Börse Frankfurt
Dax verteidigt in Ukraine-Krise die 9700er Marke

Spätestens seit dem Flugzeug-Absturz hat die Ukraine-Krise Europas Märkte wieder fest im Griff gehabt. Die Angst vor einer Eskalation trieb die Kurse abwärts, doch eine erholte Wall Street lässt das Dax-Minus schmelzen.
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FrankfurtDie Angst vor einer weiteren Eskalation im Ukraine-Konflikt hat die Märkte am Freitag weiter in Aufruhr versetzt. Mit dem wahrscheinlichen Abschuss des malaysischen Passagierflugzeugs in der Ostukraine erreichte der Konflikt eine neue Qualität und sorgte für große Verunsicherung bei den Anlegern. Die europäischen Börsen gingen auf Talfahrt, ehe eine versöhnlich gestimmte Wall Street für Stabilisierung sorgte

Am Ende ging der Dax mit 9720 Punkten 0,4 Prozent schwächer aus dem Handel. Zeitweise gab die Frankfurter Benchmark bis zu ein Prozent nach. Schon am Donnerstag hatte die tragische Meldung die mitteleuropäischen Handelsplätze kurz vor Schluss erreicht und einen erheblichen Kursrutsch eingeleitet.

Die schon vor dem Absturz beschlossene massive Verschärfung der US- und EU-Sanktionen gegenüber Russland schürte die Angst vor einer Konflikt-Zuspitzung, die die Konjunktur hemmen könnte. Anleger flüchteten aus dem Markt. Russland könnte die Strafmaßnahmen mit gleicher Münze zurückzahlen, lauteten die Sorgen.

„Sanktionen haben einen Bumerang-Effekt und führen die amerikanisch-russischen Beziehungen zweifellos in eine Sackgasse“, drohte der russische Präsident Wladimir Putin während eines Brasilien-Besuchs mit Blick auf die US-Entscheidung. Das russische Außenministerium äußerte sich enttäuscht, dass die Europäer sich der „Erpressung der US-Regierung“ ergeben hätten.

Durch den Absturz des Flugzeuges wurde die Lage nun noch unübersichtlicher und eine Eskalation wird immer wahrscheinlicher. „Da die Spannungen zwischen Russland und der Ukraine bereits hoch sind, besteht die Gefahr, dass die Krise außer Kontrolle gerät“, sagte Aktienhändler Markus Huber vom Brokerhaus Peregrine & Black.

„Eine noch weitere Verschlechterung der Beziehungen würde Erinnerungen an die Zeiten des Kalten Krieges wieder hochkommen lassen und die internationalen Finanzmärkte langfristig belasten“, sagte Niall Delventhal, Analyst des Brokers DailyFX. Auch die begonnene Bodenoffensive Israels im Gaza-Streifen sorgte für Besorgnis auf dem Parkett.

In der zweiten Frankfurter Reihe fielen die Abschläge ähnlich hoch aus. Die Nebenwerte im MDax verloren 0,4 Prozent bei 16.392 Punkten. Der TecDax gab 0,9 Prozent nach auf 1240 Zähler. Der Leitindex der Euro-Zone, der Euro-Stoxx-50, drehte gar ins Plus und notierte mit 3164 Stellen 0,2 Prozent höher.

In New York lief der Dow-Jones-Index zum Frankfurter Börsenschluss 0,6 Prozent fester bei 17.071 Punkten, gestützt von soliden Konzernergebnissen wie bei Google. Beruhigend wirkten auch die Signale beider Konfliktparteien im Ukraine-Konflikt den Maschinenabsturz neutral untersuchen zu lassen und eine Waffenruhe auszurufen.

Wirtschaftliche Daten traten im von den politisch-militärischen Krisen dominierten Marktgeschehen in den Hintergrund. Am Vormittag ließ die EU-Leistungsbilanz für den Mai die Märkte unberührt. Am Nachmittag erschien ein so nicht erwartet schlechter Konsumklima-Index aus Michigan. Den Aufwind an der Wall Street konnte das aber nicht bremsen.

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  • @Drache

    Jetzt weiss ich auch endlich wieder, woran mich das heute morgen von X_TRADER erinnert hat.

    Das hatte gespenstische Ähnlichkeit mit einer Szene aus "Angst" (Robert Harris), wo der auf Algorithmen laufende Handelscomputer VIXAL kräftig an einem Flugzeugabsturz mitverdient (im Roman wohl sogar verursacht hat).

  • F.Pollock

    einer der besten Kommentare hier seit Wochen.

    Ja, die Netiquette...
    Aber nach welchen Gesichtspunkten diese löscht entzieht sich meiner Kenntnis.
    Das sie heute X_TRADERS Fantasien gelöscht hat ist schon erstaunlich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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