Börse Frankfurt
Dax verliert fast 400 Punkte – VW bricht erneut ein

Für Volkswagen kommt es faustdick. Weltweit sollen elf Millionen Fahrzeuge abweichende Abgaswerte liefern. Der Konzern stellt Milliarden zurück. Die Aktien verlieren ein Fünftel an Wert und ziehen den Dax ins Verderben.

Frankfurt Die VW-Affäre um Abgas-Manipulationen in den USA lässt die Aktienanleger nicht los. Die Titel von Europas größtem Autobauer setzen ihre Talfahrt am Dienstag fort, und auch für den Dax ging es bergab. VW sackten nach Verlusten in Höhe von 18,6 Prozent am Montag heute um bis zu 23,3 Prozent ins Minus ab. Zum Handelsschluss notierten die Volkswagen-Vorzugsaktien bei 106,00 Euro (minus 19,8 Prozent).

Der Dax verlor am Dienstag 3,8 Prozent und schloss bei 9.570 Punkten. Mit einem Umsatzvolumen von fast 1,5 Milliarden Euro machte der VW-Handel mehr als ein Viertel des gesamten Dax-Handels aus. Seit Montag hat VW satte 27 Milliarden Euro an Börsenwert verloren.

„Das ist schon sehr heftig“, sagte ein Händler. Dazu komme noch die Unsicherheit über die Zinspolitik der US-Notenbank Fed. „Und die Angst vor einem Konjunktureinbruch in China ist ja auch nicht über Nacht verschwunden.“

Mit den erneuten Verlusten hat VW die anderen Autohersteller im Dax in Geiselhaft genommen. BMW verloren sechs Prozent, Daimler rutschten sieben Prozent ins Minus. Heftig ging es auch für den Düngemittel-Produzenten K+S abwärts – minus 8,3 Prozent. Der Autozulieferer Continental ging mit einem vergleichbar milden Verlust in Höhe von 3,2 Prozent aus dem Handel.

Die Abgas-Manipulationen nehmen immer dramatischere Züge an. Der Wolfsburger Autobauer sieht sich gezwungen im dritten Quartal rund 6,5 Milliarden Euro ergebniswirksam zurückzustellen. Volkswagen geht davon aus, dass weltweit insgesamt rund elf Millionen Fahrzeuge betroffen sind. Bei einem bestimmten Motortyp sei „eine auffällige Abweichung zwischen Prüfungswerten und realem Fahrbetrieb“ festgestellt worden. Das Unternehmen stehe dazu in Kontakt mit den zuständigen Behörden und deutschen Kraftfahrtbundesamt.

Die US-Umweltschutzbehörde EPA verdächtigt die Wolfsburger, bei zahlreichen Diesel-Fahrzeugen die Abgasvorschriften vorsätzlich umgangen zu haben. Volkswagen hat ein Fehlverhalten eingeräumt. Dem Dax-Konzern droht nach Angaben der Behörde nun eine Strafe von bis zu 18 Milliarden Dollar. Neben der EPA ermittelt Medienberichten zufolge nun auch das US-Justizministerium gegen die Niedersachsen.

Der Imageschaden sei das größte Risiko und momentan noch nicht quantifizierbar, schrieb LBBW-Analyst Gerhard Wolf in einem Kommentar. „Die negativen Auswirkungen auf VW und Audi generell, möglicherweise aber auch auf andere Dieselanbieter dürften hoch sein.“

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