Börse Frankfurt Dax verliert mehr als 250 Punkte

An der Börse treiben Zinsspekulationen ihr Unwesen. Aussagen führender US-Notenbanker drücken den Dax ins Minus. Schwachen Konjunkturdaten belasten zusätzlich. Viele Anleger flüchten sich in Gold und Bundesanleihen.
Update: 05.04.2016 - 17:46 Uhr

Das sind die Hintergründe zum Dax-Absturz

FrankfurtSorgen um eine verfrühte Zinsanhebung in den USA schreckt die Anleger auf. Um nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden, verlassen sie ihre Positionen und schicken den Dax zum Handelsschluss 2,6 Prozent ins Minus auf 9563 Punkte. Damit schloss das deutsche Börsenbarometer auf den tiefsten Stand seit vier Wochen.

Für Belastung sorgen auch überraschend schwache Konjunkturdaten aus Deutschland. Die Auftragseingänge der Industrie gingen im Februar um 1,2 Prozent zurück. Grund hierfür seien offenbar die jüngsten Börsenturbulenzen und die schwächelnde Konjunktur in den Schwellenländern, urteilte Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP Bank. „Die deutsche Industrie schnuppert noch lange keine Morgenluft.“

Komplettiert wird die negative Stimmung mit enttäuschten Erwartungen in Fernost. Dort hatten japanische Anleger auf konkrete Aussagen hinsichtlich einer lockeren Notenbankpolitik der Bank of Japan gehofft. Der Nikkei schloss deswegen 2,4 Prozent schwächer. In China sank der Hang Sang um 1,6 Prozent.

Die 7 wertvollsten Unternehmen der letzten 20 Jahre
General Electric
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Mit der Glühlampe feierte General Electric in den 1880er Jahren seinen ersten großen Erfolg – rund 100 Jahre später war der Mischkonzern das wertvollste Unternehmen der Welt. 1996 besaß GE eine Marktkapitalisierung von rund 137 Milliarden US-Dollar. Im Jahr darauf waren es schon 223 Milliarden. Abgelöst wurde GE 1998 ebenfalls von einem Technologiekonzern.

Microsoft
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Mit einer Marktkapitalisierung von rund 272 Milliarden US-Dollar stieß Microsoft den damaligen Primus GE 1998 vom Thron. Mit dem Erfolg der Betriebssysteme Windows 95 und Windows 98 verbreitete sich die Software des Konzerns aus Redmond wie ein Lauffeuer: Office-Suiten, Webbrowser, Grafiksoftware auf Computern in aller Welt kamen in den 90er Jahren wie selbstverständlich aus dem Hause Microsoft. In den Jahren 2000 bis 2002 sowie ab 2003 übernahm GE zwar wieder die Spitze an der Liste der wertvollsten Konzerne der Welt – doch bis heute bleibt Microsoft unter den Top Ten.

Exxon Mobil
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Mit Öl und Gas schwang sich Exxon Mobil 2005 zum wertvollsten Konzern der Welt auf – bei einer Marktkapitalisierung von rund 372 Milliarden US-Dollar. Viele Jahre blieb Exxon an der Spitze, nur zeitweise unterbrochen von ...

PetroChina
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... dem chinesischen Konkurrenten PetroChina. Im vierten Quartal 2007 sowie vom zweiten Quartal 2009 bis zum zweiten Quartal 2010 lief der größte Ölkonzern Chinas Exxon den Rang ab (Marktkapitalisierung 2007: 724 Milliarden US-Dollar; 2009: 367 Milliarden US-Dollar). Auch diese Serie wurde zeitweise unterbrochen – für genau einen Tag. Denn am 28. Oktober 2008 ...

Volkswagen
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... schoss die Aktie von Volkswagen für eine kurze Zeit dramatisch in die Höhe. Damals steckten zahlreiche Spekulanten, insbesondere Hedgefonds, in einem sogenannten Short Squeeze: Sie hatten mit Leerverkäufen auf fallende Kurse der VW-Aktie gesetzt, bevor der Porsche-Vorstand bekanntgab, zusätzlich zu seiner Beteiligung an VW in Höhe von 42,6 Prozent weitere Anteile in Höhe von 31,5 Prozent über Optionen gesichert zu haben. Weil das Land Niedersachsen allerdings weitere 20 Prozent hielt, blieben weniger als 6 Prozent der VW-Aktie frei handelbar. Das Problem: Die Spekulanten hatten sich für ihre Leerverkäufe zwölf Prozent der Aktien geliehen – durch den Nachfrageüberhang war VW einen Tag lang der teuerste Konzern der Welt, mit zeitweisen Kursen von 1005 Euro pro Aktie.

Exxon Mobil
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Ab dem zweiten Quartal 2010 übernahm Exxon erneut die Spitze des Rankings von PetroChina. Bis Mitte 2011 blieb der Rohstoffkonzern (Marktkapitalisierung Q2/2011: 401 Milliarden US-Dollar) ungeschlagen – als im dritten Quartal erneut ein Technologie-Konzern zum wertvollsten Unternehmen der Welt wurde.

Apple
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Mit iPhones, iPads und iMacs überrollte der Apple-Gründer Steve Jobs die Technik-Welt und schuf nicht nur den wertvollsten Konzern, sondern auch die wertvollste Marke der Welt. Rund 354 Milliarden US-Dollar legten Investoren im dritten Quartal 2011 in Apple-Aktien an. Zwei Quartale (Q4/2011 und Q2/2013) gingen seither zwar noch an Exxon, insgesamt blieb Apple aber viele Jahre an der Spitze. Seinen Höchstwert erreichte das Unternehmen im ersten Quartal 2015 mit einer Marktkapitalisierung von 724,8 Milliarden Euro.

Ein führendes Mitglied der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat die Märkte indes auf zwei Zinserhöhungen in diesem Jahr eingestimmt. „Was den Zeitablauf betrifft, könnte eine der beiden zur Mitte des Jahres und eine gegen Ende des Jahres kommen“, sagte der Chef der Fed-Filiale von Chicago, Charles Evans, am Dienstag auf einer Finanzkonferenz in Hongkong. Allerdings sei dieser Ablauf noch nicht sicher, fügte der Währungshüter hinzu. Bereits am Vortag hatte der Chef des Fed-Ablegers in Boston, Eric Rosengren, Investoren davor gewarnt, die Bereitschaft der Notenbank zu Zinserhöhungen in diesem Jahr zu unterschätzen.

Die Kursverluste beim Dax machten heute im Gegenzug Bundesanleihen beliebter. Die Rendite zehnjähriger deutscher Staatsanleihen sank auf ein Ein-Jahres-Tief von 0,092 Prozent und lag damit nur 0,05 Prozentpunkte über dem Allzeittief vom April 2015. Auch Gold ist gefragt. Ein Feinunze des Edelmetalls verteuerte sich am Dienstag bei 1233 Dollar um 1,6 Prozent.

Doch die Korrektur beim Dax muss nicht von Dauer sein. Darauf lässt auch die Entwicklung des Euros schließen. Denn eigentlich müssten die Aussagen der Fed-Mitglieder hinsichtlich der Zinsanhebungen in den USA die europäische Gemeinschaftswährung erheblich schwächen beziehungsweise den Dollar in die Höhe treiben. Doch genau das passiert nicht. Im Vergleich zum Greenback hat der Euro bei 1,13 Dollar lediglich 0,3 Prozent verloren.

Auch das Handelsblatt Dax-Sentiment, eine wöchentliche Umfrage zur Börsenstimmung unter mehr als 2300 Anlegern, sieht in den Verluste eine Momentaufnahme. Laut dem Sentiment-Experten Stephan Heibel, der diese Umfrage auswertet, sei es bald möglich, dass der Dax deutlich über die Marke von 10.000 Punkte zu steigt – deutlicher als in den Vorwochen.

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