Börse Frankfurt
Dax verliert 240 Punkte

Ist der deutsche Leitindex bislang in diesem Jahr dem Ölpreis gefolgt, hat er sich am Donnerstag entkoppelt. Für den Rohstoff geht es steil nach oben, für den Dax steil nach unten.

Frankfurt am MainEs ist ein schlechter Tag für den Dax. Vom überraschen Kurseinbruch am frühen Nachmittag konnte er sich nicht erholen. Im Gegenteil: Es kam noch schlimmer. Zum Handelsschluss steht er bei 2,6 Prozent im Minus auf 9639 Zählern. Damit hat er gegenüber dem Vortag 241 Punkte verloren.

Nach dem verpatzten Jahresstart wackeln die Märkte stark, die Frankfurter Börse hat seitdem knapp ein Zehntel seines Wertes, mehr als 1100 Punkte, eingebüßt. Die Volatilität an der Frankfurter Börse ist zu Beginn des Jahres nicht zuletzt dem rapiden Ölpreisverfall geschuldet. Doch auch das Öl kann dem Dax am Donnerstag nicht helfen. Weil Anleger fallende Produktion erwarten, stieg der Preis für ein Barrel (159 Liter) Brent zeitweise wieder über 35 Dollar. Bis 17.45 Uhr hat der Auftrieb zwar wieder etwas nachgelassen. Der Rohstoff steht dennoch mit 2,7 Prozent im Plus bei 34,00 Dollar.

Nur zwei Einzelwerte im deutschen Leitindex konnten am Donnerstag Gewinne verzeichnen: RWE (+1,2 Prozent) und Adidas (+0,5 Prozent). Doch sonst sieht es tiefrot aus. Im Fokus steht allen voran erneut die Deutsche Bank. Mit 5,4 Prozent Minus ist die Aktie der schlechteste Wert im Dax. Das größte Geldhaus Deutschland weist in seiner Bilanz einen Rekordverlust von 6,8 Milliarden Euro nach Steuern im Jahr 2015 aus. Das waren nochmals 100 Millionen Euro mehr, als bereits vor einer Woche durchsickerte. Vor dem Verlust hatte die Bank schon vor einer Woche gewarnt, denn die Analysten hatten zwar Schlimmes befürchtet, waren aber bei ihren Schätzungen noch deutlich zu optimistisch. Hat der Markt so eine falsche Erwartung, muss ein Unternehmen diese frühzeitig gerade rücken. Am Vormittag stand die Aktie der Bank bei gerade einmal 16,67 Euro und verlor damit 4,2 Prozent im Vergleich zum Vortag. Seit Jahresbeginn büßte das Papier fast ein Viertel seines Wertes ein.

Wenig besser läuft es für Merck und Lufthansa, die beide jeweils ebenso um etwa fünf Prozent absacken.

Ein skeptischer Kommentar der Analysten von JP Morgan hat am Donnerstag den Metro-Aktionären zu denken gegeben. Viele folgten der Verkaufsempfehlung der Amerikaner, was die Aktien des Real- und Media-Saturn-Mutterkonzerns um 4,5 Prozent auf 25,31 Euro ins Minus drückte. Im MDax waren nur Aurubis nach einem Gewinneinbruch mit einem Abschlag von -7,8 Prozent noch schwächer.

JP Morgan hatte die Metro-Titel herunter auf „underweight“ von „neutral“ gestuft und das Kursziel auf 23 von 27 Euro gesenkt. „Wir erwarten ein schwächeres erstes Quartal als ursprünglich angenommen“, schrieben die Analysten in ihrer Kurzstudie. Dabei könnte die negative Überraschung eher von Media-Saturn als vom für die Metro so wichtigen Russlandgeschäft kommen, das ohnehin schwach erwartet werde.

Seite 1:

Dax verliert 240 Punkte

Seite 2:

Aurubis bricht ein

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%