Börse Frankfurt
Der Dax fällt und fällt

Seit Tagen ist der Leitindex auf Talfahrt. Die 9.200 Punkte-Marke musste der Dax bereits aufgeben und bleibt weiter angeschlagen. Der Aktienmarkt ist unter Druck und Besserung ist zunächst nicht in Sicht.
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FrankfurtNeue Woche, alte Sorgen. Auf dem Dax lasten weiterhin Krisenängste, Konjunktursorgen und durchwachsene Quartalszahlen. Der Leitindex setzte seine Verlustspirale am Montag fort und ging 0,6 Prozent schwächer bei 9.154 Punkten aus dem Handel – ein Minus von gut fünf Prozent innerhalb von fünf Tagen und der tiefste Stand seit Mitte März.

„Die Stimmung ist angeschlagen, viele Anleger sind überzeugt, dass die Korrektur noch nicht vorbei ist“, sagte Markus Huber vom Brokerhaus Peregrine & Black. In der vergangenen Woche fiel der Dax um 4,5 Prozent. Die Verunsicherung unter den Anlegern auch deshalb groß, kommentierte Andreas Paciorek, Marktanalyst bei CMC Markets.

Belastet wurden die Märkte vor allem durch die Verschärfung der Sanktionen gegen Russland, eine durchwachsene Bilanzsaison und Sorgen vor einer baldigen Erhöhung der Leitzinsen in den USA. Auch die erneute Pleite Argentiniens und die Probleme der portugiesischen Bank Espirito Santo weckten nicht gerade Kauflaune unter den Investoren. „An dieser negativen Gemengelage hat sich über das Wochenende nichts geändert, daher gibt es auch keinen Grund, warum der Dax heute nach oben gehen sollte“, sagte ein Börsianer.

Etwas optimistischer zeigten sich die Investoren lediglich in Portugal - nach der milliardenschweren Rettungsaktion der Krisenbank Espirito Santo legte die Börse in Lissabon zeitweise 1,1 Prozent zu. Am Bondmarkt stieg der Kurs der richtungsweisenden zehnjährigen Anleihen um 0,5 Prozent auf 115,87 Punkte. Im Gegenzug ging die Rendite auf 3,574 von 3,717 Prozent zurück. Die Aktien der Espirito Santo blieben vom Handel ausgesetzt. Portugal will seine angeschlagene heimische Bank mit übrig gebliebenen Milliarden aus dem EU-Hilfspaket über Wasser halten. Der Markt sei offenbar erleichtert, dass Portugal entschlossen gehandelt habe, sagte Christian Lenk, Anlagestratege der DZ Bank.

Professionelle Börsenanleger erwarten wegen der Ukraine-Krise einen deutlichen Rückschlag für die Konjunktur in der Euro-Zone. Der Sentix-Index sank im August auf 2,7 von 10,1 Punkten und sackte damit auf den tiefsten Stand seit August 2013, wie die Investmentberatung Sentix am Montag zu ihrer Umfrage unter knapp 900 Anlegern mitteilte. Vor allem wegen der EU-Sanktionen gegen Russland im Ukraine-Konflikt sei der Teilindex für die Erwartungen so stark gesunken wie seit drei Jahren nicht mehr.

„Die Sorge vor einer negativen Rückkopplung aufgrund der Wirtschaftssanktionen gegen Russland werden für Deutschland besonders offensichtlich“, sagte Sentix-Experte Patrick Hussy. Das Barometer für Deutschland sank überdurchschnittlich kräftig auf 17,9 Punkte von 29,0 Zählern.

Kommentare zu " Börse Frankfurt: Der Dax fällt und fällt"

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  • Hmm, dann ist heute wohl nicht "immer"......

  • Da die AUSSERbörslichen Hochs und Tiefs immer noch innerbörslich bestätigt werden müssen wird es
    dank der Amis nicht mehr lange dauern und das VORbörsliche Hoch wird mit einsetzen des Nachmittagshochkaufens und
    den Stopbuys nochmal gesehen werden,das ist immer so.

  • Sie wollen das nur nicht verstehen,immer VOR Handelsstart gibt es im Dax eine Rallye aber keiner fährt mit.
    Da sind die Großen und Mächtigen unter sich denn da ist noch keiner an der Börse die schlafen noch oder sind auf dem Weg ins Büro aber die Maschinen und Systeme schlafen nie deshalb kaufen die VOR Start die Kurse hoch,dann haben die schön hoch gekauft so teuer konnte dann NACH Handelsstart keiner mehr kaufen.
    Ich bin vielleicht noch jung habe aber das System durchschaut.

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