Börse Frankfurt
Dax verdaut Portugal-Schreck mit Verstimmungen

Nach dem Portugal-Schreck konnte der Dax die Talfahrt am Freitag vorerst stoppen und schloss minimal fester. Doch die Börsen bleiben unter Druck. Auf Wochensicht schrieb der Dax einen Verlust von über drei Prozent.
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FrankfurtNach der Vortags-Talfahrt haben sich Europas Börsen wieder gefangen. Zwar konnten sich die Gemüter nach dem heftigen „Portugal-Schock“ etwas beruhigen. Doch als Nachhall blieb die Frage, wie es tatsächlich um die Krisenfestigkeit der europäischen Banken steht, vor allem im Hinblick auf den Stresstest der Europäischen Zentralbank im Herbst. Am Ende schloss der Dax 0,1 Prozent fester bei 9666 Punkten.

Am Donnerstag war der deutsche Leitindex aus Sorge um eine neuerliche Bankenkrise in Portugal um 1,5 Prozent auf 9659 Zähler abgestürzt. Weltweit waren die Börsen in einer ohnehin schwachen Woche unter Druck geraten. Auf Wochensicht büßte der Dax mehr als drei Prozent ein. Auch am Freitag blieb die Lage weiter angespannt.

Denn die Finanzierungsschwierigkeiten einer portugiesischen Bank sind bei weitem nicht alle Probleme, der sich die Marktteilnehmer ausgesetzt sehen. Marktanalyst Andreas Paciorek von CMC Marktes verwies auf die Unsicherheiten durch enttäuschende europäische Konjunkturdaten und geopolitische Konflikte, die bereits vor den Nachrichten aus Portugal zu Verlusten an den europäischen Börsen geführt hatten.

In der zweiten Reihe nutzten einige Anleger die Chance zum günstigen Einstieg. So kamen die Mid-Caps im MDax mit 16.308 Punkten auf ein Plus von 0,2 Prozent, der TecDax ging mit 1272 Zählern entgegen dem Trend 0,5 Prozent fester aus dem Handel. Der Euro-Stoxx-50 konnte 0,2 Prozent gutmachen und schloss bei 3157 Stellen. An einer impulslosen Wall Street lief der Dow-Jones zum Frankfurter Börsenschluss mit 16.883 Punkten 0,2 Prozent leichter.

Ursprung der Nervosität waren Spekulationen um Zahlungsprobleme der einflussreichen portugiesischen Bankiersfamilie Espirito Santo gewesen. Das hatte die gleichnamige Bank unter Druck gesetzt, das größte börsennotierte Geldhaus des Landes. Dessen Aktien sind seit Donnerstag vom Handel ausgesetzt, nachdem sie zuvor um bis zu 19 Prozent gefallen waren. Außerdem untersagte die britische Börsenaufsicht Leerverkäufe mit Aktien der Bank.

Zwar haben sich die Nerven an der portugiesischen Börse am Freitag wieder beruhigt - der Leitindex holte sich die Hälfte seines Vier-Prozent-Verlustes zurück und die Rendite am Anleihe-Markt pendelte sich wieder ein. Dennoch sehen einige Marktteilnehmer die Bankprobleme als Zeichen, dass die Euro-Schuldenkrise noch nicht vorbei ist.

„Der Markt ist gerade unsicher was die Stärke der Konjunkturerholung angeht und die Sorgen vor strukturellen Problemen, die immer noch ungelöst sind“, sagte Hedgefondsmanager Lex Van Dam von Hampstead Capital. Andere halten die Marktreaktionen für überzogen. „Das ist nicht der Anfang einer neuen Krise. Es ist eine Erinnerung, dass die Volatilität immer noch da ist und das nicht alle Probleme im Bankensektor gelöst sind“, sagte Jan von Gerich, Analyst bei Nordea. „Wir werden vor den EZB-Stresstests mehrere Episoden dieser Art sehen, aber nichts was uns in eine neue Krise führt.“

Auch andere Experten warnten vor einer voreiligen Einschätzung der Situation. Sie beriefen sich auf die Erfolge der strengen Reformpolitik, der sich Portugal in der Krise unterzogen hatte und sehen das Land grundsätzlich solide aufgestellt.

Von der Nachrichtenfront waren heute keine Impulse zu erwarten, der Terminkalender war leer. Aus Wiesbaden kam schon vor Handelsstart die Nachricht, dass die Verbraucherpreise für Deutschland im Juni um 0,3 Prozent zum Vormonat gestiegen sind. Damit liegt die Jahresteuerung bei 1,0 Prozent. Außerdem sind die Großhandelspreise im selben Monat um 0,1 Prozent zurückgegangen.

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  • Flossbach fährt die Aktienquote wieder auf rund 70% hoch und löst die Absicherung per Ende Juni auf. Mutig.

    Hätte ich ehrlich gesagt genau anders gemacht, aber ich bekomme ja auch keine 10% Performance Fee für schlappe 4% YTD.

    Für mich war es eine geniale Woche. So kann es weitergehen. Schönes Wochenende!

  • "...bleibt nur noch Hartzer als "Arbeit" übrig - was mich bei Ihrem Wortschatz und geistigen Tiefgang nicht überraschen würde"

    Das ist eine absolute Unverschämtheit,da hört der Spass aber auf.
    Sollten Sie wirklich die hohen Weihen der Graduierung erreicht haben stehen Sie dafür, dass akademische Bildung mit Sozialkompetenz nicht unbedingt in Einklang stehen müssen.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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