Börse Frankfurt
Dax verpasst Allzeithoch

Gewinne mitnehmen? Weitere spekulieren? Anleger konnten sich am Dienstag nicht entscheiden. Der Dax schloss zwar zum elften Mal in Folge im Plus, einen Tag vor der Rede von Fed-Chef Bernanke herrschte jedoch Nervosität.
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FrankfurtGestützt auf leicht positive US-Vorgaben hat der Dax am Dienstag seine Gewinnserie den elften Tag in Folge fortgesetzt. Nach einem Auf und Ab kurz vor dem Handelsende schloss der deutsche Leitindex am Abend mit einem Aufschlag von 0,19 Prozent bei 8.472,20 Punkten. Zuvor hatte er ein Rekordhoch bei 8.476 Punkten erreicht. Insgesamt fehlte es aus Mangel an Kurstreibern aber an einer klaren Tendenz, zeitweise hatte der Markt auch mit Verlusten notiert. Händler sagten, Anleger hätten kleinere Gewinne mitgenommen, nachdem Bedenken über ein mögliches Ende der lockeren Geldpolitik der US-Notenbank Fed aufgekommen seien. Der MDax schloss 0,26 Prozent fester bei 14 200,91 Punkten. Einzig der TecDax fiel um 0,25 Prozent auf 968,87 Punkte.

„Der Markt ist zwar müde, aber nicht eingeschlafen“, sagte Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank. Der von einigen erwartete deutliche Rücksetzer komme nicht, weil immer noch viele Profi-Investoren wie Versicherer oder Vermögensverwalter unterinvestiert seien. Diese nutzten jede Gelegenheit, um in den Markt einzusteigen.

Ein Grund für die generelle Zurückhaltung der Anleger war zudem eine für Mittwoch angesetzte Anhörung von Fed-Chef Ben Bernanke vor dem US-Kongress. Investoren warteten auf neue Hinweise darauf, ob und wann die Fed ihre ultralockere Geldpolitik wieder straffen wird. Entsprechende Spekulationen sind nach zuletzt ermutigenden US-Konjunkturdaten hochgekocht.

Zudem hatte der Präsident der Notenbank von San Francisco, John Williams, ein Ende des Anleihen-Kaufprogramms noch in diesem Jahr ins Gespräch gebracht. „Sollten die massiven Anleihekäufe früher als erwartet beendet werden, drohen den Börsen deutliche Kursverluste“, schrieb die LBBW in einem Kommentar. Einige Experten erwarten, dass in diesem Fall der Dax wieder unter die Marke von 8.000 Punkten fallen wird.

Angesichts der Höchststände im Dax und Dow Jones werde man dem US-Notenbankpräsidenten Ben Bernanke noch genauer zuhören, meinte Sarah Brylewski von Gekko Markets. „Die bisherige Rally ist zu einem großen Teil eine Gelddruck-Rally. Weicht Bernanke einen Schritt zurück, könnten dies auch die Aktienmärkte tun“, so die Expertin.

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  • @Santos

    have a Mentos, Santos

    die Dividendenrenditen wertvoller Dax Konzerne
    sind mir lieber als das Sparbuch der Raiffeisenbank aus Hinterhude am Wald oder
    höherverzinsliche der Pleiteländer.

  • Solange der EURO nicht abgeschafft ist, wird die Krise in Europa in einer Endlosschleife weiterlaufen. Deshalb wird es auch keine nachhaltige Erholung für die Börsen geben, irgendwann ist der Geldschwemmebonus verpufft und es steht dem nichts Nachhaltiges gegenüber, ausser Milliarden aufgebauter EURO-Schulden, finanziert mit Schulden. Es ist keine Frage, das dieses Kartenhaus zusammenstürzt. Die Frage ist nur wie lange es noch künstlich und weiterhin verlustbringend durch die EZB gestützt werden kann. Was danach kommt, wird an sich wie ein Nachkriegsdrama darstellen, hin bis zur gänzlichen Wertevernichtung durch eine politisch verschuldete Währungsreform.

  • Nein, der Markt hat die Erwartungen wieder so tief runtergeschraubt, dass Bens Rede nicht enttäuschen wird.

    Außerdem wird er allerhöchstens Hinweise geben, wann den eventuell, gegebenenfalls, unter Umständen etc. eine Reduktion des Kaufprogramms starten könnte.

    Die Bullen sind weiterhin an der Macht. Sorry, für alle, die seit ein paar Tausend Punkten zugucken müssen...

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