Börse Frankfurt
Dax verliert, Deutsche Bank tief im Minus

Der Dax liegt im Minus, bei Einzelwerten ist einiges los. Übernahmefantasie treibt die Beiersdorf-Aktie. Größter Verlierer ist die Deutsche Bank. Besonders im Fokus stehen außerdem die Devisenmärkte. Der Euro macht Boden gut, der Dollar fällt.
  • 1

HB FRANKFURT. Auch heute ging es in Frankfurt wieder abwärts. Angesichts der andauernden Unsicherheit über die konjunkturelle Entwicklung in Europa haben Anleger am Aktienmarkt am Mittwoch einige Gewinne mitgenommen. Der Dax rutschte um 0,5 Prozent auf 6 246 Punkte. Auch die europäischen Indizes gaben überwiegend nach. Der Stoxx50 und der Eurostoxx50 fielen um je 0,8 Prozent. Die Probleme Portugals und Irlands drückten auf die Stimmung. Die Europäische Zentralbank (EZB) und die EU-Kommission drängten die unter hohen Schulden und schwacher Konjunktur leidenden Länder zu einem entschlossenen Sparkurs.

Daneben enttäuschte die Modekette Hennes & Mauritz die Anleger mit ihrem Zwischenbericht. Beim Nivea-Hersteller Beiersdorf sorgte dagegen Übernahmephantasie zeitweise für einen zehnprozentigen Kurssprung.

"Die Investoren sind nervös und wollen ein paar Gewinne mitnehmen", fasste Philippe Gijsels, Analyst bei BNP Paribas Fortis Global Markets in Brüssel, die Stimmung zusammen. "Das ist eine Schaukelbörse mit negativen Vorzeichen", fügte Postbank-Händler Ascan Iredi hinzu. "Den Aktien fehlt die Kraft, um durchzumarschieren." Am Morgen hatte der Dax in der Spitze noch über 0,8 Prozent auf 6 326 Punkte zugelegt.

In Frankfurt, Paris und London zählten vor allem die Finanzwerte zu den größten Verlierern. Die Titel der Deutschen Bank fielen um 2,5 Prozent ein, was Händler vor allem mit der laufenden Kapitalerhöhung begründeten. Die Bezugsrechte brachen um 14,5 Prozent ein. Auch die Titel der Commerzbank büßten rund ein Prozent ein. Deutschlands Banken brauchen Finanzkreisen zufolge wegen der schärferen Regulierung in den nächsten Jahren 90 Milliarden Euro frisches Kapital. Doch damit stehen sie kaum alleine: auch viele ausländische Institute müssen wegen den sogenannten Basel-III-Beschlüssen finanziell nachrüsten. Entsprechend gaben sie auf breiter Front nach: Societe Generale fielen in Paris um 3,4 Prozent, UBS in Zürich um 2,3 Prozent und Unicredit in Mailand um 1,7 Prozent.

Größter Verlierer im Stoxx50 waren die Aktien von Hennes & Mauritz (H&M). Die Modekette hatte zwar ein Gewinnplus von 20 Prozent für das dritte Geschäftsquartal ausgewiesen, doch waren die Margen von den anziehenden Rohstoff- und Transportkosten belastet worden. Die Aktien brachen in Stockholm um 6,5 Prozent ein.

Belastet wurde der Dax auch von RWE, die nach einer Verkaufsempfehlung von UBS um 0,7 Prozent fielen. Eine Niederlage von Bayer im Patentstreit um die Antibabypille Yasmin drückte die Aktien des Leverkusener Konzerns um 1,8 Prozent ins Minus.

Größter Dax-Gewinner waren die Titel von Beiersdorf, die um 3,9 Prozent auf 44,50 Euro stiegen. Auslöser der Käufe waren Aussagen von Procter & Gamble-Chef Robert McDonald in einem Agentur-Interview, wonach der US-Konzerns an Beiersdorf interessiert sei. Das Hamburger Unternehmen teilte mit, ihm sei nichts davon bekannt. Wie Reuters aus Kreisen erfahren hat, schließt Beiersdorf-Mehrheitseigner Maxingvest einen Verkauf seiner Anteile aus. Ein P&G-Sprecher erläuterte, P&G, die einst Wella geschluckt hatten, wolle keine feindliche Übernahme und zudem seien große Zukäufe derzeit unwahrscheinlich.

In New York fielen PG um 0,5 Prozent. Damit lagen die Titel ein wenig stärker im Minus als der Gesamtmarkt. Das Geschehen an der Wall Street wurde Händlern zufolge vom anstehenden Monats- und Quartalsende beherrscht. Eine klare Richtung legten die Kurse bis zum Ende des Handels in Europa nicht ein.

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Dax verliert, Deutsche Bank tief im Minus"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Kurseinbruch bei Aktien
    Zu Ultimo kommt es meistens zu einer Konsolidierung
    am Aktienmarkt. Leider folgt diesem Ultimo noch der
    Goldene Oktober für die Aktionäre. Dieser kommt
    schon mal etwas früher oder später. Die Nachrichten
    überschlagen sich momentan. Eine Finanzkrise wie
    2008 wird es wahrscheinlich nicht geben; dafür
    wurden die Sicherungssysteme zu stark ausgebaut.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%