Börse Frankfurt: Dax trotzt der Verunsicherung

Börse Frankfurt
Dax trotzt der Verunsicherung

Noch am Donnerstag hatten deutliche Verluste die Dax-Rally vorerst gestoppt und die Angst vor weiteren Kurseinbrüchen genährt. Am Freitag aber stiegen die Kurse nach holprigem Start wieder – und der Dax schloss im Plus.
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Ein gelungener Jahresauftakt sieht anders aus. Nachdem der Dax gestern kurz nach Eröffnung mit 9620 Punkten ein neues Allzeithoch markierte, rauschte der Leitindex 120 Punkte in die Tiefe. Bei einem Minus von 1,6 Prozent machte sich die Angst vor einer größeren Korrektur breit.

Doch im heutigen Freitagshandel hielten die Anleger dagegen. So konnten die Verluste vorerst gestoppt werden, die drei wichtigsten Frankfurter Indizes liegen allesamt im Plus. Der Dax schloss 0,4 Prozent fester bei 9435 Punkten. Die Nebenwerte im MDax standen 0,6 Prozent höher auf 16.618 Punkten. Der TecDax legte kräftiger zu. Ein Aufschlag von 1,4 Prozent ließ ihn auf 1182 Zähler steigen ein Zwölf-Jahres-Hoch.

Der Leitindex war im leichten Plus gestartet, das er aber schnell wieder abgab. Die Verunsicherung nach der Talfahrt am Donnerstag war dem Markt anzumerken. So rutschte er zunächst ins Minus. Innerhalb der ersten Handelsstunden übernahm dann aber der Optimismus der Anleger den Kurs und drehte den Dax wieder, sodass dieser zeitweise einen Aufschlag von 0,5 Prozent erreichte.

Danach flachte der Kurs ab, es fehlten die Kurstreiber. Am Nachmittag erhielten die Frankfurter Indizes Unterstützung von einer ebenfalls erholt gestarteten Wall Street. In seiner letzten Handelsstunde knackte der Dax dann sein Tageshoch von 9453 Zählern.

Noch am Donnerstag hatten Anleger weltweit teils empfindliche Verluste hinnehmen müssen. Der EuroStoxx50 hatte 1,6 Prozent verloren und war auf auf 3059 Punkte gefallen. Der Dow Jones hatte 0,8 Prozent verloren und war auf 16.441 Punkte abgerutscht. Für den Standard & Poor's 500 Index war es der erste Jahresstart mit negativem Vorzeichen seit 2008. Er schloss am am Donnerstag bei 1831 Punkten, was einem Minus von 0,9 Prozent entspricht.

Ähnlich sahen die Vorgaben aus Asien aus. Das MSCI-Börsenbarometer für die Handelsplätze im asiatisch-pazifischen Raum ohne Japan verlor 1,1 Prozent und fiel auf 460,11 Punkte. An der Börse in Seoul gab der Kospi-Index ebenfalls 1,1 Prozent nach. Die Börse Tokio blieb am Freitag feiertagsbedingt geschlossen.

Schwache Konjunkturdaten aus China und die aktuellen Höchststände an den Börsen hatten einige Anleger offenbar dazu eingeladen, Kasse zu machen. Ob aber der verpatzte Start ins neue Jahr aber schon den Beginn einer großen Korrektur markiert, ist fraglich.

Positive Nachrichten dagegen kamen aus Südeuropa, sagte Händler Toby Morris vom Broker CMC: In Spanien war die Arbeitslosenzahl im Dezember so stark gesunken wie seit Juni 2013 nicht mehr und in Italien war die Inflationsrate im Dezember auf den niedrigsten Stand seit mehr als vier Jahren gefallen.

Die zuletzt positiven Nachricht wirkten sich auch auf die Staatsanleihen der beiden Mittelmeerstaaten aus. Spreads von zehnjährigen italienischen und spanischen Staatsanleihen gegenüber Bundesanleihen fielen unter 200 Basispunkte. Bei den spanischen Papieren war es das erste Mal seit Mai 2011, bei italienischen Bonds lag der Renditeabstand letztmals im Juli 2011 unter 200 Basispunkten.

Die Rendite von zehnjährigen spanischen Bonds sank um sieben Basispunkte auf 3,90 Prozent, italienische Papiere gleicher Laufzeit rentierten zuletzt ein Basispunkt niedriger bei 3,96 Prozent. Bei zehnjährigen portugiesischen Anleihen sackte die Rendite um 17 Basispunkte auf 5,66 Prozent ab.
„Es ist ein Zeichen des Vertrauens, dass das Schlimmste überstanden ist“, sagt John Wraith, Stratege für Festverzinsliche bei Bank of America Corp. in London. „Zwar sind die Daten nicht super, aber sie signalisieren, dass wir in nächster Zeit nicht unbedingt wieder auf eine traumatische Situation zusteuern. Diese Bonds können sich vorerst weiter gut entwickeln.“

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  • Zustimmung insbesondere zum letzten Punkt mit der Einschränkung, dass Heli-Ben gleich seine Rede zum Thema "The Changing Fed" hält. Das Event wird live bei c-span.org übertragen.

  • "Zwei Handelstage im neuen Jahr und die Handelsblattredaktion spricht schon von der großen Korrektur und der drohenden Verunsicherung."

    Man kann sich überlegen, ob der Einbruch nachhaltig sein könnte, wenn man sich das konjunkturelle Umfeld ansieht.

    1. Zieht die Konjunktur in den USA und der EU an?
    2. Wieviel Liquidität ist über dieses Jahr noch anzulegen?
    3. Gibt es Alternativen zu Aktien?
    4. Was ändert sich an diesem Zustand _2015_?
    (...)

    Kann es sein, dass die institutionellen Anleger in der ersten Woche des neuen Jahres noch nicht ganz aus dem Urlaub zurück sind ? ;)

  • Ich wundere mich sehr, dass Leute in dieser äusserst verunsicherten und überschuldeten Welt so viel Vertrauen in "Papiere" haben, dessen Wert noch zusätzlich "künstlich" von einer verzweifelten Politik der Notenbanken "dedopt" wird. Sie stecken Vermögen rein.Irgendwann hört dieses Spielchen auf und zwar so sicher wie das Amen im Gebet. Wenn ich so viel Geld in Aktien hätte, dann würde ich unruhig schlafen und schon gar nicht in Urlaub fahren, um immer dahinter zu bleiben. Was geschieht im Falle eines Attentats, oder einem zweiten 11.September?

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