Börse Frankfurt
Dax verliert mehr als 130 Punkte

Die Anleger haben Mühe, sich auf den neuen US-Präsidenten einzustellen. Bei geringem Umsatz machen viele einfach Kasse. Übernahmespekulationen drückten die Titel der Allianz deutlich ins Minus.
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Frankfurt/Düsseldorf
Der deutsche Aktienmarkt hat am Montag mit Unsicherheit auf die jüngsten politischen Schritte des neuen US-Präsidenten Donald Trump reagiert. Nach einem guten Lauf in der vergangenen Woche beendete der Leitindex Dax den Handel mit einem Minus von 1,1 Prozent bei 11.681 Punkte - 132 Punkte tiefer als zum Handelsschluss am Freitag der vergangenen Woche.

Die Einwanderungspolitik Trumps, der ein vorübergehendes Einreiseverbot für Muslime aus bestimmten Ländern erließ, nähre Sorgen über mögliche zunehmende Spannungen auch mit Blick auf den internationalen Handel, sagte Analyst Ric Spooner vom Broker CMC Markets. Zudem nimmt bei Ökonomen die Skepsis zu, ob die von Trump angekündigten Maßnahmen für mehr Wirtschaftswachstum in den USA wirklich den erhofften Schub bringen können. „Die Rekordjagd der Börsen scheint erst einmal Vergangenheit zu sein“, sagte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners.

So zeigten sich am Montag letztlich sämtliche Börsen schwächer. Der deutsche Index mittelgroßer Unternehmen, der MDax, sank zuletzt um 1,3 Prozent auf 22.595 Punkte. Der Technologie-Index TecDax gab um 0,7 Prozent auf 1.845 Punkte nach. In Asien und europaweit - etwa in Großbritannien und Frankreich - sah es kaum besser aus. Der Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 beendete den Handel mit einem Minus von 1,3 Prozent.

Am Aktienmarkt drückten Übernahmespekulationen die Titel der Allianz um 1,7 Prozent ins Minus. Der Versicherer hat Insidern zufolge den australischen Versicherungskonzern QBE Insurance ins Visier genommen. Nach einem Bericht des „Handelsblatt“ hat Allianz-Chef Oliver Bäte QBE-Chef John Neal ein Angebot von 15 australischen Dollar je Aktie signalisiert - das wären rund 14 Milliarden Euro. Leisten könnten sich die Münchener den Zukauf: Analysten beziffern allein ihre Kriegskasse - ohne die Aktionäre um Geld bitten zu müssen - auf rund neun Milliarden Euro. An der Börse in Sydney verflog die Übernahmefantasie schnell wieder. Die QBE-Aktie, die zwischenzeitlich gut fünf Prozent zugelegt hatte, schloss mit 12,35 australischen Dollar nahezu unverändert.

Im Dax waren die Versorgerwerte besonders schwach. Titel von RWE verloren drei Prozent. Für den Konkurrenten Eon ging es nach einer Abstufung durch RBC auf Underperform 2,2 Prozent abwärts. Die Analysten sehen ein Kursziel von sieben Euro für den Konzern. Für Thyssen-Krupp ging es 3,5 Prozent abwärts. CEO Heinrich Hiesinger hatte Gespräche mit dem Wettbewerber Tata am Freitag als sinnvoll bezeichnet, sollte es Fortschritte geben. Vorzüge der Volkswagen AG verloren 2,9 Prozent, nachdem die Sportwagen-Tochter Porsche eine Rückrufaktion ankündigte. Die Wolfsburger sind 2016 zum weltgrößten Autobauer geworden und haben Toyota Motor Corp. von der Spitzenposition verdrängt.

Auf GFT Technologies im TecDax lastete der überraschende Chefwechsel, die Titel verloren 3,4 Prozent. Der Mitgründer und Hauptaktionär des Spezialisten für Finanz-IT, Ulrich Dietz, gibt seinen Chefposten nach 30 Jahren auf eigenen Wunsch an die bisherige Produktchefin Marika Lulay ab. „Dietz hat aus GFT eine Erfolgsstory gemacht“, sagte ein Aktienhändler. Anleger fragten sich nun, ob er Großaktionär des Softwarekonzerns bleibe.

An der Londoner Börse beflügelten Pläne zur Fusion des Indien-Geschäfts mit dem dortigen Konkurrenten Idea die Titel von Vodafone. Die Aktien des britischen Mobilfunkers stiegen um 1,6 Prozent. Idea schossen an der Börse in Indien sogar um knapp 30 Prozent in die Höhe - so viel wie noch nie. Mit dem Deal wollen sich die beiden Firmen für den Wettbewerb auf dem indischen Mobilfunk-Markt wappnen.

Aus Furcht vor kartellrechtlichen Stolpersteinen für die geplante Fusion trennten sich die Anleger in London von Tesco und Booker: Die Aktien des Einzel- und des Großhändlers fielen um jeweils etwa vier Prozent.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Dax verliert mehr als 130 Punkte"

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  • Sie finden es "hanebüchen" dass angekündigte Handelskriege die Aktienkurse beeinflussen?
    Streben Sie ein Amt als wirtschaftspolitischer Sprecher bei der AfD oder ähnliches an?

  • Es ist schon hanebüchen, welche Verknüpfungen hier zwischen einem Index und
    der Politik der USA hier hergestellt werden. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

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