Börse Frankfurt
„Der Dax ist nicht totzukriegen“

Nach mehreren lustlosen Handelstagen kam am heutigen Mittwoch wieder Schwung in den Aktienmarkt. Auch ein plötzlicher Kursrutsch von mehr als 80 Punkten konnte den deutschen Leitindex nicht schocken.
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Düsseldorf/FrankfurtDer Dax hat am Mittwoch nach einem lustlosen Vormittagshandel zwischenzeitlich wieder Schwung gezeigt. Zum Handessschluss notierte er aber nur noch mit einem kleinen Plus von 0,1 Prozent bei 12 615 Punkten. Die Mai-Bilanz für den deutschen Leitindex bleibt mit einem zwischenzeitlich erreichten Rekordhoch von 12 841 Punkten und einem Zuwachs von knapp zwei Prozent positiv.

Unüberwindbar ist derzeit wohl die Marke von 12.700 Zählern. Von dem Tageshoch bei 12.709 Punkten erfolgte ein schneller Abverkauf, die Frankfurter Benchmark gab innerhalb weniger Minuten mehr als 80 Punkte nach. Doch konnte sich dei Frankfurter Benchmark nur noch knapp ins Plus retten.

Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank sprach von einer „stabilen Seitenlage“ des Dax, der sich nun schon zwei Wochen lang in einem engen Rahmen von lediglich 150 Punkten bewegt. „Der Dax ist nicht totzukriegen“, sagte Halver. „Die Hängepartie droht aber, über den Sommer weiterzugehen“, fügte der Experte hinzu.

Verhaltener als der Dax entwickelten sich die anderen deutschen Indizes: Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verlor 0,4 Prozent auf 25 128 Punkte, während der Technologiewerte-Index TecDax um 0,2 Prozent auf 2289 Zähler zulegte. Für den Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 ging es um 0,1 Prozent auf 3564 Punkte bergauf.

Bei Metro mussten die Anleger nach Zahlen zum zweiten Geschäftsquartal einen Kursrutsch von 2,6 Prozent verkraften. Damit zählten die Aktien des vor der Aufspaltung stehenden Handelskonzerns zu den größten Verlierern im MDax. Sie litten unter dem enttäuschenden Abschneiden im Elektronikgeschäft.

Im Kleinwerte-Index SDax ging es für Papiere von Rocket Internet um 2,4 Prozent bergab. Analyst Lucas Boventer von Warburg Research sah darin aber keine Reaktion auf die „operativ sehr guten“ Zahlen der Start-up-Schmiede für das erste Quartal. Vielmehr würden nach einer starken Kurserholung nun Gewinne mitgenommen. Die Aktien des Ingenieur-Dienstleisters Bertrandt sanken nach unspektakulären Zahlen zum ersten Geschäftshalbjahr um 0,xx Prozent.

Der Solartechnikhersteller SMA Solar bekam indes Rückenwind durch eine Kooperation mit dem Energiekonzern MVV: Mit plus 4,8 Prozent eroberten die seit Jahresbeginn schwach gelaufenen Aktien die TecDax-Spitze. SMA treibt mit der vereinbarten Partnerschaft zur Direktvermarktung von Solarstrom seinen Ausbau zum Energiedienstleister voran.

Für Aufsehen sorgte noch der angekündigte Börsengang der Restaurantkette Vapiano. Die Notierung werde voraussichtlich noch in diesem Jahr erfolgen, erklärte das Unternehmen. Es sollen neue Aktien im Volumen von 85 Millionen Euro ausgegeben werden. Zudem wollen sich die Alteigentümer von Anteilen in bislang unbekannter Höhe trennen.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei 0,11 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,03 Prozent auf 141,95 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,08 Prozent auf 162,28 Punkte. Der Euro zog an auf 1,1221 US-Dollar. Am Vortag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs noch auf 1,1173 Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,8950 Euro gekostet.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung

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