Börse Frankfurt Der Dax ist in Lauerstellung

Der deutsche Leitindex kann auch am zweiten Handelstag der verkürzten Handelswoche vor Ostern nicht überzeugen. Bundesanleihen und Gold sind bei den Anlegern gefragt.
Update: 11.04.2017 - 18:10 Uhr Kommentieren

Kurssprung: Lufthansa erneut Spitzenreiter im Dax

Kurssprung: Lufthansa erneut Spitzenreiter im Dax

Frankfurt Am deutschen Aktienmarkt haben die Anleger am Dienstag vor Ostern weiter Vorsicht walten lassen. Der deutsche Leitindex Dax schloss 0,50 Prozent tiefer bei 12.139 Punkten, wobei laut Händlern der etwas anziehende Euro sowie die Verluste an der Wall Street am Nachmittag für zusätzlichen Druck gesorgt hatten.

Der Index der mittelgroßen Unternehmen MDax hatte am Vormittag noch bei 24.280 Punkten so hoch wie nie zuvor gestanden. Zum Handelsende notierte er 0,04 Prozent schwächer bei 24.187 Punkten.

Die Anleger-Lieblinge im ersten Quartal

DEUTSCHE LUFTHANSA AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008232125
Börse
L&S

+0,09 +0,34%
+26,70€
Chart von DEUTSCHE LUFTHANSA AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
Top 10: Lufthansa
1 von 10

Die Lufthansa gehört zu den Werten, welche die Anleger im ersten Jahresquartal besonders gern hatten. Die Aktien der Fluggesellschaft stiegen um gut ein Fünftel ihres Wertes am Jahresende.

Kursveränderung 31.12.2016-31.03.2017: + 22,8 Prozent

STROEER SE & CO. KGAA INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007493991
Börse
L&S

+0,22 +0,35%
+63,56€
Chart von STROEER SE & CO. KGAA INHABER-AKTIEN O.N.
Top 9: Ströer
2 von 10

Auch die Papiere der Kölner Werbefirma sind bei Anlegern begehrt. Grund könnte sein, dass die Firma zum Jahresstart ihre erste Umsatzmilliarde knackte. Vor allem im Online-Geschäft verzeichnet das Unternehmen, das Bushaltestellen und Plakatwände bestückt, kräftiges Wachstum.

Kursveränderung 31.12.2016-31.03.2017: + 23 Prozent

WIRECARD AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007472060
Börse
L&S

-0,07 -0,07%
+99,54€
Chart von WIRECARD AG INHABER-AKTIEN O.N.
Top 8: Wirecard
3 von 10

Die Wirecard-Aktionäre mussten ende Februar einen Kurssturz hinnehmen. So berichtete das „Manager-Magazin“ von Ungereimtheiten in der Bilanz des Zahlungsdienstleisters. Doch die Anleger schöpften Zuversicht, die Aktie stieg.

Kursveränderung 31.12.2016-31.03.2017: + 25,2 Prozent

DEUTSCHE PFANDBRIEFBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008019001
Börse
L&S

+0,07 +0,49%
+13,95€
Chart von DEUTSCHE PFANDBRIEFBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.
Top 7: Deutsche Pfandbriefbank
4 von 10

Auch die deutsche Pfandbriefbank-Papiere sind im vergangenen Quartal kräftig gestiegen. Während der Fall Hypo Real Estate gerade wieder vor Gericht ist, scheint sich ihre Nachfolgerin an der Börse gut zu schlagen.

Kursveränderung 31.12.2016-31.03.2017: + 28,2 Prozent

RWE AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007037129
Börse
L&S

+0,09 +0,55%
+16,01€
Chart von RWE AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.
Top 6: RWE
5 von 10

RWE profitiert von Spekulationswelle bei den Energieversorgern. Die Aktie des Unternehmens aus NRW zählt zu den begehrtesten Titeln im Dax.

Kursveränderung 31.12.2016-31.03.2017: + 29,1 Prozent

PFEIFFER VACUUM TECHNOLOGY AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006916604
Börse
L&S

-2,62 -1,66%
+153,58€
Chart von PFEIFFER VACUUM TECHNOLOGY AG INHABER-AKTIEN O.N.
Top 5: Pfeiffer Vacuum
6 von 10

Auch der Pumpenhersteller Pfeiffer Vacuum wird derzeit von Spekulationen auf eine Übernahme getrieben. Zuletzt startete der Rivale Busch den erneuten Versuch einer Übernahme.

Kursveränderung 31.12.2016-31.03.2017: + 32,7 Prozent

ADVA OPTICAL NETWORKING SE INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005103006
Börse
L&S

-0,04 -0,62%
+6,24€
Chart von ADVA OPTICAL NETWORKING SE INHABER-AKTIEN O.N.
Top 4: ADVA Optical Networking
7 von 10

ADVA bietet Telekommunikationsausrüstung an und sitzt in München. Bei den Anlegern ist das 1994 gegründete TecDax-Unternehmen so beliebt, dass es auf Platz vier aller in den Dax-Indizes notierten Werte schafft.

Kursveränderung 31.12.2016-31.03.2017: + 37,3 Prozent

Neben den amerikanisch-russischen Spannungen drückt die Entwicklung in Nordkorea auf die Stimmung. US-Präsident Donald Trump machte deutlich, dass er im Notfall auch ohne chinesische Unterstützung gegen das abgeschottete Land vorgehen will. Die Führung in Pjöngjang drohte ihrerseits mit einem Atomangriff auf die USA, sollte es Anzeichen für einen amerikanischen Erstschlag geben. Auch Russland warnte die USA vor einem Eingreifen und beschrieb die bilateralen Beziehungen als so schwierig wie nie seit dem Ende des Kalten Krieges. US-Präsident Donald Trump twitterte: „Nordkorea sucht Ärger.“

Spitzenreiter im MDax waren die Anteilsscheine von K+S mit einem Gewinn von zwischenzeitlich gut drei Prozent. Börsianer verwiesen auf einen Medienbericht, demzufolge die Kali-Vermarktungsgesellschaft Canpotex in China bei den Verhandlungen über den neuen Jahresvertrag auf deutliche Preiserhöhungen dränge. Dies habe die Hoffnung auf eine Kalipreiserholung geweckt.

Im Dax hoben erneut Lufthansa mit einem Plus von 3,7 Prozent ab. Deutschlands größte Fluggesellschaft hat im März deutlich mehr Passagiere befördert. Auch Air France-KLM, die schon am Montag die Anleger mit ihren Verkehrszahlen begeistert hatten, legten in Paris um 2,7 Prozent zu. Die im MDax gelisteten Fraport stiegen um 4,2 Prozent. Der Flughafenbetreiber will am Mittwoch seine Passagierzahlen veröffentlichen.

Ein Kurssturz bei den Aktien des Halbleiterherstellers Dialog Semiconductor hinterließ im TecDax negative Spuren. Der Technologie-Index büßte 1,91 Prozent auf 2017,62 Zähler ein. Ein Analyst hatte große Sorgen um das Geschäft mit dem wichtigen Dialog-Kunden Apple geweckt.

Ein negativer Analystenkommentar hat Dialog Semiconductor am Dienstag den größten Kurssturz seit 17 Jahren eingebrockt. Die Papiere des deutsch-britischen Chipherstellers brachen zwischenzeitlich um bis zu 36 Prozent auf 30,60 Euro ein. In den ersten Handelsstunden wechselten acht Mal mehr Papiere die Besitzer wie an einem gesamten Durchschnittstag.

Experten des Bankhauses Lampe schrieben in einer Kurzstudie, es gebe deutliche Hinweise, dass Dialogs Hauptkunde Apple einen eigenen Smartphone-Chip entwickele und zumindest teilweise auf Dialog-Produkte verzichten könne. Den Analysten zufolge macht Dialog mehr als 70 Prozent seiner Umsätze mit Apple. Sie stuften die Aktien auf „sell“ von „hold“ zurück. Das Kursziel beließen sie bei 42 Euro.

Die größten Anlegerfehler
Privatanleger machen vermeidbare Fehler
1 von 13

Eine Studie der Wirtschaftsprofessoren Andreas Hackethal und Steffen Meyer für das Magazin „Finanztest“ hat knapp 40.000 Wertpapierdepots von Direktbankkunden im Zeitraum von 2005 bis 2015 ausgewertet.

Das Ergebnis zeigt, dass die Anleger weit hinter den Wertzuwächsen des Gesamtmarktes liegen. Während eine Rendite von jährlich 8,7 Prozent realistisch gewesen wäre, kommen die Anleger nur auf einen Wertzuwachs von 3,1 Prozent. Mangelnde Finanzkenntnisse müssen nicht die Ursache sein. Zu Einbußen führen meist kurzfristiges Denken, Gier und Aktionismus. Die vier gängigsten Fehler sind leicht zu beheben. Wir stellen sie vor – und entsprechende Gegenstrategien.

Das Bild zeigt die Börse von Abu Dhabi. Hier handeln Privatanleger mit größeren Beträgen als in Deutschland.

Fehler 1: Mangelnde Streuung
2 von 13

Befund Sie ist die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Geldanlage – dennoch vernachlässigen sie viele Anleger: die Risikostreuung. Wie die Studie zeigt, streuen Anleger ihre Wertpapiere zu wenig; die Aktienkonzentration ist höher als noch vor zehn Jahren. Eines der untersuchten Depots beinhaltet heute im Schnitt zwölf Aktien.

In Santiago de Chile bedient ein Mitarbeiter der chilenischen Zentralbank eine Sicherheitstür.

Fehler 1: Mangelnde Streuung
3 von 13

Folgen Zwischen der Streuung und dem Chance-Risiko-Verhältnis besteht laut den Autoren ein klarer Zusammenhang. Selbst die relativ breit aufgefächerten Depots reichen nicht entfernt an das Verhältnis des Weltaktienindexes MSCI World heran.

In manchen Depots befindet sich nur eine einzige Aktie. Wenn diese auch noch ein spekulativer Titel ist, unterliegt das Depot enormen Kursschwankungen.

Am 24. Oktober 1929, dem „Schwarzen Donnerstag“ kommen Menschen vor der New York Stock Exchange zusammen.

Fehler 1: Mangelnde Streuung
4 von 13

Gegenmittel Es ist leicht, ein breit gestreutes Depot aufzubauen: durch börsengehandelte Indexfonds (ETF). Sie beteiligen Anleger, je nach Art, an 1600 bis 2500 internationalen Aktien. Für Staatsanleihen gibt es ebenfalls ETFs.

Bestehende Depots umzubauen, ist nicht nicht ganz einfach. Anleger sollten sich von Verlustpositionen trennen. Ein Papier erst zu verkaufen, wenn es seinen einstigen Kaufpreis erreicht hat, ist irrational. Es sollten triftige Gründe für eine zu erwartende Wertsteigerung vorliegen.

Ein chinesischer Investor analysiert im August 2015 eine Kurstafel.

Fehler 2: Aktien-Picken
5 von 13

Befund Der Fehler erinnert an das Muster von Sportwetten: Unerfreuliche Ergebnisse werden ausgeblendet, Erfolgserlebnisse übermäßig hochgehalten. Anleger sollten aber ausschließlich die langfristige Entwicklung des Gesamtdepots im Blick haben.

Oft suchen sie ihr Heil in einer Kombination aus Einzelaktien: Im Falle eines Missgriffs ist es eine beliebte Methode, die Position aufzustocken, um den durchschnittlichen Einstandspreis zu senken und von der erwarteten Erholung zu profitieren. Das kann jedoch auch weiteres Unheil anrichten: Das sogenannte Klumpenrisiko, eine Übergewichtung einzelner Anlagen im Depot, steigt. Private Anleger haben gegenüber Profis hier offenbar schlechtere Karten.

Das Foto vom 20. Oktober 1987 zeigt Händler in der Frankfurter Börse. Am 19. Oktober 1987 erlebte die Wall Street einen ihrer schwärzesten Tage.

Fehler 2: Aktien-Picken
6 von 13

Folgen Vom Aktien-Picken betroffene Depots bringen nur 3,1 Prozent Rendite. Mit einer Indexmischung, die die durchschnittliche Vermögensaufteilung der Anleger widerspiegelt, hätten sie dagegen 8,7 Prozent erzielt.

Jeder fünfte Deutsche legt sein Geld in Fonds an. Diese werden von Fondsmanagern verwaltet, die das eingesammelte Geld in Aktien, Obligationen, Immobilien und andere Wertpapiere anlegen.

Fehler 2: Aktien-Picken
7 von 13

Gegenmittel Aktien- und Renten-ETFs sind auch hier ein probates Mittel. Passionierte Zocker von einer solchen Strategie zu überzeugen, fällt manchmal schwer. Wer unbedingt eigenhändig zusammenstellen will, sollte zwingend auf eine möglichst gleichmäßige Verteilung auf die wichtigsten Branchen achten.

Die USA gelten als Nation der Aktienbesitzer.

Lampe begründete die Zurückstufung damit, dass Apple seit geraumer Zeit vermehrt mehr Entwickler für Smartphone-Chips einstelle und es Anzeichen dafür gebe, dass der Konzern eigene Chip-Zentren in München und Kalifornien aufbaue. In der Branche sei zu hören, dass es Pläne gebe, die eigenen Produkte frühestens ab 2019 in die iPhones einzubauen. „Wir glauben, Dialog blickt einer sehr unsicheren Zukunft entgegen“, erklärte Lampe-Analyst Karsten Iltgen. Dialog wollte sich zu dem Research-Bericht zunächst nicht äußern.

In Paris deckten sich Anleger mit Papieren von LVMH ein. Der Luxusgüterkonzern verdiente im ersten Quartal deutlich mehr als erwartet, die Titel gewannen 1,2 Prozent. Die Mitbewerber Beiersdorf und Hugo Boss legten im LVMH-Windschatten je rund 0,3 Prozent zu.

Spekulationen auf höhere Kali-Preise trieben den Kurs von K+S um bis zu 3,7 Prozent auf ein Dreieinhalb-Wochen-Hoch. Der kanadische Kaliproduzent Canpotex Ltd betonte in einem Interview, er sehe die Möglichkeit, signifikante Preiserhöhungen für Abnehmer aus China durchzusetzen.

Auch die Titel von Dialog-Konkurrenten gerieten in den Abwärtsstrudel: AMS brachen um 6,2 Prozent ein, Besi verloren 1,7 Prozent.

In Amsterdam stand eine Fusion in der Fahrradbranche im Fokus: Der Gazelle-Produzent Pon Holdings will seinen größten heimischen Rivalen Accell kaufen und damit zum Weltmarktführer aufsteigen. Accell stiegen um 20 Prozent auf 31,86 Euro und lagen damit nur knapp unter der Offerte von 32,72 Euro je Aktie.

Als sicher geltende Staatsanleihen standen daher wieder höher im Kurs. Zeitweise fiel die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihen erstmals seit sechs Wochen wieder unter 0,2 Prozent. Gold profitierte von seiner Eigenschaft als Krisenwährung und verteuerte sich um bis zu 0,4 Prozent auf 1258,58 Dollar je Feinunze.

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