Börse Frankfurt
Dax verliert mehr als 150 Punkte

Der Dax verabschiedet sich mit einem kräftigen Verlust. Anleger sorgen sich um die Konjunktur. Die Renditen für spanische Staatsanleihen steigen. Ein Börsianer warnt: „Das ist die lang erwartete Korrektur.“
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DüsseldorfDer deutsche Leitindex ging am Freitag mit einem Abschlag von 2,4 Prozent auf 6.583 Punkte aus dem Handel, auf diesem Niveau hatte er zuletzt Ende Januar notiert. Binnen Wochenfrist ging es damit um über zweieinhalb Prozent abwärts.
Der MDax gab am Freitag um 1,7 Prozent auf 10.494 Punkte nach, während die Verluste im TecDax mit minus 0,6 Prozent auf 777 Punkte etwas moderater ausfielen

Händlern zufolge wurden im Dax weitere Verkäufe ausgelöst, nachdem der Index unter die charttechnisch wichtige Marke von 6.600 Punkten gefallen war. „Das ist jetzt die Korrektur am Aktienmarkt, auf die viele Anleger lange gewartet haben“, sagte ein Börsianer. Dass die Stimmung der US-Verbraucher im April zufolge leicht gesunken ist, trug Händlern zufolge auch nicht zur Beruhigung bei.

Enttäuschende Wachstumszahlen aus China hatten den Anlegern an den europäischen Aktienmärkten schon am Vormittag einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Für den Leitindex einer klassischen Exportnation wie Deutschland ist das alles andere als Wasser auf die Mühlen“, kommentierte Marktstratege Gregor Kuhn von IG Markets die Daten.

Das Wirtschaftswachstum ist im ersten Quartal 2012 auf den niedrigsten Wert seit fast drei Jahren gefallen. In den ersten drei Monaten des Jahres lag der Zuwachs bei 8,1 Prozent, wie aus offiziellen Angaben vom Freitag hervorgeht. Der vergleichsweise geringe Wert war erwartet worden. Analysten gehen jedoch davon aus, dass die zweitgrößte Wirtschaft der Welt im Laufe des Jahres neuen Schwung aufnehmen wird. Im Jahr 2010 hatte China einen Rekordwert von 10,4 Prozent Wachstum erreicht.

Auch wiederaufkommende Zweifel an der Finanzkraft Spaniens und Italiens haben die Märkte bewegt. Zehnjährige spanische Papiere rentierten knapp unter sechs Prozent (spätes Vortagesgeschäft: 5,82). Italienische Zehnjährige rentierten um 5,5 (5,4) Prozent.

Auslöser für die zunehmende Skepsis waren Daten von der EZB am heutigen Morgen, die zeigten, dass sich spanische Banken im März die Rekordsumme von mehr als 316 Milliarden Euro der EZB geliehen haben. Das war nahezu doppelt so viel wie noch im Februar.

„Hohe Refinanzierungskosten und ein schwieriger Marktzugang werden für die spanischen Banken noch einige Zeit die größten Herausforderungen bleiben“, hieß es in einem Kommentar von Fitch. Zudem erreichten spanische Kreditausfallversicherungen (CDS), nach Aussage der Nachrichtenagentur Reuters, erstmals die Marke von 500 Basispunkten, dies entspricht einem Plus von 23 Basispunkten.

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Gewinner und Verlierer am heutigen Tag.

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  • Komisch, dass ihr beide streitet. Eigentlich seid ihr zu sehr ähnlichen Ergebnissen gekommen. Und die Täterschichten, die der eine dem anderen vorhält sind in beiden Fällen richtig. Somit brauchen wir sie eigentlich nur zusammenzählen: Politiker, Banker, Idustrielle ... Steuerhinterziehung; die Drohung des Wo-anders-Produzierens, die ihre Wirkung immer wieder zugunsten der Milliardäre durchsetzen hilft; die ohnehin zu geringen Abgaben der Reichen - jeder Arme zahlt mehr(!); der Betrug am Kleinsparer mittels Inflationierung des Geldes, heißt: der geleisteten Arbeitsstunden, was immer mehr Arbeit erforderlich macht, so werden oft zwei Tätigkeiten nötig, um überleben zu können - die USA lassen grüßen -, was oft heißt, dass auch die Frauen, die sonst die Kinder erzögen, arbeiten müssen, und dass zerstört Familie und Zukunft ...

  • Die Schulden haben wir einem Experiment Ihres Idols zu verdanken, der DDR. Der Wiederaufbau hat uns satte 2 Bio.€ gekostet. Ohne dieser Misswirtschaft, hätte die BRD gar keine Schulden.
    Und ist es sicherlich auch kein Wunder, dass es grade die sehr regulierten, lange Jahre von Sozialisten regierten Länder sind, die heute in Europa vor dem Ruin stehen - Griechenland, Portugal und Spanien.

    Die Konjunkturpakete, die Sie auch für die neuen Schulden verantwortlich machen, waren auch völlig sinnlos.
    Die Bankenrettungen hingegen sehr wichtig, ansonsten würden wir alle kein Geld mehr aus dem Automaten bekommen. 2/3 der Rettungsgelder wurden übrigens an STAATliche Finanzinstitute ausgezahlt.

    Tun Sie also nicht so, als würde die Krise durch nur die bösen Reichen verursacht, solch ein Schwachsinn.

    Davon ab, war für Deutschland die Finanz- und Wirtschaftskrise absolut gesund, sie war marktbereinigend. Deutschland steht heute besser da als vor der Krise - Unternehmen wir auch Verbraucher!

    Und ersparen Sie uns Ihre Weltuntergangs-Prophezeiungen. Wie in jeder Krise kommt ihr Sozialisten aus dem Urwald und werdet immer wieder eines Besseren belehrt - so auch heute.

    Gesamtheitlich würde es uns weiterherlfen, wenn wir uns alle ein bisschen mehr mit uns selber beschäftigen würden, nicht mit dem "bösen reichen Mann". Der kann schließlich nichts für Ihre Armut!

  • Das klingt hart: "... mit wem sie es zu tun haben". Wer sind wir schon, dass sie es wissen müssen? Ach, ich vergaß: Die absolute Kontrolle - jetzt zur Sicherheit auch im Handelsblatt! Zum Glück haben die da draußen ja noch unsere IP-Adresse und alle möglichen Computer-Nutzerdaten, weshalb das Wissen um unsere Identität vorerst dem HB völlig egal sein sollte. Bei Bedarf sind wir ohnehin dran, weil ja seit heute die Parteien die Verfolgung von Abtrünnigen (???) fordern, was ich schließlich schon mit diesem Text sein könnte.

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