“ Vorsicht sei angebracht, denn die EZB scheine zwar zu einer weniger expansiven Geldpolitik zu neigen. „Doch diese Wende wird langsam und überaus vorsichtig vorgenommen.“

Experten zufolge könnten die Euro-Wächter am Donnerstag den Hinweis kippen, die billionenschweren Anleihenkäufe nötigenfalls noch einmal auszuweiten. Der EZB-Rat um Notenbankchef Mario Draghi würde damit den Finanzmärkten ein weiteres Signal senden, sich langsam auf eine Eindämmung der Geldflut vorzubereiten. An den Leitzinsen, die bereits seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent liegen, wird wohl nicht gerüttelt.

Ansonsten gaben Bilanzen den Takt an den Börsen vor. Größter Gewinner im Euro Stoxx 50 waren ASML, die in Amsterdam 5,8 Prozent auf ein Rekordhoch von 129,80 Euro zulegten. Der Chipausrüster hatte von der weltweit starken Nachfrage nach Speicherchips profitiert und seinen Umsatz stärker als erwartet erhöht. Auch die Aktien der AEG-Mutter Electrolux gingen nach der Vorlage von Zahlen auf Rekordkurs und legten in Stockholm 6,4 Prozent 300 Kronen zu.

Auch an der Wall Street ging der Technologieindex Nasdaq auf Rekordkurs, während der Dow-Jones-Index der Standardwerte auf der Stelle trat. IBM fielen im US-Handel um mehr als drei Prozent. Der weltgrößte IT-Dienstleister hatte im zweiten Quartal weniger Umsatz und Gewinn ausgewiesen.

Lange Gesichter gab es auch bei den Aktionären von Volvo: Der Lkw-Bauer konnte die Anleger mit seinem Zwischenbericht nicht überzeugen und rutschte um 7,8 Prozent ab.

Erleichterung dagegen bei den TomTom-Aktionären in Amsterdam: Die Aktien legten bis zu 8,5 Prozent auf ein Zwei-Monatshoch von 9,46 Euro zu, nachdem der Gewinn nicht so stark eingebrochen war wie von Analysten befürchtet. Die Konkurrenz durch Smartphones macht dem Navi-Hersteller zwar zu schaffen. Ein starkes Servicegeschäft konnte die Einbußen aber abmildern.

Im US-Bankensektor konnte Morgan Stanley überzeugen: die Bank hat einen schwächeren Anleihenhandel durch Zuwächse in der Vermögensverwaltung mehr als wett gemacht. Im zweiten Quartal stieg der Gewinn der US-Investmentbank um elf Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar. Die Aktien von Morgan Stanley gewannen mehr als drei Prozent. Im Fahrwasser kletterten UBS an der Schweizer Börse um 1,5 Prozent. Die Schweizer haben bei ihrer Vermögensverwaltung einen Schwerpunkt in Nordamerika. Commerzbank waren mit einem Minus von 2,8 Prozent größter Dax-Verlierer.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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