Börse Frankfurt
Dax vertagt den großen Angriff

Am Freitag sah es lange Zeit so aus, als ob die jüngste Rally eine Pause einlegt. Gewinnmitnahmen beherrschten den Markt. Doch kurz vor Schluss zeigen die Anleger Mut. Der Dax schließt 20 Punkte unter der 10.000er Marke.
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FrankfurtDer Dax hat am Freitag den Gipfelsturm glatt versäumt. Die 10.000 Punkte-Marke konnte das wichtigste deutsche Marktbarometer gar nicht erst in Angriff nehmen. Denn die Anleger machten nach dem steilen Anstieg der vergangenen Tage erst einmal Kasse. Sein frühes Minus behielt der Leitindex bis in die letzten Minuten, dann wurde es noch mal spannend. Am Ende kletterte der Dax dank der Wall Street ins Plus und schloss 0,1 Prozent fester bei 9980 Punkten.

Kurz nach Handelsstart schlich sich der Dax bis auf 10 Punkte ran an die Fünfstelligkeit. Danach pendelte er zwischen moderaten und leichten Verlusten. Ein starker deutscher Einzelhandel konnte keinen Schwung geben. Auch die Euro-Inflation entfacht keine neue Angriffslaune bei den Börsianern. Zudem sorgte der starke Preisverfall beim Öl für Unsicherheit auf dem Parkett.

Zwar ist der erste Angriff auf die 10.000-Punkte-Marke damit misslungen, doch der psychologisch so wichtige Meilenstein bleibt weiter fest im Blick. Einigen Anlegern ging der jüngste Anstieg einfach zu schnell. Allein in den letzten zehn Handelstagen ist der Leitindex stets im Plus geschlossen. Gestern hatte EZB-Präsident Mario Draghi seinen Tatendrang wiederholt bekundet und die Märkte weiter befeuert. Auch der abstürzende Öl-Preis treibt die aktuelle Rally.

Auch in der zweiten Reihe nahmen die Investoren Gewinne mit. Die Mid-Caps des MDax gaben 0,6 Prozent nach auf 16.982 Punkte, der TecDax schloss 0,3 Prozent leichter bei 1346 Zählern. In Paris drehte der Euro-Stoxx-50, der Leitindex der Euro-Währungsunion, im späten Handel ins Plus und kam letztlich auf 3247 Punkte, was einen Aufschlag von 0,1 Prozent bedeutete.

In New York verbuchte die Wall Street am Freitag leichte Gewinne. Am sogenannten Black Friday, dem Tag nach Thanksgiving, öffnen die US-Börsen nur für dreieinhalb Stunden und schließen um 19.00 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Dementsprechend geringer fielen die Handelsumsätze aus. Der Dow Jones-Index legte 0,3 Prozent zu auf 17.885 Punkte, die Nasdaq schrieb moderate Gewinne, lediglich der S&P 500 trat auf der Stelle.

Im laufenden Jahr konnte sich der Dax insgesamt drei Mal dem elitären Club der fünfstelligen Leitindizes zugehörig fühlen. Seine Höchststände hatte die Frankfurter Benchmark im Juni und Juli markiert. Danach bremsten europäische Konjunktursorgen und die geopolitische Unsicherheit die Rally.

Ohne die Vorgaben aus der Wall Street rückten die Konjunkturdaten in den Blick der Börsianer. So stand vor allem die Vorabschätzung der Inflation in der Euro-Zone für den November im Fokus. Mit einer Jahresteuerung von 0,3 Prozent blieb diese aber im erwarteten Rahmen und konnte einen Kursstieg nicht stützen. Dennoch - die Teuerungsrate bleibt weiter weg vom Zielwert von 2,0 Prozent und damit erhöht sich der Druck auf die EZB weitere Maßnahmen zu ergreifen.

Mit den Inflationsdaten gab die Europäische Statistikbehörde auch die Zahlen zum europäischen Markt im Oktober bekannt. Demnach ist die Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone den zweiten Monat in Folge gestiegen. Dies zeigt, dass sich die leichte Konjunkturerholung bisher kaum auf den Stellenmarkt niederschlägt. Im vergangenen Monat waren rund 18,4 Millionen Männer und Frauen auf Jobsuche - und damit 60.000 mehr als im September. Binnen Jahresfrist hingegen sank die Zahl der Arbeitslosen um knapp 550.000. Die um jahreszeitliche Schwankungen bereinigte Arbeitslosenquote verharrte den dritten Monat in Folge bei 11,5 Prozent.

Im Oktober fuhr der deutsche Einzelhandel ein größeres Umsatzplus ein als erwartet. Die Erlöse kletterten inflationsbereinigt um 1,9 Prozent zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Ökonomen hatten hier mit einem Anstieg um 1,5 Prozent gerechnet, nachdem es im September ein kräftiges Minus von 2,8 Prozent gegeben hatte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stiegen die Erlöse im Oktober um 1,7 Prozent.

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Ölpreisverfall wütet bei den Energiewerten

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Dax vertagt den großen Angriff"

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  • Lassen Sie den DAX weiter schlafen, die AMIs gehen gut.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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