Börse Frankfurt
Dax versaut Anlegern das Wochenende

Der nicht enden wollende Schuldenstreit Griechenlands mit seinen Partnern schickt den Dax auf eine heftige Talfahrt. Der Index verliert am Freitag mehr als zwei Prozent. Auch aus Amerika kommen keine guten Nachrichten.
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FrankfurtDer Dax hat am Freitag einen Sinkflug eingelegt. Einen versöhnlichen Wochenausklang, wie er zur Wochenmitte möglich schien, verfehlte der deutsche Aktienmarkt deutlich. Im griechischen Schuldenstreit hatte es abermals keine Einigung gegeben. Auch bei den Anlegern scheinen die Nerven langsam blank zu liegen angesichts des monatlichen Spießrutenlaufs der griechischen Regierung beim Erfüllen ihrer Zahlungsverpflichtungen. Hinzu kamen schwache Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten. Am späten Nachmittag tat eine schwache Wall Street ihr übriges. Letzten Ende rauschte der Dax 2,3 Prozent in die Tiefe auf 11.413 Punkte.

Der Athener Regierung läuft die Zeit davon, will sie einen endgültigen Staatsbankrott verhindern. Trotz hektischer Krisendiplomatie auf Spitzenebene zeichnete sich eine Woche vor dem nächsten Zahltag für Athen keine Einigung über weitere Finanzhilfen ab. Das aktuelle Hilfsprogramm läuft zum 30. Juni aus.

„Die positiven Nachrichten aus Athen spiegeln sich noch nicht vollständig im Gesprächsstand der Regierung in Athen mit den Geldgebern wider“, sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) am Freitag in Dresden nach Beratungen der Finanzminister und Notenbankchefs der sieben führenden westlichen Industriestaaten (G7). Der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis sagte im Interview mit dem Radiosender Vima FM, sein Land habe mit den Geldgebern eine weitere Annäherung erzielt.

Spannend war auch der Blick über den Atlantik werden. Bevor die Wall Street ihren Handel begann, kamen aus Washington Zahlen zum Wirtschaftswachstum. Hier rechneten Experten aber mit einem Rückgang des Wachstums im ersten Quartal. Und tatsächlich: Das Bruttoinlandsprodukt ist aufs Jahr gerechnet um 0,7 Prozent geschrumpft - es waren sogar bis zu 0,9 Prozent prognostiziert worden. Bei den Daten aus D.C. handelt es sich um die zweite Schätzung, die endgültigen Zahlen kommen Anfang Juni.

Weitere Auskunft darüber, wie es um die Wirtschaftslokomotive USA bestellt ist, liefern später noch Daten aus den „Great Lakes“: Aus Chicago kommt der wichtige, regionale Einkaufsmanagerindex für den Mai. In Ann Arbor veröffentlicht die Universität Michigan ihren vorläufigen Konsumklima-Index für den Mai. Ein gestiegenes Verbrauchervertrauen würde den Dollar wieder stärken und könnte dem Dax neue Impulse geben.

Noch vor Börsenauftakt kamen gute Nachrichten vom deutschen Einzelhandel. Dieser konnte den Frühling mit einem starken Umsatzplus einläuten. Wie das statistische Bundesamt mitteilte, zählten die Einzelhändler 2,4 Prozent mehr in den Kassen als im Vormonat. Real fiel das Plus mit 1,7 Prozent mehr als doppelt so stark aus wie von Ökonomen prognostiziert. Die Stimmung der Anleger konnte das aber nicht verbessern.

Die zweite Frankfurter Reihe rauschte ebenfalls ab. Die Nebenwerte - im MDax gelistet - verloren 1,9 Prozent auf 20.450 Punkte. Der TecDax verlor 1,6 Prozent auf 1692 Zähler. Der Leitindex der europäischen Währungsunion, der Euro-Stoxx-50 gab 2,2 Prozent nach auf 3569 Stellen.

Auch in New York sorgte die schwache US-Konjunktur für gedrückte Stimmung. Zwar wächst damit die Sicherheit einer späteren Zinswende der Fed, doch beunruhigt die schwache Entwicklung in den Staaten zunehmend. So lief zum Frankfurter Handelsschluss der Dow-Jones-Index an der Wall Street 0,6 Prozent leichter bei 18.027 Punkten.

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