Börse Frankfurt

Dax verteidigt in Ukraine-Krise die 9700er Marke

Spätestens seit dem Flugzeug-Absturz hat die Ukraine-Krise Europas Märkte wieder fest im Griff gehabt. Die Angst vor einer Eskalation trieb die Kurse abwärts, doch eine erholte Wall Street lässt das Dax-Minus schmelzen.
Update: 18.07.2014 - 18:08 Uhr 22 Kommentare

Weltweite Konfliktherde drücken Kurse

FrankfurtDie Angst vor einer weiteren Eskalation im Ukraine-Konflikt hat die Märkte am Freitag weiter in Aufruhr versetzt. Mit dem wahrscheinlichen Abschuss des malaysischen Passagierflugzeugs in der Ostukraine erreichte der Konflikt eine neue Qualität und sorgte für große Verunsicherung bei den Anlegern. Die europäischen Börsen gingen auf Talfahrt, ehe eine versöhnlich gestimmte Wall Street für Stabilisierung sorgte

Am Ende ging der Dax mit 9720 Punkten 0,4 Prozent schwächer aus dem Handel. Zeitweise gab die Frankfurter Benchmark bis zu ein Prozent nach. Schon am Donnerstag hatte die tragische Meldung die mitteleuropäischen Handelsplätze kurz vor Schluss erreicht und einen erheblichen Kursrutsch eingeleitet.

Die schon vor dem Absturz beschlossene massive Verschärfung der US- und EU-Sanktionen gegenüber Russland schürte die Angst vor einer Konflikt-Zuspitzung, die die Konjunktur hemmen könnte. Anleger flüchteten aus dem Markt. Russland könnte die Strafmaßnahmen mit gleicher Münze zurückzahlen, lauteten die Sorgen.

„Sanktionen haben einen Bumerang-Effekt und führen die amerikanisch-russischen Beziehungen zweifellos in eine Sackgasse“, drohte der russische Präsident Wladimir Putin während eines Brasilien-Besuchs mit Blick auf die US-Entscheidung. Das russische Außenministerium äußerte sich enttäuscht, dass die Europäer sich der „Erpressung der US-Regierung“ ergeben hätten.

Durch den Absturz des Flugzeuges wurde die Lage nun noch unübersichtlicher und eine Eskalation wird immer wahrscheinlicher. „Da die Spannungen zwischen Russland und der Ukraine bereits hoch sind, besteht die Gefahr, dass die Krise außer Kontrolle gerät“, sagte Aktienhändler Markus Huber vom Brokerhaus Peregrine & Black.

„Eine noch weitere Verschlechterung der Beziehungen würde Erinnerungen an die Zeiten des Kalten Krieges wieder hochkommen lassen und die internationalen Finanzmärkte langfristig belasten“, sagte Niall Delventhal, Analyst des Brokers DailyFX. Auch die begonnene Bodenoffensive Israels im Gaza-Streifen sorgte für Besorgnis auf dem Parkett.

In der zweiten Frankfurter Reihe fielen die Abschläge ähnlich hoch aus. Die Nebenwerte im MDax verloren 0,4 Prozent bei 16.392 Punkten. Der TecDax gab 0,9 Prozent nach auf 1240 Zähler. Der Leitindex der Euro-Zone, der Euro-Stoxx-50, drehte gar ins Plus und notierte mit 3164 Stellen 0,2 Prozent höher.

In New York lief der Dow-Jones-Index zum Frankfurter Börsenschluss 0,6 Prozent fester bei 17.071 Punkten, gestützt von soliden Konzernergebnissen wie bei Google. Beruhigend wirkten auch die Signale beider Konfliktparteien im Ukraine-Konflikt den Maschinenabsturz neutral untersuchen zu lassen und eine Waffenruhe auszurufen.

Wirtschaftliche Daten traten im von den politisch-militärischen Krisen dominierten Marktgeschehen in den Hintergrund. Am Vormittag ließ die EU-Leistungsbilanz für den Mai die Märkte unberührt. Am Nachmittag erschien ein so nicht erwartet schlechter Konsumklima-Index aus Michigan. Den Aufwind an der Wall Street konnte das aber nicht bremsen.

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22 Kommentare zu "Börse Frankfurt : Dax verteidigt in Ukraine-Krise die 9700er Marke "

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  • @Drache

    Jetzt weiss ich auch endlich wieder, woran mich das heute morgen von X_TRADER erinnert hat.

    Das hatte gespenstische Ähnlichkeit mit einer Szene aus "Angst" (Robert Harris), wo der auf Algorithmen laufende Handelscomputer VIXAL kräftig an einem Flugzeugabsturz mitverdient (im Roman wohl sogar verursacht hat).

  • F.Pollock

    einer der besten Kommentare hier seit Wochen.

    Ja, die Netiquette...
    Aber nach welchen Gesichtspunkten diese löscht entzieht sich meiner Kenntnis.
    Das sie heute X_TRADERS Fantasien gelöscht hat ist schon erstaunlich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • @deltaone

    Ehrlich gesagt arbeite ich gerade daran & passe "mein" Szenario an. Ursprünglich hatte ich mal die Marke ab ca. Dax 8500 + Dow/S&P-Äquivalent im Sinn. Ich bin gespannt, was die geopolitischen Entwicklungen uns in den nächsten Wochen bringen werden.

    Auf alle Fälle stückweise.

  • Ambitioniert, aber gut durchdacht und sicherlich mit Risikobegrenzung. Dann hoffen wir mal für Sie, dass die Märkte mitspielen. Am ehesten gefällt mir der Statoil-Long bzw. Gazprom-Short an dem Paket.

    Ich bin gerade einfach long Cash:-) Irgendwas sagt mir, dass das aktuell nicht das Schlechteste ist.

  • Wie sieht Ihre Zielrendite mit so einem mutigen "Zock" aus? Dürfte sich teilweise immunisieren, oder?

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • @Edgar Cayce

    Angenommen wir beide müssten uns überlegen, wie eine satirische Komikfigur aus der Finanzwelt aussehen würde. Welche Verhaltensweisen diese hat, welche Klischees sie erfüllen müsste, wie man narzistische Persönlichkeitsstörungen am besten in Sprache & Kommentare packt etc.
    [...]

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • farmer
    Mit einer Antwort der inneren Einkehr hätten Sie sich rehabilitieren können,aber diese Chance haben Sie vertan.
    Sie scheinen es leider nicht verstanden zu haben.
    Natürlich gibt es immer irgendwo Krieg und irgendjemand profitiert davon.

    Was sollen diese Belehrungen?

    Es ist aber ein erheblicher Unterschied,ob ich durch den Absturz eines Flugzeuges in Minuten Gewinn einfahre,weiß warum ich profitiert habe,und mich dann hinstelle und von meinem besten Tagesergebnis in 2014 zu prahlen!
    Da schweige ich in Demut!
    Ich war lange genug an der Börse tätig und kenne einige die am 11.09.01 durch die vorherige Positionierung viel Geld verdient haben.
    Da hat sich aber keiner hingestellt und wie ein Gorilla auf die Brust getrommelt,ganz im Gegenteil.
    Aber was erzähle ich Ihnen das,Ihnen geht jegliches Feingefühl ab,das zeigen Sie täglich mit der Huldigung ihres Helden.
    Ich hoffe, wenn Sie heute im Fernsehen die Bilder des Absturzes sehen, dass Sie sich dann immer noch auf Ihre Wurst freuen.

  • @edgar...
    Unglücke, Katastrohen und Großschadensereignisse geschehen, Kriege weden geführt, Menschen sterben.
    Das ist alles sehr bedauerlich und wer will sich an Katastrophen bereichern? Ich sicherlich nicht, wahrscheinlich niemand hier.

    Börsenschwankungen suchen eben Begründungen, aber kein Börsianer holt Flugzeuge vom Himmel um Kursgewinne einzufahren.
    Somit stellt sich die Frage über das Ereignis hinaus:
    Wie titulieren Sie diejenigen, die diese Schwankungen auslösen. Sind das auch Profiteure, weil die durch IHren Verkauf von Aktien ggf. Gewinne realisiert haben?
    Oder der Trader der durch deren Gewinn auch Gewinn macht? Wie titulieren Sie diejenigen die deren Aktien abkaufen?
    Auch Profiteure, da die jetzt billiger kaufen als noch gestern vor dem Absturz?

    Auch Sie sind Teil des gesamten Systems. Auch Sie proftieren hier in D durch billige Rohstoffe und Waren, wie Öl, Strom, Kleidung.... die immer auf Kosten des ärmeren Teils der Welt und der Umwelt geht oder gar durch Kriege verteidigt.
    Wie fühlen Sie sich dabei?

    Sich hier als Gutmensch aufzuschwingen; zumal bei einem Flugzeugabsturz !!!(haben wir nicht viel "brennendere" Themen derzeit... schauen Sie mal nach Syrien, Gaza, Ukraine am Boden, Textilfabrik Indien, Somalia...).
    Das ist ein inadäquates Verhalten, da Sie sich moralisch über das Tun der anderen stellen, dem aber nicht gerecht werden (können).

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