Börse Frankfurt
Dax verteidigt ein kleines Plus – Versorger gefragt

Die geplante Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken in Deutschland hat dem Dax zu Wochenbeginn zu einem leichten Plus verholfen. Gestützt auf Kursgewinne der beiden Energie-Schwergewichte Eon und RWE schloss der deutsche Leitindex am Montag nach schwachen Umsätzen 0,3 Prozent höher bei 6.155 Punkten.
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HB FRANKFURT/DÜSSELDORF. „Der ausgehandelte Atom-Kompromiss ist der einzige Impulsgeber,“ kommentierte ein Frankfurter Aktienhändler das heutige Marktgeschehen. Da die Weltleitbörse in New York wegen des Labour-Day-Feiertages geschlossen war, fehlte den europäischen Märkten eine wichtige Orientierungsmarke. Der EuroStoxx50 notierte nahezu unverändert bei 2.539 Stellen. Der MDax schloss nahezu unverändert mit plus 0,01 Prozent bei 8 508 Punkten, für den TecDax ging es um 0,45 Prozent auf 769 Punkte nach oben.

Zu den größten Dax-Gewinnern gehörten die Aktien der beiden Versorger Eon und RWE mit Kursgewinnen von jeweils 1,8 Prozent. Zeitweilig lagen sie über drei Prozent höher.

Die Bundesregierung hatte am Wochenende beschlossen, im Schnitt erst zwölf Jahre später als bislang geplant den Stecker für die deutschen Atomkraftwerke zu ziehen. Analysten erklärten, der Beschluss falle für die Versorger noch besser aus als ursprünglich angenommen. Energiekonzerne wie Eon oder RWE würden bei den Kompensationen für die längeren Laufzeiten weit weniger belastet als erwartet. Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research warnte jedoch, dass die Laufzeit-Verlängerung noch nicht in trockenen Tüchern sei. Schließlich sei noch unklar, ob der Bundesrat zustimmen müsse. Außerdem habe die SPD bereits angekündigt, die Verlängerung im Falle einer Regierungsübernahme rückgängig machen zu wollen. Ein weiterer Börsianer gab zu bedenken: „Es bleibt die Frage, wie hoch der Investitionsbedarf für zusätzliche Sicherheit der Atomkraftwerke ist.“

Der Atom-Kompromiss verschaffe eine gewisse Planungssicherheit, sagte Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank. "Und genau die wird nun an den Märkten gespielt." Zudem seien Konjunkturdaten der vergangenen Woche, darunter die überraschend positiven US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag, am Markt verarbeitet worden. Die Risikofurcht der Anleger gehe zurück, was den Aktienmärkten zugute komme. Analyst Johannes Bollongino von IG Markets sprach von einem im Großen und Ganzen beschaulichen Handelstag.

In Paris griffen Anleger nach einer Kaufempfehlung der Citigroup bei Veolia zu. Die Aktien des französischen Wasser-Versorgers und Abfall-Entsorgers gehörten mit einem Plus von 3,3 Prozent zu den Favoriten im CAC 40.

Zu den Favoriten der Anleger zählten Stahlwerte. Als Auslöser nannten Händler einen Zeitungsbericht, die Stahlkocher wollten die Preise Anfang Oktober um rund fünf Prozent anheben. Im Dax stiegen Thyssen-Krupp um ein Prozent, im MDax Salzgitter um 1,4 Prozent und Klöckner & Co. um zwei Prozent. Die Papiere von Weltmarktführer Arcelor-Mittal kletterten um ein Prozent.

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