Börse Frankfurt
Dax weiter auf Talfahrt

Der Dax setzt am Donnerstag seine Verlustserie fort. Zeitweise rutschte der Leitindex sogar unter 9000 Punkte. Für Verunsicherung sorgten neue Spekulationen um ein baldiges Ende der ultralockeren US-Geldpolitik.
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FrankfurtDer Dax hat auch am Donnerstag Verluste eingefahren. Zeitweise fiel er bis auf 8984 Zähler. Bei Handelsschluss notierte der Leitindex 0,66 Prozent schwächer bei 9017 Punkten. Am Mittwoch war der Leitindex noch deutlich höher aus dem Handel gegangen, verbuchte aber dennoch ein Minus von 0,4 Prozent auf 9077 Zähler. Der MDax verlor 0,75 Prozent auf 15.901 Punkte, der TecDax gab 1,35 Prozent auf 1115 Zähler nach.

Im Mittelpunkt des Anlegerinteresses steht die Einigung im US-Haushaltsstreit, der die Börsianer um die Konjunkturhilfen der US-Notenbank Fed bangen lässt. Angesichts der Spekulationen auf eine baldige Drosselung der US-Geldspritzen droht die Jahresend-Rally an den europäischen Aktienmärkten ins Wasser zu fallen. „Die Anleger scheinen zum Jahresende lieber ihre Gewinne mitzunehmen, als weiter zuzukaufen“, sagte ein Börsianer. „Es ist derzeit einfach zu viel Unsicherheit im Markt.“

Zwar schätzten US-Händler es am Mittwoch als positiv ein, dass mit der Übereinkunft eine US-Haushaltsblockade wohl nicht länger als Drohszenario im Raum steht. Doch schwerer wog letztlich die Annahme, dass die US-Notenbank geneigt sein könnte, ihre Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft nun eher früher als später einzudämmen – vielleicht schon in der kommenden Woche. Auch in Japan kam am Donnerstag keine Kauflaune auf: Der Nikkei-Index verlor 1,1 Prozent. Der Shanghai-Composite in China notierte kaum verändert.

Gewinner im Dax waren die beiden Freseniuskonzerne, deren Aktien zwischen 0,38 und 0,24 Prozent zulegten. Am unteren Ende stehen die Papiere der Commerzbank mit einem Abschlag von 2,53 Prozent. Ähnlich hoch waren die Verluste bei K+S (-2,3 Prozent) und Infineon (-2,26 Prozent).

Im MDax waren die Titel von Metro mit einem Plus von 2,35 Prozent bester Wert. Sowohl durchwachsene Bilanzzahlen, als auch das Ausbleiben einer Dividende haben die Anleger des Düsseldorfer Konzerns am Donnerstag kalt gelassen. Die Aktien des Handelsriesen legten in der Spitze um mehr als fünf Prozent auf 35,96 Euro zu. „Die Anleger blicken bereits auf das nächste Jahr“, sagte ein Händler. Die erwartete wirtschaftliche Erholung der Euro-Zone sollte auch den Konsum ankurbeln und davon dürften Werte wie Metro profitieren. Metro konnte zwar den operativen Gewinn im Geschäftsjahr 2013 steigern, doch das Schwergewicht unter den Einzelhändlern bleibt weiterhin tief in den roten Zahlen.

Der Kunststoffteile-Hersteller Balda hat seinen Umsatz dank zweier Zukäufe in den USA verbessert. Im Geschäftsjahr zu Ende Juni hätten die Erlöse bei fast 60 Millionen Euro gelegen, teilte das Unternehmen mit Sitz in Bad Oeynhausen am Mittwochabend mit. Im Rumpfgeschäftsjahr 2012, das allerdings nur aus sechs Monaten bestand, waren es 11,7 Millionen Euro gewesen. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg 2012/13 auf 4,1 Millionen Euro. Im Vergleichszeitraum war noch ein Fehlbetrag angefallen. Am Donnerstag legt die Aktie rund 17 Prozent zu und stand damit an der Spitze des SDax.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • 2000 gab´s auch keine Jahresendralley,die Älteren unter uns werden sich vielleicht noch erinnern.

  • Nun entschieden Sie sich doch mal: Du oder Sie? Mit dieser Frage entlasse ich Sie dankend in Ihren Feierabend. Es war mir ein Fest.

  • Meine Meinung zu "deltaone": Wenn er es tatsächlich drauf hätte, dann wäre er nicht hier im Forum ;-) Über diesen simplen Zusammenhang sollte man mal nachdenken! Wer sich so aufgeblasen zeigt und auf auf jeden persönlichen Angriff eingeht, versteht wohl nicht sehr viel von seiner Umwelt... warum sollte es sich bei ihm mit der Börse anders verhalten.PUNKT

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