Börse Frankfurt

Dax widersetzt sich schlechten Daten

Schwache Wirtschaftsdaten aus der Eurozone können die Dax-Anleger am Donnerstag nicht schrecken. Nach den großen Verlusten der letzten Tage scheinen einige Aktien wieder günstig. Darunter die Titel der großen Versorger.
Update: 24.05.2012 - 18:16 Uhr 99 Kommentare

Börse Frankfurt am Abend

FrankfurtIm Schlepptau der US-Future-Märkte haben sich die europäischen Aktienmärkte am Donnerstag wieder etwas erholt. Auch der Deutsche Aktienindex konnte sich nach einem wechselhaften Handelsverlauf wieder ins Plus vorarbeiten. Das Börsenbarometer baute seine Gewinne auf 0,48 Prozent und 6315 Punkte aus. In der zweiten Reihe gewann der MDax 0,03 Prozent auf 10.231 Punkte, der TecDax notierte 0,1 Prozent fester bei 751 Punkten.

Nach einem positiven Handelsstart, gestützt von freundlichen Signalen vom US-Markt, hatten schwache Wirtschaftsdaten aus der Eurozone dem Leitindex den ersten Erholungsversuch noch vermasselt und ihn zwischenzeitlich ins Minus gedrückt.

„Wir sehen lediglich eine Gegenbewegung auf den Absturz von heute Morgen“, sagte Chefhändler Matthias Jasper von der WGZ Bank im Hinblick auf die moderaten Gewinne beim Dax. „Insgesamt bleibt es dabei, dass die Anleger wegen der Sorge vor einem Austritt Griechenlands aus der Eurozone kein Risiko eingehen wollen.“

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Die jüngsten Konjunkturdaten zeigen, dass sich die Lage in der Euro-Zone zuspitzen könnte. Der Markit-Einkaufsmanagerindex für Frankreich und Deutschland für Mai war deutlich schlechter als erwartet ausgefallen. In Deutschland fiel zudem der Ifo-Geschäftsklimaindex im Mai auf 106,9 Punkte von 109,9 Zählern im April. Das war der erste Rückgang des Index seit Oktober. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur ein Absinken auf 109,4 Punkte erwartet. „Ein so deutlicher Rückgang des Ifo-Indexes kommt selbst nach der durchwachsenen ZEW-Umfrage überraschend“, stellte Helaba-Analystin Viola Julien fest. „Offenbar belasten die aktuellen Unsicherheiten im Zusammenhang mit der EWU-Schuldenkrise die Stimmung stärker als bislang angenommen.“

Beobachter hatten den leichten Rückgang bereits vorher erwartet. Sie hatten aber auch schon im April mit einem Minus gerechnet. Dann war der Index jedoch weiter gestiegen. Der Ifo-Index ist der wichtigste Gradmesser für die deutsche Konjunktur. Für die Erhebung befragt das Ifo-Institut monatlich etwa 7.000 Firmen.

Deutschland steht wirtschaftlich dennoch gut da. Trotz sinkender Investitionen in Maschinen und Gebäude ist die Wirtschaft hierzulande im ersten Quartal kräftig gewachsen. Boomende Exporte und kauffreudige Verbraucher ließen das Bruttoinlandsprodukt von Januar bis März um 0,5 Prozent zum Vorquartal steigen.

Wenig Mut auf eine rasche Lösung der Schuldenkrise machte den Anlegern indes das am Donnerstagmorgen zu Ende gegangene informelle Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs. In einer gemeinsamen Erklärung hatte die EU den Wunsch bekräftigt, dass Griechenland Teil der Euro-Zone bleiben solle, aber die eingegangenen Reformverpflichtungen erfüllen müsse. An diesem Sonntag wählen die Griechen das zweite Mal ihr Parlament, nachdem es nach der letzten Wahl zu keiner Regierungsbildung gekommen war. Zudem stehen die Wahlen zur Nationalversammlung in Frankreich bevor. „Danach könnte es Klarheit geben“, erklärte ein Händler.

Metro-Aktie auf Talfahrt
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99 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Dax verbreitet kleinen Hoffnungsschimmer"

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  • G8 - Tarantino-Time...

  • so Feierabend. Gute N8

  • habe ich noch gar nicht gelesen. Aber die Deutschen lassen sich nicht umstimmen. Wäre ja noch schöner. Die Deutschen sagen, wo´s langgeht.

  • Monti:
    Die meisten Gipfel-Teilnehmer haben sich für Euro-Bonds ausgesprochen.
    Glaubt dass Euro-Bonds bald eingeführt werden könnten.
    Italien kann Deutschland zu mehr Beiträgen zum Allgemeinwohl der EU bewegen.

  • Wie dumm ist das denn? Alles nur, weil Monti meint, D zu Eurobonds bewegen zu können? Lächerlich, das gibt morgen m.E. eine herbe (Kurs-) Enttäuschung.

  • Dein Wort in Gottes Ohr.

  • danke schon gesehen, aber es handelt sich - wie gestern - nur um einen technischen und somit Fehlausbruch. Bedenklich sind doch die Tage, in den die Börsenprofis selbst nicht wissen, warum die Kurse steigen. Die 12.500 und die 6300 werden uns noch ein paar Tage beschäftigen.

  • Ich will die Kuschelatmosphäre ungern unterbrechen, aber hat jemand hier mal kurz einen Blick auf seine Shortvehikel? Der Dow macht in der crazy-hour so gar nicht, was hier gewünscht wird...

  • "Wären Aktien in Papierform besser?"

    Ich würde versuchen, mir ein realistisches Worst-Case-Szenario vorzustellen. Übertreibungen sind wenig nützlich und resultieren aus alten Regionen (Stammhirn) unseres Hirns.

    http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/anlagestrategie/boersenpsychologie-wenn-gier-das-hirn-von-boersianern-frisst/6298874.html

  • "Damit wieder Stützungskäufe kommen und die Institutionellen Aussteigen können? Sehe ich das richtig?"

    Naja, sie steigen ja nicht aus um des Aussteigens willens, sondern wollen von steigenden Kursen profitieren, sie könnten also auch investiert bleiben und mit Stop loss (sl) arbeiten.

    "Damit sich der Verkauf des Kleinanlegers verzögert und die Verkaufskurse besser sind? Richtig?"

    erster Teil richtig, zweiter falsch. Der private Verkäufer schafft ja gar nicht so schnell zu verkaufen, weil er nicht weiß, was los ist. Wenn der denn weiß, warum der Markt einbricht und endlich verkauft, jagt der Insti im die Aktie wieder günstiger ab um wieder vom Rebound zu profitieren.

    Klar haben die Privatanleger nicht die Macht (und nicht die Kohle). Aber die Infos der Instis wären für eine Privatperson viel zu teuer, als das er da oben mitspielen könnte. Das Paket von z.B. Reuters kostet monatlich schlappe 1000€, damit sie wie im Horrorfilm jede Sekunde 5 News gleichzeitig aufpoppen sehen und nach spätestens 2 Stunden Stielaugen haben und leichte Kopfschmerzen einsetzen. Mal abgesehen davon, sollen sie in so einer Situation noch mit kühlem Kopf Entscheidungen treffen und sich eine Richtung (beispielsweise unserer aller geliebter DAX) aussuchen. Ziemlich viel für Otto-Normalverbraucher. Also läuft er immer hinterher und zahlt am Ende die Zeche.

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