Börse Frankfurt
Dax überspringt am Hexensabbat die 11.400-Punkte-Marke

Der Hexensabbat hat dem Dax am Freitag weitere Gewinne gebracht: Nach einer Achterbahnfahrt am Nachmittag schloss der deutsche Leitindex schließlich mit einem Plus – auf dem höchsten Stand seit 16 Monaten.

FrankfurtDie Dax-Kurve am Freitag glich einer rasanten Freizeit-Achterbahn. Kein Wunder, es war ja auch der große Verfallstermin an den Börsen – im Marktjargon auch Hexensabbat genannt. Das führt traditionell zu „tanzenden” Kursen, weil Investoren die Preise derjenigen Wertpapiere, auf die sie Derivate halten, in eine für sie günstige Richtung bewegen wollen.

Nachdem das deutsche Börsenbarometer eher schlaff eröffnete, kletterte der Index am späten Vormittag klar ins Plus, markierte mittags sogar ein neues Jahreshoch von 11.451 Punkten und kehrte am späten Nachmittag zurück in die Komfortzone. Erst kurz vor Börsenschluss ging es für den Dax noch einmal nach unten: Er schloss nur noch minimal im Plus bei 11.404 Punkten. Auch das Barometer der mittelgroßen Werte konnte leicht zulegen und schloss bei 21.825 Punkten. Der Technologiewerteindex TecDax schloss ebenfalls annähernd auf den Stand des Vortags bei 1.766 Punkten.

Von der magischen 12.000-Punkte-Marke ist der deutsche Leitindex damit nicht mehr weit weg. Tags zuvor hatte das Ja der Fed zu höheren Zinsen dem Börsenbarometer zu Kurssteigerungen verholfen. Am Donnerstag schloss der Dax 1,1 Prozent fester mit 11.366 Punkten. Nach oben gestupst haben den Index die guten Vorgaben aus den USA und aus Asien sowie der schwache Euro.

Der Dow-Jones flirtete am Donnerstag einmal wieder mit der 20.000er-Marke, wenn sie auch vorerst unerreicht blieb. Marktteilnehmer glauben, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis der Index diesen Rekord knackt. Da sich die Gespräche am Markt derzeit um diese Marke drehen, könnte sie bald zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung werden. Der Dow Jones schloss am Donnertag 0,3 Prozent höher auf 19.852 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 rückte um 0,4 Prozent auf 2262 Zähler vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verbesserte sich um 0,4 Prozent auf 5456 Punkte.

Unterstützung gab es auch von der Währungsseite: Die Gemeinschaftswährung fiel am 15. Dezember zeitweise auf ein 14-Jahres-Tief von 1,0364 Dollar. Denn während die Europäischen Zentralbank (EZB) die Finanzmärkte weiter mit billigem Geld flutet, stehen die USA vor einer Serie von Zinserhöhungen. „In diesem Gefüge der zwei geldpolitischen Geschwindigkeiten könnte ein Euro bald weniger wert sein als ein US-Dollar”, betont Jochen Stanzl, Analyst des Online-Brokers CMC Markets. Aktuell kostet die Währung gut 1,04 Dollar.

Anlage-Experte Joachim Goldberg von der Beratungsfirma Goldberg und Goldberg hält dagegen ein vorzeitiges Ende der Weihnachtsrally am Aktienmarkt für möglich. Entgegen den Gepflogenheiten werde manch ein Anleger die Gewinne nicht laufen lassen, sondern die Gelegenheit nutzen, um Kasse zu machen. „Dieses Mal scheint Sicherheit vorzugehen.”

Seite 1:

Dax überspringt am Hexensabbat die 11.400-Punkte-Marke

Seite 2:

Deutsche Bank wieder vorn

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%