Börse Frankfurt
Dax trotzt Terrorangriffen

Die Anschläge von Paris belasten die Börsen, doch eine Verkaufspanik gibt es nicht. Der Dax dreht im Handelsverlauf sogar ins Plus. Unter Druck stehen europaweit Reise- und Luxusgüteraktien.

FrankfurtDer Dax hat den ersten Handelstag nach den Terror-Angriffen in Paris mit leichten Gewinnen beendet. Zwar hatten die Anschläge am vorübergehend für größere Verunsicherung gesorgt. Gleich zum Auftakt des Handelstages verlor der Dax um 0,8 Prozent. Im Tagesverlauf konnte sich der deutsche Leitindex jedoch deutlich erholen. Zu Handelsschluss notierte er bei 10.713 Punkten auf dem gleichen Niveau wie zum Ende der vergangenen Börsenwoche (+0,05 Prozent).

Der mit Abstand größte Verlierer war am Montag die Lufthansa. Am Ende standen Kursverluste von 2,28 Prozent zu Buche. Zwischenzeitlich lag der Abschlag sogar bei 3,6 Prozent. Zwar hat die Gewerkschaft Ufo seinen Streik am Freitag beendet –postwendend jedoch schon mit einem neuen Arbeitsausstand gedroht. Am besten verlief der Handelstag für die Wohnungsgesellschaft Vonovia (+2,2 Prozent) und das Pharmaunternehmen Merck (+2,0 Prozent).

Bergauf ging es auch für ThyssenKrupp ging es um 0,4 Prozent bergauf. Der Mischkonzern legt am Donnerstag seine Bilanz vor. Nach Einschätzung von Experten hat ThyssenKrupp im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014/15 (per Ende September) seinen Gewinn gesteigert und dürfte damit auch eine höhere Dividende ausschütten.

Größere Schwierigkeiten durchlief der französische Leitindex CAC 40. Der startete die Börsenwoche mit einem Minus von mehr als einem Prozent. Bis zum Ende des Tages erholte er sich allerdings nahezu auf das Niveau vom Freitag und lag mit 4804 Punkten nur 0,1 Prozent unter dem Schlusskurs der vergangenen Woche. In Japan verlor der Nikkei-Index zeitweise 1,8 Prozent. Während die europäischen Börsen den Handel schließen, ist der amerikanische Dow Jones Index solide in den Tag gestartet. Er legte zum Börsenauftakt um 0,5 Prozent auf 17.324 Punkte zu.

Auf den Verkaufslisten der Händler standen vor allem die Aktien von Unternehmen, die unter den Nachwirkungen der Terroranschlägen direkt leiden könnten. So haben Luftfahrt- und Hotelaktien europaweit das Nachsehen. „Anleger fürchten, dass die Attentate Auswirkungen auf den Tourismus haben und die Leute weniger reisen werden“, sagte ein Börsianer. An der französischen Börse rutschten die Titel des größten europäischen Hotelbetreibers Accor und der Fluggesellschaft Air France-KLM um 4,7 und 5,7 Prozent ab. Ein ähnliches Bild zeichnete sich am britischen Leitindex FTSE 100. Dort sackte die Tui-Aktie um knapp vier Prozent ab. Die British-Airways-Mutter IAG und InterContinental Hotels gaben um jeweils 2,8 und 1,9 Prozent nach. Die Aktien der Betreibergesellschaft des Eurotunnels verloren knapp vier Prozent.

Spekulationen auf eine sinkende Nachfrage nach Luxusgütern in Folge der Anschläge von Paris haben am Montag auch die Aktien dieser Branche belastet. Allen voran gerieten in Mailand die Papiere von Salvatore Ferragamo unter die Räder. Die Titel des Anbieters von Schuhen, Taschen und Gürteln fielen zeitweise um mehr als fünf Prozent auf 20,75 Euro, weshalb sie vorübergehend vom Handel ausgesetzt worden waren. Schon am Freitag hatte ein trüber Ausblicks die Aktien um 8,1 Prozent ins Minus gedrückt. Ein Händler in Mailand erklärte, der Luxusgüterhersteller aus Florenz sei nach den enttäuschenden Quartalszahlen besonders anfällig.

Die Aktien des heimischen Konkurrenten Tod's verloren 1,3 Prozent. In Paris zählten die Luxusgüterhersteller Kering und LVMH mit Abschlägen von jeweils 0,8 und 1,4 einem Prozent neben den Hotel- und Flugaktien zu den größten Verlierern im CAC40.

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