Börse Frankfurt
Dax zurück im Jammertal

Lange sah es so aus, als ob der Dax den heutigen Tag im Plus beenden könnte. Doch die Nervosität auf den Märkten hat kurz vor Handelsschluss wieder die Oberhand gewonnen und den Dax ins Minus gedrängt.
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FrankfurtDer Start in die neue Handelswoche lieferte ein gewohntes Bild: Der Dax verlor zum Auftakt über ein Prozent und viele Anleger rechneten damit, dass sich der Abschwung der vergangenen Wochen nahtlos fortsetzt. Am Vormittag jedoch schaffte der Dax die Wende und bis zum Nachmittag kletterte er sukzessive nach oben. Die Wall Street konnte die Anleger hierzulande mit einer starken Eröffnung freundlich stimmen. Der deutsche Leitindex stieg in der Spitze auf 5.591 Punkte. Kurz vor Handelsschluss musste der Dax jedoch wieder Federn lassen. Er ging mit 5.474 Punkten aus dem Handel und lag damit 0,1 Prozent im Minus. Bei seinem Tageshoch verzeichnete der deutsche Leitindex noch einen Zugewinn von über 1,8 Prozent. Am Freitag hatte der Index auf einem Jahrestief bei 5.480 Punkten geschlossen.

„Der Handel ist sehr nervös“, sagte ein Aktienhändler. Neuigkeiten gebe es keine. Auch Kapitalmarktexperte Fidel Helmer von der Privatbank Hauck & Aufhäuser hatte zuvor von „unberechenbaren Bewegungen am Aktienmarkt“ gesprochen. Damit eine Stabilisierung im deutschen Leitindex eintrete, müsse sich der Dax für einige Zeit um oder über der Marke von 5.500 Punkten halten.

In der zweiten Reihe reduzierten sich ebenfalls die Gewinne stark: Der MDax der mittelgroßen Werte schloss mit einem leichten Plus von 0,2 Prozent auf 8.425 Punkte, der TecDax beendete den Handelstag mit einem leichten Zugewinn von 0,1 Prozent auf 691 Punkte.

Die New Yorker Börsen starteten gut, im späteren Handelsverlauf kühlten auch dort die Gewinne etwas ab: Der Dow Jones legte nur noch um 0,4 Prozent auf 10.864 Punkte zu. Zum Start stand noch ein Plus von 1,6 Prozent. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 0,2 Prozent auf 1.126 hinzu und der Nasdaq-100 notierte 0,3 Prozent fester auf 2.043 Punkten.

Allerdings blieben die meisten Börsianer vorsichtig. „Die Märkte handeln nach zwei Maximen: Angst und Gier - und wir haben in den letzten Wochen in den Angst-Modus geschaltet“, sagte Keith Bowman, Aktienanalyst beim britischen Brokerhaus Hargreaves Lansdown. Vor allem Rezessionsängste und die Schuldenkrise in Europa und den USA hatten in der vergangenen Woche den Dax ins Minus gedrückt.

Für Anleger und Händler ist aber klar: Eine lang anhaltende Trendwende könne sich nur dann durchsetzten, wenn die hoch verschuldeten europäischen Staaten es schaffen, ihre Ausgaben drastisch zu senken und gleichzeitig ihre Wirtschaft anzukurbeln. Des Weiteren müssten positive Signale über die konjunkturelle Entwicklung der weltgrößten Volkswirtschaft USA her.

Genau daran aber zweifeln bisher viele Börsianer. "Wir rechnen für die kommenden Monate nicht mit Unterstützung durch die US-Konjunktur", sagte UBS-Analyst Tom Price. Die Aussichten für Europa schätze er sogar noch schlechter ein. Auch Helaba-Aktienmarktexperte Christian Schmidt geht davon aus, "dass die konjunkturellen Zweifel in Europa Bestand haben werden." Vor dem Hintergrund war erneut Gold bei Anlegern gefragt. Das Edelmetall kletterte zu Wochenbeginn auf eine neue Höchstmarke von 1894 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Für Investoren aus der Euro-Zone war das Edelmetall mit 1320 Euro zeitweise ebenfalls so teuer wie noch nie.

Auf dem deutschen Handelsparkett standen heute mangels kurstreibender Nachrichten Analystenkommentare im Fokus und diese gaben den deutschen Aktien Auftrieb. In einem ausgewogenen Markt konnte Infineon lange als einer der größten Gewinner herausstechen. Kurz vor Handelsschluss machten die Aktien des Halbleiterunternehmens aber eine Kehrwende und gingen mit einem leichten Minus von 0,3 Prozent auf 5,45 Euro aus dem Handel. Grund für den Kursanstieg bis zum späten Nachmittag war eine positive Studie der DZ Bank. Ihr zufolge soll Infineon krisenresistenter als die anderen Unternehmen im Dax sein, da sie ihr Kundenspektrum zunehmend vergrößert haben. So ist Infineon neben der Chipherstellung auch im Bereich der Energieerzeugung und Infrastruktur vorzufinden.

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  • ich würde mal das Fibunacci-Retracement in kombination mit der Schulter-Kopf-Schulter Formation shorten,
    und sodann das Gap bei der nächsten Seitenflanke schließen
    und wieder einen long machen

  • Gemein, hat die 5400 nicht mal annähernd berührt...
    Mal sehen wo die Fahrt hingeht.

  • Heute fehlte mir eine Stärke in beiden Richtungen. Wir werden in den nächsten Tagen erst einmal zwischen 5400 und 5600 pendeln. Genug Luft zum spielen, doch aufpassen und nicht den Einstieg für den nächsten Abstieg verpassen. Das größere Bild nicht aus den Augen lassen!

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