Börse Frankfurt
Dax trotzt ein Plus ab

Der Dax bewegte sich lange Zeit nicht vom Fleck. Widerständen zum Trotz hielt er seinen Kurs. Doch mit der schwach laufenden Wall Street kippte der Trend. Doch dem Dax gelang es, sich ins Plus zu retten.
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FrankfurtMit einem soliden Plus hat der Dax einen Schlusspunkt unter einen wendungsreichen Späthandel gesetzt. Eine schwach startende Wall Street schob den Index am Nachmittag ins Minus. Vorher hatte der Dax schwierigen Vorzeichen aus China sowie einem enttäuschenden deutschen Einzelhandel getrotzt. Doch der New Yorker Markt erholte sich rasch – und mit ihm ebenso die Börsen diesseits des Atlantik. Am Ende schloss der Dax 0,5 Prozent fester bei 11.308 Punkten.

Grund für den Abwärtssog war die Angst vor der US-Zinswende - oder besser gesagt: der ambivalente Umgang mit US-Konjunkturdaten, den die Aktienmärkte seit gut anderthalb Jahren pflegen. Am Markt stritten Bären und Bullen um die Deutungshoheit der jüngsten Zahlen aus der US-Ökonomie.

Den Börsianern machten die kaum gestiegene Stundenlöhne in den Vereinigten Staaten zu schaffen. Wie Experten schon vor gut einem dreiviertel Jahr bemängelten, nehmen die Löhne für Beschäftigte nicht in dem Maße zu, als dass sie den Konsum im Land weiter antreiben könnten. Das war schon der Fall, als der US-Arbeitsmarkt im Herbst 2014 brummte und die Gewinne der US-Konzerne noch nicht durch den abwertenden Euro bedrängt wurden.

Doch die Kurse in New York gaben nicht allein wegen der schwachen Lohnentwicklung nach. Die anderen Konjunkturbarometer sendeten nämlich positive Signale. So stieg der vielbeachtete Chicagoer Einkaufsmanagerindex deutlich. Dieser Frühindikator, der die für den wirtschaftlich wichtigen Großraum Chicagos erhoben wird, aber gesamtnationale Trend vorgibt, stieg auf starke 54,7 Punkte bei prognostizierten 50,4 Zählern.

Damit fielen die Konjunkturdaten so gut aus, dass nun wieder das Zinsgespenst einen neuerlichen Spuk wagt. War der einhellige Tenor nach den monatlichen Sitzungsprotokollen der Federal Reserve zur Wochenmitte der, dass sich Janet Yellen, oberste Notenbankerin des Landes, noch bis frühestens September Zeit lassen wird mit einer ersten Erhöhung der Leitzinsen, steigt jetzt doch wieder der Handlungsdruck – so zumindest die Sorge der Börsianer.

Dem Tagestrend folgend gaben die schwunglosen europäischen Börsen am späten Nachmittag ebenfalls nach, um sich dann wieder zu erholen. Der Euro-Stoxx-50 schloss 0,4 Prozent fester bei 3597 Punkten. Die zweite Frankfurter Reihe rückte ebenfalls vor. Getrieben von tollen Quartalsberichten beendete der MDax den Freitagshandel 0,9 Prozent fester. Der Tec gewann ein halbes Prozent bei 1770 Stellen. Die New Yorker Indizes pendelten nah um ihren Vortagskurs. Zuletzt stand der Dow-Jones-Index zum Frankfurter Schlusssignal bei 0,1 Prozent fester bei 17.765 Punkten.

Noch vor Handelsbeginn hatten Zahlen aus Wiesbaden enttäuscht. Wie das statistische Bundesamt mitteilte, verbuchten die deutschen Einzelhändler im zweiten Quartal ein unerwartetes Umsatzminus. Die Erlöse sanken im Juni um 2,3 Prozent zum Vormonat – der stärkste Rückgang seit Dezember 2013. Ökonomen hatten mit einem Anstieg um 0,3 Prozent gerechnet. Verglichen mit dem Vorjahresmonat stieg der Umsatz zwar deutlich um 5,1 Prozent. Allerdings zählte der Monat auch zwei Verkaufstage mehr als vor einem Jahr. Die Kauflaune der Deutschen bleibt angesichts der Rekordbeschäftigung, steigender Löhne und niedriger Inflation aber weiter sehr gut.

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