Börse Frankfurt: Dax verbucht größten Wochenverlust seit 2011

Börse Frankfurt
Dax verbucht größten Wochenverlust seit 2011

Chinas Zentralbank kann das dortige Börsenbeben vorerst stoppen, zudem begeistert ein starker US-Arbeitsmarktbericht die Anleger. Am Ende des Tages obsiegten dennoch Konjunktursorgen. Eine desaströse Woche endet.

FrankfurtAuch zwei positive Signale haben dem Dax keinen versöhnlichen Ausklang dieser ersten, desaströsen Handelswoche des Jahres beschert. Zum einen konnte sich zwar das chinesische Börsenbeben am Freitag beruhigen und sorgte für freundliche Vorgaben für den Europäischen Handel. Zum anderen begeisterte ein absolut starker US-Arbeitsmarkt am Nachmittag. Das Plus von zeitweise über einem Prozent und den damit verbundenen Sprung über die 10.000 Punkte konnte der Dax dennoch nicht über die Zeit retten. Am Tagesende büßte der Index 1,3 auf 9849 Punkte ein – zu groß die Sorge um Chinas Konjunktur und die dortigen wackeligen Börsen.

Auf Wochensicht sieht die Lage noch düsterer aus. Der Dax hat in den ersten fünf Handelstagen des neuen Jahres den größten Wochenverlust seit August 2011 eingefahren. Das Wochenminus beträgt 8,3 Prozent. Stärker nach unten war es zuletzt zur Hochzeit der europäischen Schuldenkrise gegangen.

Für kurzes Aufatmen auf dem Parkett sorgte am Freitag das Eingreifen der chinesischen Institutionen in das kriselnde, heimische Marktgeschehen – oder eben im Nicht-Eingreifen. Denn anders als in den Vortagen setzte die Notenbank Chinas den Dollar-Kurs für den Yuan nicht weiter herab. Mit einem Referenzsatz von mittleren 6,5636 Yuan pro Dollar stoppten die Pekinger Währungshüter die Abwertung und konnten damit die Spekulationen um einen starken Konjunktureinbruch im Reich der Mitte eindämmen. Experten vermuten zudem, dass die Zentralbank abermals Stützungskäufe am Markt tätigte.

„Die Marktschwankungen in dieser Woche legen nahe, dass niemand wirklich weiß, was gerade die Strategie ist“, erklärten die Experten der DBS Bank mit Blick auf die unklaren Ziele der chinesischen Notenbank. „Das Signal der Märkte war jedenfalls sehr deutlich: es muss mehr Klarheit geben und weniger Hin und Her.“ Tatsächlich zeichnen die Währungshüter des Yuan einen nur schwierig zu fassenden Kurs. Mit Blick auf Konjunktursorgen und die neue Wirtschaftspolitik des Landes mit ihrem Fokus auf die Binnenwirtschaft hatte die People's Bank Of China bereits im August die Märkte mit unvorhergesehen Eingriffen in Aufruhr versetzt.

Der wichtige Leitindex der Shanghaier Börse beendete seinen Freitag nach dem Abwertungsstopp zwei Prozent fester, der Composite in Shenzhen holte sich ein Prozent zurück. Das Minus seit Jahresbeginn schmolz damit auf knapp unter zwölf Prozent. Beruhigend auf das Parketttreiben wirkte sich auch die Entscheidung der Börsenaufsicht aus, den Mechanismus auszusetzen, wonach der gesamte Aktienhandel in Shanghai gestoppt wird, sollte das Minus im laufenden Handel mehr als sieben Prozent betragen. Die Schutzvorkehrung war erst in diesem Jahr eingeführt worden und kam sowohl am Dienstag als auch am Donnerstag bereits zum Einsatz. Experten kritisierten aber die Funktionsweise des Eingriffs und sprachen von zusätzlicher Verunsicherung für die Anleger.

Das Plus in China schwappte auch an die anderen Handelsplätze in Fernost rüber. In Hong Kong gewann der Hang Seng 0,6 Prozent zurück. Auch in Tokio gab es zeitweise deutliche Aufschläge, am Ende gingen der Leitindex Nikkei aber 0,4 Prozent leichter aus dem Handel bei 17.697 Stellen. Die späte Zurückhaltung war auf die Vorsicht vor dem aktuellen US-Arbeitsmarktbericht zurückzuführen. Doch wie sich herausstellte, völlig zu Unrecht. Die amerikanische Volkswirtschaft schuf im Dezember ganze 292.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft, statt der Experten erwarteten 200.000.

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