Börse Frankfurt
Dax weiter fest im Griff der Ukraine-Krise

Der Konflikt im Osten Europas bleibt weiter das bestimmende Thema auf den Märkten. Bei jeder Meldung horchen die Anleger auf. Die Rede der US-Notenbankchefin gibt keine Impulse, der Dax schließt moderat schwächer.
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Die Ukraine-Krise hat die Märkte weiter fest im Griff. Nach der jüngsten Erholung an den Aktienmärkten lief der Dax-Handel am Freitag lange Zeit träge, doch neue Nachrichten aus dem russisch-ukrainischen Grenzgebiet ließen die Anleger wiederholt aufschrecken. Zeitweise verlor der Dax bis zu ein Prozent. Am Ende schloss er 0,7 Prozent leichter bei 9339 Punkten.

So trübte sich die Stimmung auf den Märkten ein, als am Vormittag die Nachricht kam, dass die ersten LKW des russischen Hilfskonvois in die Ukraine eingefahren seien. Da es sich um eine eigenmächtige Aktion handelt - die russische Führung betonte, dass sie nicht länger auf die Untersuchung des Roten Kreuzes warten wolle - befürchten Beobachter eine mögliche Eskalation. Zeitweise verlor der Dax knapp ein Prozent, nachdem die ukrainische Regierung die russische Aktion als „Invasion“ deklarierte.

Die Märkte völlig unberührt ließ hingegen Janet Yellen mit ihrer Rede. Die oberste Notenbankerin der USA vermied es in ihrer vielbeachteten Ansprache beim Treffen der Geldpolitik-Prominenz im US-amerikanischen Jackson Hole tunlichst, konkrete Angaben zu einer möglichen Zinswende zu geben.

So betonte sie, dass die Arbeitslosenquote von 6,4 Prozent zwar nahe der Zielvorgaben der Federal Reserve seien, eine überhastete Erhöhung des Leitzinses die gerade erstarkende Konjunktur in den Vereinigten Staaten aber ausbremsen würde. Genau dies hatten die Anleger erwartet. Damit wurden Hoffnungen auf Hinweise zum geldpolitischen Kurswechsel enttäuscht. Die Börsen konnten am Nachmittag im ohnehin trägen Handel keine Impulse daraus ziehen.

In den Protokollen der letzten Fed-Sitzung im Juli räumten die Zentralbanker ein, dass die Erholung des Arbeitsmarktes stärker als von ihnen erwartet ausgefallen ist. Durch die Verbesserung sei die Lage nun „spürbar näher an dem Zustand“, den die Fed als normal ansehe.

Angesichts der aktuell sehr positiven Konjunkturdaten aus den USA dürfte der Druck auf Yellen, die Zinsen anzuheben, nicht nachlassen. Börsianer zeigten sich indes zuversichtlich, dass Yellen nicht riskieren werde, die Konjunkturerholung abzuwürgen. Es werden keine Hinweise auf eine baldige Anhebung der US-Zinsen erwartet.

In der zweiten Reihe tat sich in Frankfurt recht wenig. Die Nebenwerte des MDax traten mit 16.002 Punkten gänzlich auf der Stelle. Der TecDax rückte 0,1 Prozent vor auf 1229 Zählern auf der Stelle. Der Leitindex der europäischen Währungsunion, der Euro-Stoxx-50, hingegen gab deutlich nach - um 0,8 Prozent ging es runter auf 3099 Stellen. In New York lief der Dow-Jones-Index zum Frankfurter Handelsschluss 0,1 Prozent leichter 17.024 Punkten.

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  • Lassen Sie mal den Edi nur machen.
    Fällt Ihnen nicht auf das gewisse Kursmuster sich ständig wiederholen?
    Man könnte denken ein System steckt dahinter.
    Es gab heute keinen Grund für Dax unter 9300 wird aber sofort wieder hochgekauft.
    Danach wird erst versucht einen Grund zu finden.
    Das ist schon alles sehr merkwürdig.

  • Yellen + Draghi reden später. Was soll denn heute bitte schiefgehen - insofern man keinen Batzen Short-Dax-ETFs im Depot hat?

    @Edi
    Sie können sich langsam trauen, mehr als die üblichen zweistelligen Beträge einzusetzen.

    Buon finesettimana!

  • Was denken Sie Edi kommt gleich das Nachmittagshochkaufen?
    Es pendelt ja im Moment um die 9370 rum ohne erkennbare Richtung!
    Was aber sehr komisch ist, ist die Parallele zum letzten Freitag. DAX schmiert ab und kommt danach aber zurück.
    Auch wenn es diesmal nicht so heftig war.
    Sofort kommen die Gründe dafür Ukraine Krise flammt wieder auf.

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