Börse Frankfurt Dax verliert mehr als 140 Punkte

Der deutsche Aktienmarkt hat am Montag deutlich verloren und setzte damit seine Korrektur der Vorwoche weiter fort. Der Optimismus der ersten Wochen nach der US-Wahl scheint verflogen.
Update: 06.02.2017 - 17:51 Uhr 2 Kommentare

Kommen noch mehr Klagen auf VW zu?

FrankfurtDie Anleger am deutschen Aktienmarkt erlebten eine Fortsetzung der Korrektur der vergangenen Woche: Der Dax beendete den Handel mit einem Minus von 1,2 Prozent tiefer bei 11 509 Punkten, 141 Punkte unter den Schlussnotierung am vergangenen Freitag. Alle 30 Werte schlossen im Minus. Den höchsten Verlust musste die Commerzbank mit einem Minus von 2,9 Prozent hinnehmen. Der Euro Stoxx 50 verlor rund ein Prozent, MDax und TecDax verloren 1,2 sowie 1,3 Prozent.

„Der Optimismus der ersten Wochen nach der US-Wahl scheint verflogen“, schrieben die Analysten des Brokerhauses Admiral Markets in einem Kommentar. Bislang sei völlig unklar, wie der neue US-Präsident Donald Trump sein Konjunkturprogramm und die geplanten Steuersenkungen finanzieren wolle. „Politik ist kein Business – einen Staat kann man nicht so führen wie ein Unternehmen, und Aktionismus ist kein Garant für Stabilität und Erfolg.“

„Wenn die Börsen eines nicht mögen, dann ist es Unsicherheit“, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. „Und davon gibt es derzeit jede Menge. Die anstehende Wahl in Frankreich macht die Anleger nervös. Dazu bleibt die Politik von Donald Trump schwer vorherzusehen.“

Nicht einmal die insgesamt ermutigenden Firmenbilanzen gäben den Aktienbörsen derzeit Schub, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus Axitrader. „Es ist zu erwarten, dass dieser Trend anhalten wird. Gleichzeitig werden aber die protektionistischen Maßnahmen der neuen US-Regierung die Anleger auch in den kommenden Tagen weiter verunsichern.“ Nach zwei juristischen Schlappen im Streit um den Einreisestopp für Bürger bestimmter muslimischer Länder verschärfte Trump die Einreiskontrollen.

Im Dax verloren unter anderem Titel aus dem Automobilsektor. Volkswagen gaben rund 2,2 Prozent nach. Die Wolfsburger, die erst kürzlich Toyota als weltgrößten Autobauer abgelöst und eine Einigung mit US-Behörden hinsichtlich des Diesel-Skandals erreicht hatten, wurden erstmalig von einem Großkunden in Deutschland verklagt. Zulieferer Continental notierte ebenfalls 2,2 Prozent schwächer. Insgesamt 11,9 Millionen Euro Schadenersatz will der Fischverarbeiter Deutsche See erstreiten, bei dem nach eigenen Angaben etwa 500 Autos von den Abgasmanipulationen betroffen sind.

Deutsche Bank verloren 1,5 Prozent. Das größte deutsche Geldhaus plant Umstrukturierungen im Investmentbanking. Zu den Gewinnern im Dax zählte zeitweise Deutsche Lufthansa mit einem Plus von 0,3 Prozent und der Energieriese Eon mit 0,2 Prozent. Beide gaben aber zum Handelsende deutlich nach.

Das wurde 2016 aus 100.000 Euro
Platz 27: Aktien Nigeria
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Euro-Investoren, die im vergangenen Jahr an der kleinen nigerianischen Börse investierten, machten ein sehr schlechtes Geschäft. Das lag gar nicht mal an den Aktien selbst, der Leitindex Nigeria All Share verlor zwar „nur“ sieben Prozent. Das lag vor allem daran, dass der bevölkerungsreichste afrikanische Staat stark von den Öleinnahmen ist. Doch am 20. Juni gab die Zentralbank die Anbindung der heimischen Währung Naira an den Dollar auf. Die darauf folgende deutliche Abwertung der Währung Naira zu vielen Währungen macht die Aktien aber zum weltweit größten Verlustbringer. Wer Anfang des Jahres theoretisch 100.000 Euro an der Börse in Nigeria investierte, hat jetzt nur noch 61.390 Euro auf dem Konto. Privatanleger können jedoch kaum in Nigeria direkt investieren, es gibt auch keine Zertifikate oder börsengehandelte Indexfonds auf den Nigeria All Share.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 26: Ghana
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Auch gezielte Investitionen an der Börse in Ghana sind für hiesige Privatanleger kaum möglich. Das ist auch gut so. Denn der Aktienindex der ebenfalls sehr kleinen Börse in Ghana, entwickelte sich sehr schlecht. Die agrarisch strukturierte  Wirtschaft des als Musterdemokratie auf dem Kontinent geltenden Landes,  schrumpft. Das Land ist stark vom Export von Rohstoffen wie Gold, Öl, Kakao und Edelhölzern abhängig. Dabei steigen zwar im vergangenen Jahr viele Rohstoffpreise, doch der Kakaopreis brach um fast ein Drittel ein. Von 100.000 in Ghana investierten Euro blieben bis Jahresende nur 77.840 Euro übrig.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

 

Platz 25: Aktien Ägypten
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Noch dramatischer als in Nigeria schlägt in Ägypten die Währungsentwicklung zu Buche. Dort gab die Zentralbank im November den Wechselkurs des ägyptischen Pfunds frei, das daraufhin abstürzte. Das bescherte Anlegern, die im Januar 100.000 Euro in den Leitindex EGX 30 investierten einen Verlust von 20.430 Euro, so dass nur noch 79570 Euro übrig bleiben. Das fast Tragische dabei: Die Abwertung beflügelten den Aktienmarkt. Der EGX 30 selbst gehört in Lokalwährungen gerechnet mit einem Plus von mehr als 70 Prozent zu den weltweit besten Börsen und stieg auf ein Rekordhoch nach dem anderen.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 24: Aktien China
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Der Entwicklung der chinesischen Wirtschaft verunsichert Anleger weltweit seit anderthalb Jahren. Das spiegelt sich auch der Börse wider. Der Leitindex CSI 300, der die 300 größten Aktien Festlandchinas erfasst, verlor über elf Prozent. Da gleichzeitig der Yuan zum Euro weiter abwertete, bleiben Anlegern die 100.000 Euro in den Index investiert haben, nur 85.450 Euro übrig.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 23: Britisches Pfund
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Das knappe Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union schockte am 24. Juni Europa die ganze westliche Welt. Der britische Aktienmarkt erholte sich – wie auch andere europäische Börsen – von dem Schock zwar recht schnell. Auf Jahressicht hat der Leitindex Footsie deshalb in Pfund gerechnet über 14 Prozent zugelegt und stieg Ende Dezember sogar auf ein Allzeithoch. Doch das britische Pfund selbst steht weiter unter massivem Druck. Zum Euro hat es in diesem Jahr gut 13 Prozent verloren und damit so viel wie keine andere Hauptwährung. Aus 100.000 in Pfund investierten Euro wurden so nur noch 86.980 Euro.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 22: Mexikanischer Peso
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Dem mexikanischen Peso – dem zweitgrößten Verlierer der Hauptwährungen zum Euro – machte der Wahlsieg von Donald Trump zum US-Präsidenten zu schaffen. Kein Wunder, die USA sind Mexikos wichtigster Handelspartner, doch Trump will den Handel massiv besteuern und die Grenzen zu Mexiko dichter machen- auch wenn zuletzt vom dem im Wahlkampf propagierten Mauerbau nichts mehr zu hören war. Wer zu Jahresbeginn 100.000 Euro in mexikanischen Peso anlegt, verfügte Ende des Jahres jetzt nur noch über 89.510 Euro. Mexikos Leitindex IPC legte aber um zumindest rund sechs Prozent zu.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 21: Sparbuch
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Seit Jahren lässt sich mit dem Sparbuch nichts mehr verdienen. So war es auch 2016. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro anlegt hat einen Gewinn von gerade mal 50 Euro – entsprechend von 0,05 Prozent gemacht. Immerhin verloren Anleger aber zumindest nominal – also ohne Berücksichtigung der Inflation – auch nichts.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Im MDax stiegen die Titel von Salzgitter AG um zeitweise 1,2 Prozent, notierten aber zum Handelsende quasi unverändert. Der Stahlproduzent könnte für das Geschäftsjahr 2017 einen Vorsteuergewinn von mehr als 100 Millionen Euro erreichen, hatte die Börsen-Zeitung berichtet. Damit nahmen die Papiere Anlauf auf ihr in der vergangenen Woche erreichtes Mehrjahreshoch bei 38,45 Euro. Börsianer verwiesen auf ein Interview des Konzernchefs Heinz Jörg Fuhrmann in der „Börsen-Zeitung“ (Samstag), der darin mit Blick auf 2017 die vierte Steigerung des Konzernergebnisses in Folge für möglich hielt.

Ryanair warnte dagegen vor einem schwierigen Jahr mit anhaltendem Preisdruck. Dies drückte die Titel des Billig-Fliegers vier Prozent ins Minus. Zum Start der größten Kapitalerhöhung der italienischen Wirtschaftsgeschichte rutschten Unicredit ans Ende des Leitindex der Mailänder Börse. Das größte italienische Geldhaus benötigt 13 Milliarden Euro, um Abschreibungen auf faule Kredite auszugleichen.

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2 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Dax verliert mehr als 140 Punkte"

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  • Steht der Dax auf einem Bein, ist die Dividende wohl zu klein. Ha Ha Ha

  • "Sergio Puntila27.01.2017, 09:30 Uhr
    Der Chefdemokratenfresser als Oberkommentator des HB sondert in gewohnt langweiliger Manier, klingt schon fast andressiert, was Sie hier tagtäglich vor sich hingeifern, werter Mark Hoffmann"

    Ich geifere nicht, ich kommentiere. Ich gebe mir den ganzen Tag große Mühe, jeden, aber auch wirklich jeden Artikel zu kommentieren,
    um die Leute von der grün-sozialistischen Murkselregierung zu warnen.

    Ja, ich bin ein Fan von Trump und Putin, das sind wenigstens noch zwei echte Kerle mit eigener Meinung, nicht wie unser sprechender Hosenanzug!

    Ja, ich bin ein Anhänger der AFD, denn nur diese Partei kann unser Reich noch retten!

    Nein, ich bin nicht arbeitslos und habe deshalb soviel Zeit Kommentare zu schreiben, ich bin arbeitssuchend!
    Danke

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