Börse Frankfurt
Dax zum Wochenstart fast zwei Prozent im Minus

Die Banken bleiben das Hauptthema an den Börsen. Die Krise bei JP Morgan wirkt nach. Starke Kritik ziehen die Commerzbank im Inland und die Deutsche Bank im Ausland auf sich.
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FrankfurtDer Dax hat am Montag den Rückwärtsgang eingelegt. Das Marktbarometer schloss am späten Nachmittag 1,9 Prozent schwächer bei 6.452 Punkten. Das Tagestief des Leitindexes lag bei bedrohlichen 6.404 Zählern. Der MDax sank um 1,8 Prozent auf 10.364 Punkte. Der TecDax verlor 1,4 Prozent auf 772 Punkte.

Spekulationen um ein Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone und die Schwierigkeiten der spanischen Bankenbranche machten Investoren sehr nervös. Zudem befürchten Anleger eine weitere Abkühlung der chinesischen Konjunktur. Die beiden Stimmungsbarometer VDax und VStoxx schossen in der Spitze um jeweils mehr als 13 Prozent in die Höhe.

Zur nächsten Etappe der Krise könnte eine erneute Zuspitzung der Bankenprobleme gehören. Die jüngste Fehlspekulation im Hause JP Morgan sowie die heikle Bankenlage in Spanien zogen die europäischen Finanzwerte bereits am Freitag wieder nach unten - in der Krise hat sich der Branchenindex mehr als geviertelt.

Am Montagvormittag konnte sich Spanien nur zu ungünstigeren Bedingungen am Geldmarkt refinanzieren. Die Rendite lag bei 2,985 Prozent im Vergleich zu 2,623 Prozent Mitte April. Die Risikoaufschläge für Staatsanleihen der Iberer sowie die Prämien für Kreditausfallversicherungen (CDS) kletterten auf neue Rekordstände. Entsprechend schwach zeigte sich der Euro mit Kursen unter 1,29 US-Dollar - erstmals seit Ende Januar.

Auf der Suche nach sicheren Anlagen griffen Anleger erneut zu Bundesanleihen. Der Bund-Future markierte mit 143,25 Punkten erneut ein Rekordhoch.

In den aktuellen Krisenländern ist die Lage aus Börsensicht schlecht. Die Griechen stehen mit dem Rücken zur Wand. Ein Neuanfang ist ohne große Verwerfungen und ohne große Einschnitte in das Leben jedes Einzelnen undenkbar. Das spiegelt der Leitindex der Athener Börse wider. Er fiel am Freitag auf den tiefsten Stand seit etwa 20 Jahren.

Ein Thema bleibt die Commerzbank, die das Gehalt für ihren Vorstandschef deutlich aufstockte. Aktionäre, Politiker und Mitarbeiter kritisieren die Gehaltserhöhung für Commerzbank-Chef Martin Blessing und seine Vorstandskollegen. "Das ist völlig unverhältnismäßig", sagte Beate Mensch, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Verdi. Das Handelsblatt hatte berichtet, dass Blessing eine Gehaltserhöhung um 160 Prozent auf 1,3 Millionen Euro erhält. Mensch verglich das mit dem Aufschlag von 1,4 Prozent, den die Banken ihren Mitarbeitern in den Tarifverhandlungen bieten. Das erzürne die Belegschaft, sagte Gesamtbetriebsratschef Uwe Tschäge. Blessings Gehaltserhöhung komme "zur Unzeit", stimmt Markus Kienle von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) zu. Das neue Geschäftsmodell der Bank funktioniere noch nicht. Die Aktie gehörte mit einem Minus von 2,7 Prozent aufgrund des schwachen Marktumfeldes allerdings noch lange nicht zu den größten Verlierern im Dax.

Deutsche Konzerne wollen deutsche Anleger. Ein Jahrzehnt lang haben ausländische Investment- und Pensionsfonds immer mehr Anteile an den Dax-Konzernen gekauft. Doch nun ist der Trend gebrochen. Gegenüber 2011 haben die Ausländer ihre Anteile nach Handelsblatt-Berechnungen leicht von insgesamt 53,7 auf 53,2 Prozent verringert.

Die Deutsche Bank und der Gesundheitskonzern Fresenius gerieten mehrheitlich in deutsche Hand. "Unsere Privataktionäre sind ein stabilisierendes Element, dessen Bedeutung nicht hoch genug bewertet werden kann", sagte dazu ein Sprecher der Deutschen Bank. Das Finanzhaus steigerte die Zahl seiner Privataktionäre um 19.766 auf den Rekordstand von 660.389. Vor allem Fondsgesellschaften aus den USA verkauften Deutsche-Bank-Aktien.

Der Wonnemonat Mai könnte für die Deutsche Bank ein unerfreuliches Ende nehmen. Die mächtigen Aktionärsberatungen Glass Lewis und Ivox haben am Wochenende ihren Kunden empfohlen, auf der Hauptversammlung Ende Mai gegen die Entlastung des Aufsichtsrats zu stimmen. Die chaotisch verlaufene Suche nach einem Nachfolger für den scheidenden Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann habe der Bank geschadet. "Wir glauben, dass der Aufsichtsrat in der Vergangenheit die Interessen der Aktionäre nicht ausreichend berücksichtigt hat. Es ist nötig, ein starkes Signal zu senden, dass dies zu geschehen hat", heißt es in der Empfehlung von Glass Lewis. Am Montag ging es für die Titel 4,1 Prozent abwärts.

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  • Wieso, sind tolle Kaufkurse für reale Aktien.

  • @anonymer totereinstein: In der Kürze liegt die Kraft!

  • BlahBlahHäh?

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