Börse Frankfurt
Dax verfehlt die Gewinnzone

Der Dax hielt sich am Mittwoch fest im Minus. Daran konnte auch das Okay des EuGH-Generalanwalts zu EZB-Anleihenkäufen wenig ändern. Anleger sorgten sich um Preisverfall bei Öl und Kupfer warfen Aktien aus ihren Depots.
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FrankfurtAm Mittwoch herrschten auf dem deutschen Börsenparkett einmal wieder Pessimismus und Wankelmut. Nur einmal gegen Mittag kam der Dax kurz in die Gewinnzone, verlor daraufhin jedoch wieder Punkte und schloss 1,25 Prozent im Minus auf 9817 Punkten. Der MDax ging mit 17.264 Punkten 0,8 Prozent tiefer aus dem Handel, der TecDax notierte 0,9 Prozent tiefer auf 1.421 Zählern. Der EuroStoxx 50 verlor 1,4 Prozent.

Nachdem der Index am Dienstag an der 10.000-Punkte-Marke kratzte, machten sich die Anleger am Mittwoch Sorgen, wie es mit der Konjunktur der großen Volkswirtschaften weitergeht. Die Weltbank hatte ihre Prognose für das Weltwirtschaftswachstum 2015 auf drei von 3,4 Prozent gekappt. Für das kommende Jahr sagten die Experten nur noch ein Plus von 3,3 statt 3,5 Prozent voraus.

Das hatte Konsequenzen für die Rohstoffmärkte: Der Kupferpreis fiel auf ein Fünfeinhalb-Jahres-Tief von 5353,25 Dollar je Tonne. Das Minus von 8,6 Prozent war der größte Verlust seit etwa sechs Jahren. Der Ölpreis blieb ebenfalls unter Druck. Die für den Weltmarktpreis entscheidende Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee kostete zeitweise 45,59 Dollar je Barrel (159 Liter) und lag damit weniger als einen halben Dollar über ihrem Sechs-Jahres-Tief vom Vortag.

Für etwas bessere Stimmung sorgten unterdessen die Europäischen Währungshüter. Am Markt werde darauf spekuliert, dass die EZB schon in der kommenden Woche Staatsanleihen-Käufe beschließen könnte, hieß es von Händlern. Angesichts des weiter fallenden Ölpreises steigt der Druck auf die Inflationsrate in der Euro-Zone und damit auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Zentralbank massiv eingreifen wird. Aus Sicht von Börsianern wird der Druck auf die EZB immer größer, mit Hilfe von Wertpapierkäufen – dem sogenannten Quantitative Easing (QE) – zusätzliches Geld in die Finanzmärkte zu pumpen.

EZB-Präsident Mario Draghi gab diesen Spekulationen heute neuen Nährboden. Die Europäische Zentralbank sei zu breit angelegten Käufen von Staatsanleihen bereit, so Draghi in einem heute veröffentlichten „Zeit”-Interview. „Alle Mitglieder des Rates der Europäischen Zentralbank sind entschlossen, unserem Mandat gerecht zu werden”, sagte Draghi. „Natürlich gibt es Differenzen darüber, wie das geschehen sollte. Aber es ist nicht so, dass wir unendlich viele Möglichkeiten hätten.” Die aktuelle Inflation liege deutlich unter dem Zielwert von knapp zwei Prozent.

Für Unruhe sorgt in diesem Zusammenhang die Prüfung des EZB-Anleihekaufprogramms von 2012 durch den Europäischen Gerichtshof (EuGH). In seinen Schlussanträgen, die am Morgen bekannt wurden, formulierte Generalanwalt Pedro Cruz Villalón Voraussetzungen, unter denen das Programm mit europäischem Recht vereinbar sei. So dürfe die EZB Anleihen nicht direkt von betroffenen Staaten, sondern nur auf dem sogenannten Sekundärmarkt ankaufen. Dort solle die Bank dann nicht unmittelbar kaufen dürfen und müsse gewisse Fristen verstreichen lassen, damit sich ein Marktpreis für die Staatsanleihen bilden kann.

Laut Cruz Villalón soll die EZB bei ihrer Geldpolitik „über ein weites Ermessen verfügen”. Gerichte sollten die Zentralbank nur „mit einem erheblichen Maß an Zurückhaltung” kontrollieren dürfen, da ihnen die Erfahrung auf diesem Gebiet fehlt. Der EuGH muss der Empfehlung des Generalanwalts nicht folgen, tut dies aber in den meisten Fällen. Unterdessen schickte diese Rückendeckung des Euro-Rertungsprogramms durch den EuGH-Generalanwalts die Gemeinschaftswährung auf Talfahrt. Der Eurofiel am Mittwoch auf ein frisches Neun-Jahres-Tief von 1,1726 Dollar.

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  • Äh, kein Handel? Vielleicht nicht auf dem Bauernmarkt in Reutlingen, aber die 1,19 Mio. Stück an der NYSE dürften doch neben den paar Tausend Stück in Frankfurt reichen, oder?

    Hier übrigens die Meldung:
    "Stryker said the strong U.S. dollar will impact its 2015 profits more than it had previously thought. The maker of orthopedic devices said the stronger dollar will shave about 20 cents per share off earnings, up from its previous forecast of 10 cents to 12 cents a share."

    Mit einem KGV von 55 ist Stryker jetzt nicht unbedingt ein Schnäppchen.

  • Der, der Du Anja willst, laß alle Hoffnung fahren.
    Crisu ist bei Ihr.

  • Stryker... was wäre dann richtig zu tun:
    Stryker verkaufen? Da geben "wir" kein Stück aus der Hand! Dass es da überhaupt einen Handel gibt grenzt an ein Wunder!
    Die werden mal vererbt!

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