Börse Frankfurt: Dax verliert irres Rodeo

Börse Frankfurt
Dax verliert irres Rodeo

Die EZB flutet die Märkte – und schüttelt diese dabei gehörig durch. Erst schießt der Dax in einem Kursfeuerwerk nach oben. Doch dann stürzt er mit Blick in die USA unter 9.500 Punkte.

Frankfurt/DüsseldorfWas für ein Handelstag! Einem Frankfurter Feuerwerk folgte ein später, aber um so krachenderer Absturz. „Mach's noch einmal, Mario!“, hatten die Märkte skandiert – und er hat es getan. Nach dem EZB-Zinsentscheid feierten die Anleger erst Mario Draghi. Die Europäische Zentralbank hält durch die heutige Ratssitzung ein ganzes Bündel an Maßnahmen bereit, in einem solchen Ausmaß, dass die Anleger es gar nicht erwartet hatten. Der Dax schoss zeitweise knapp drei Prozent in die Höhe und kam bis auf vier Punkte an die so wichtige 10.000-Punkte-Marke ran.

Damit erreichte der Dax den höchsten Stand seit dem 13. Januar. Vor gut drei Wochen hatte der Leitindex noch rund 13 Prozent oder 1300 Punkte tiefer notiert. Doch dann verließen den Dax nicht nur die Kräfte, sondern der Blick in die USA sorgte gar für Kopfschmerzen. Der Dax schloss 2,3 Prozent tiefer bei 9.498 Punkten. Der Eurostoxx 50 gab 1,2 Prozent nach auf 2.980 Punkte.

Den Anlegern stieß im Nachhinein auf, dass EZB-Präsident Mario Draghi auf Anfrage betont hatte, dass er keine weitere Notwendigkeit sehe, die Zinsen noch weiter zu senken, nachdem der EZB-Rat den Leitzins in der heutigen Sitzung abgeschafft hat.

Der vorher massiv abgewertete Euro dreht plötzlich von einem 1,5-Prozent-Abschlag auf ein Plus von bis zu 1,5 Prozent. Dazu leisteten auch gute US-Arbeitsmarktdaten ihren Beitrag, die nun die Sorgen schüren, dass die Fed nächste Woche die Leitzinsen weiter raufsetzen könnte.

Die Frage war nicht ob, sondern welche Ausweitung Mario Draghi präsentieren könnte. Denn dass die obersten Geldpolitiker der Währungsunion die Zügel weiter lockern werden, galt als ausgemachte Sache auf den Märkten und war dementsprechend auch schon eingepreist. Genau darin bestand dann auch die Sorge der Experten: Erfüllen die Maßnahmen nicht die Erwartungen, fällt das Rückschlagpotenzial umso größer aus. Anlageprofi Jochen Stanzl von CMC Markets sprach bildhaft von möglichen Entzugserscheinungen nach den „vielen geldpolitischen Drogen“.

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Analysten sind skeptisch

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