Börse Frankfurt
Dax verliert wegen China-Sorgen fast 400 Punkte

Der Bär ist los. Die chinesische Regierung hat die Anleger mit der Abwertung der Landeswährung Yuan vor den Kopf gestoßen. Experten befürchten den Beginn eines Krieges um die billigste Währung.
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FrankfurtChina hat die europäischen Börsen im Griff: Am Dienstag ließen die Pekinger Notenbanker den Yuan um zwei Prozent abwerten, um die chinesische Wirtschaft international wettbewerbsfähig zu halten und die Konjunktur über die Exporte wieder anzukurbeln. Am Mittwoch setzte die Notenbank den Yuan-Kurs nochmals 1,6 Prozent tiefer als am Vortag. Auf dem Börsenparkett sorgte das für Krisenstimmung. Der Dax eröffnete 1,3 Prozent im Minus bei 11.151 Punkten. Am Nachmittag rutschte der Index bis zu 3,5 Prozent nach unten und schloss 3,3 Prozent tiefer bei 10.924 Punkten.

Wegen der Turbulenzen aus Fernost gerieten auch die deutschen Autowerte am Mittwoch erneut unter die Räder: Die Aktien von Daimler verloren rund 4,8 Prozent, die von BMW büßten 3,3 Prozent ein. Volkswagen -Papiere gaben gut 3,3 Prozent ab. Analyst Stuart Pearson von der französischen Investmentbank Exane BNP Paribas rechnet bis ins kommende Jahr hinein mit schwachen Margen der Autobauer in China. Vor allem die deutschen Hersteller stünden in der Schusslinie, warnte der Experte.

Abgeschlagenes Schlusslicht im Dax waren die Aktien von Henkel, die rund neun Prozent an Wert einbüßten. Der Konsumgüterkonzern habe mit seinen Quartalszahlen die Markterwartungen etwas verfehlt, schrieb Analyst Herbert Sturm von der DZ Bank.

Dagegen konnten die Eon-Aktien trotz eines eher verhaltenen Berichts als einziger Dax-Wert ein zartes Plus von 0,1 Prozent verzeichnen. Am Nachmittag, nachdem alle Dax-Werte ins Minus rutschte, waren die Verluste von Eon mit 0,3 Prozent am geringsten. Der größte deutsche Energiekonzern bleibt im Tagesgeschäft auf Talfahrt. Im ersten Halbjahr sackte der operative Gewinn um 13 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro ab. Dabei machten dem Konzern weiter die wegbrechenden Gewinne der klassischen Stromerzeugung zu schaffen. Dass unter dem Strich der Überschuss dennoch um 40 Prozent zulegte, verdankte Eon geringeren Zins- und Steuerlasten sowie Bewertungseffekten.

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  • Investoren setzen ihr Geld ein, um Waren oder Dienstleistungen zu erzeugen und diese gegen mehr Geld zu verkaufen. So befriedigen sie auch die Bedürfnisse der Käufer und schaffen zugleich Arbeitsplätze. Der Eigennutz nutzt allen, das war die Idee. Ohne das Gewinnstreben der Erfinder und Investoren gäbe es keine Handys, keine Flachbildschirme, keine Kleinwagen mit Navi und Airbags. Aber es ist bedauerlicherweise auch eine andere Form des Kapitalismus entstanden.Darin ist Geld nur noch dazu da, mehr Geld zu schaffen, ohne den Umweg über Fabriken, Waren, Arbeitsplätze. Ca. 90% der realen Geldströme, schätzen Experten, berühren die sogenannte Realwirtchaft nicht mehr, es sind eine Spekulationsgeschäfte. In den globalen Computernetzen der Finanzmärkte wird mit Devisen spekuliert (oft mit 100-fachen Hebeln), mit Aktienoptionen, mit Finanzderivaten, mit zu Zertifikaten gebündelten Krediten. Das ist Kasino-Kapitalismus, pures Zocken. Das Geld arbeitet nicht mehr für die Menschen, sondern nur noch für sich selbst. Der Eigennutz nutzt niemand anderem mehr. Der Kapitalismus hat eine neue unschöne allgemeinschädigende Eskalationsstufe erreicht und er droht dadurch auch seinen Sinn zu verlieren.

  • Zitat: "Experten befürchten den Beginn eines Krieges um die billigste Währung. "

    WOW - jetzt schon???

    Den Kampf hat die USA begonnen als sie massiv Geld in den Markt gepumt hat. Europa hat es dann nachgemacht und pumpt noch immer massiv Geld in den Markt.

    China wertet halt einfach ab...

    in absehbarer Zeit stimmen dann die Verhältnisse auf der Welt wieder :-)

  • Wer wie ich seit 50 Jahren in Aktien investiert, kann an solchen Tagen gelassen bleiben.
    Der Anstieg von der 11000 bis zur 11600 war eine Übertreibung.
    Da bleibt der erfahrene langzeitanleger wie ich an der Seitenlinie.

    Wenn der Rauch vorbei ist, und die letzten zittrigen Hände verkauft haben, gibt es auch wieder neue Chancen. Die die Aktienanlage ist alternativlos.

    Ein bißchen Gold, natürlich auch schon vor Jahren gekauft, die ein oder andere vermietete Immobilie, natürlich in guter Lage,dann kann man dem Lebensabend geniesen.

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