Börse Frankfurt
Dax widersteht dem China-Kursrutsch

Mit Depressionen ist der Dax ins neue Jahr gestartet. Vor allem China könnte die Stimmung an den Börsen weiter beeinflussen. Die Anleger sind gewarnt. Der Dax schließt zum Wochenauftakt minimal im Minus.

Düsseldorf/FrankfurtFast 900 Punkte hat der Deutsche Aktienindex (Dax) in der ersten Handelswoche verloren. Das Minus von über acht Prozent auf Wochensicht erwischte die grundsätzliche eher optimistisch gestimmte Mehrheit der Anleger auf dem falschen Fuß. Doch zwei Handelsunterbrechungen in China nach rasanten Kursverlusten ließen die Weltbörsen heftig nach unten drehen.

Selbst eher starke Daten vom US-Arbeitsmarkt konnten die Börsen nur kurzzeitig beleben, bevor der Pessimismus Überhand nahm. Am Montag präsentiert sich der Dax dennoch robust und widerstand am Morgen dem China-Kursrutsch von mehr als 5 Prozent. Der Index schloss -0,3 Prozent im Minus bei 9825 Punkten. Der Eurozonen Leitindex Eurostoxx50 schloss 0,2 Prozent im Plus bei 3037 Punkten.

Getrieben von den guten Zahlen des US-Arbeitsmarktes hatte der Dax seine Verluste am Freitag zunächst wieder etwas gut gemacht. Zeitweise überschritt er sogar die Marke von 10.000 Punkten, am Ende des Handelstags lag der Index aber 1,31 Prozent tiefer bei 9849 Zählern.

Am Montag stand jedoch China wieder im Fokus. Die Inflation bleibt dort trotz eines leichten Anstiegs zum Jahresende weit vom Regierungsziel entfernt. Im Dezember legten die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahr um 1,6 Prozent zu, wie die nationale Statistikbehörde am Samstag in Peking mitteilte. Im November hatte die jährliche Teuerungsrate bei 1,5 Prozent gelegen. Experten hatten mit dem leichten Anziehen der schwachen Preisentwicklung, die ein Ausdruck der Sorgen über das Wachstum in China ist, gerechnet.

Volkswirte sehen angesichts der mäßigen Inflation noch genügend Spielraum für die Notenbank, die Wirtschaft weiter anzukurbeln. Die Regierung peilt bei den Verbraucherpreisen ein Plus von drei Prozent an. Experten gehen daher davon aus, dass die chinesische Notenbank bald zu weiteren Schritten greift, um die zuletzt schwächelnde Wirtschaft zu stützen. Weitere Nahrung erhalten diese Spekulationen durch die erneut gesunkenen Erzeugerpreise.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet ungewisse Zeiten für die deutsche Konjunktur. Das jüngste Börsenbeben in China schaffe Verunsicherung, „was prinzipiell Gift für jeden Unternehmer ist“, sagte DIW-Präsident Marcel Fratzscher der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Wir wissen nicht, wie sich die Verwerfungen an den globalen Kapitalmärkten auf die Wirtschaft auswirken werden.“ Das Statistische Bundesamt gibt am Donnerstag bekannt, wie stark das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2015 gewachsen ist.

Außer nach China blicken Investoren auch auf den ersten Tag der Auto-Show in Detroit mit großen Präsentationen der Automobilkonzerne. Deren Titel waren durch die Sorge über ein Nachlassen des chinesischen Wirtschaftswachstums stark gebeutelt worden.

Die weltweite Überproduktion und die Furcht vor einer schwächelnden Nachfrage haben indes dem Ölpreis am Montag erneut zugesetzt. Die richtungsweisende Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um bis zu 5,4 Prozent auf 31,73 Dollar je Barrel.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales
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