Börse Frankfurt
Dax zögert vor magischer Grenze

Anlegerstreik am Feiertag: Lustlos bis trostlos präsentierte sich der deutsche Aktienmarkt heute. Die 10.000 Punkte bleiben aber in Reichweite. An einem Durchbruch am morgigen Handelstag zweifeln Experten allerdings.
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FrankfurtNach seiner jüngsten Rekordjagd hat der Dax an Christi Himmelfahrt eine Verschnaufpause eingelegt. Der Leitindex ging am Ende komplett unverändert bei 9939 Punkten aus dem Handel. Am Vortag hatte der Dax sich noch zeitweise auf ein neues Rekordhoch von 9957 Zählern geschleppt. Doch am Ende fehlte die Kraft.

„Dass der Dax ausgerechnet an diesen umsatzarmen Tagen wie heute oder morgen die Hürde nimmt, halte ich für unwahrscheinlich", sagte ein Händler. Zudem fehle es an neuen Impulsen. Haupttriebfeder der Kursgewinne der letzten Tage war die Aussicht auf eine weitere Lockerung der EZB-Geldpolitik. Der Euro Stoxx 50 gab 0,2 Prozent nach.

Für einen kleinen Dämpfer sorgten am Donnerstag zudem überraschend schwache Wirtschaftsdaten aus den USA. Das US-Bruttoinlandsprodukt schrumpfte von Januar bis März mit minus 1,0 Prozent stärker als mit 0,5 Prozent von Analysten prognostiziert. Anders als in Europa wird in der weltgrößten Volkswirtschaft derzeit die Geldflut etwas gedrosselt.

Die Notenbanker der Europäischen Zentralbank (EZB) werden dagegen nicht müde werden, ihre Handlungsbereitschaft im Kampf gegen die Deflation zu beteuern. Damit haben sie die Spekulationen auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik noch angeheizt. So setzen viele Anleger darauf, dass die Notenbanker auf ihrer Ratssitzung in einer Woche den Leitzins senken und zusätzliche Geldspritzen für das Finanzsystem ankündigen.

Auch am Rentenmarkt hielten die Anleger am Donnerstag nach der Rally vom Vortag inne. Der Bund-Future notierte kaum verändert. Der Euro holte leicht auf und lag wieder über 1,36 Dollar.

Vor allem die sinkenden Umsätze sorgen für Stirnrunzeln. Zwar liegt der Dax derzeit nur noch knapp unter 10.000 Zählern. Doch fürchten viele Börsianer, dass der Kursanstieg übertrieben sein könnte. Für das geringe Handelsvolumen ist aber auch der Feiertagskalender weltweit verantwortlich: Nach den Börsen in New York und London am Montag blieben am Donnerstag die Handelssäle in Zürich und Wien geschlossen und an den übrigen europäischen Börsenplätzen nutzten viele Investoren den Feiertag für einen Kurzurlaub.


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  • Ab 14:30 Uhr gehts heute Dank starker US-Daten wieder UP UP UP:-)

    Dünne Umsätze plus gute Zahlen müssten doch locker für 40-50 Punkte gut sein. Aber die 10.000 muss noch bis morgen warten, da ja keiner aufm Parkett ist, der live davon berichten kann.

    Nach der 10.200 wird es dann im Juni deutlich bergab gehen, nachdem der Drahi-Rausch verflogen ist. Gute Gelegenheit sich mit Gold einzudecken.

    Schönen Feiertag!

  • Ja und die Intelligenten tanzen mit, sind sich der Gefahr aber vollends bewusst und bleiben daher hoch konzentriert.

  • Beim 5000er-König geht's um Rechthaberei und nicht um Rendite. Wie bei Gesundbeterei und Herbeibeterei. Manchmal hilft halt starker Glaube.

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