Börse Frankfurt
Der Dax – wie Phoenix aus der Asche

Die Angst vor einer neuen Bankenkrise geht um. Der Dax zeigt sich davon unbeeindruckt. Der Index legt weiter zu und verbucht auf Wochensicht ein Plus von fünf Prozent. Doch die Stimmung könnte schnell umschlagen.
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Düsseldorf„Wenn  Du  denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her,“ fasst Carsten Klude, Chefvolkswirt von MM Warburg, die Woche an der Börse zusammen. „Noch  vor  wenigen Tagen notierte der Dax unter 5.000 Punkten, um nur wenig später  wieder die  Marke  von 5.700 Punkten in Angriff zu nehmen. Manche Aktien  konnten  innerhalb von 48 Stunden 20 Prozent und mehr an Wert gewinnen, nachdem sie allerdings zuvor fast ins Bodenlose gefallen waren.“ Ingesamt hat der Dax in dieser Woche mehr als fünf Prozent gewonnen - obwohl die Sorgen um die Banken nicht abreißen.

Am Freitag kletterte der Leitindex zeitweise um 1,8 Prozent auf 5749 Zähler. Am späten Nachmittag machten dem Dax allerdings Gewinnmitnahmen zu schaffen - aus dem Handel ging das deutsche Börsenbarometer mit einem Plus von 0,5 Prozent auf 5675 Zähler. Der EuroStoxx legte um 0,8 Prozent zu. „Nach einer guten Woche haben einige Anleger Kasse gemacht“, sagte ein Händler. An den vergangenen fünf Handelstagen kletterte der Dax um mehr als drei Prozent.

Am Arbeitsmarkt, der als die Achillesferse der US-Wirtschaft gilt, sehen die Anleger inzwischen wieder Licht am Ende Tunnels. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft ist im September um 103.000 gestiegen - Analysten hatten lediglich ein Plus von 60.000 erwartet . Zudem wurden die August-Daten nach oben revidiert: Statt einer Stagnation wurde ein Plus von 57.000 Stellen gemeldet.

Der Euro zog in Reaktion auf die Daten bis auf 1,3524 Dollar an, den höchsten Stand seit einer Woche. An der Wall Street hielt sich die Freude allerdings in Grenzen. Während der Dow-Jones zu Handelsschluss in Europa im Plus lag, notierte der Nasdaq-Composite leicht schwächer.

Einige Experten verwiesen darauf, dass die US-Jobdaten nur auf den ersten Blick erfreulich ausgefallen seien. Die Zahlen werden „durch fast 50.000 „neue' Stellen verzerrt, die im vergangenen Monat streikbedingt weggefallen waren“, schreibt Helaba-Analystin Viola Stork in einem Kommentar. Zudem verharre die Arbeitslosenquote mit 9,1 Prozent auf einem hohen Niveau, denn für einen nachhaltigen Rückgang sei die Beschäftigungsentwicklung nicht robust genug.

Am deutschen Aktienmarkt fanden sich vor allem die konjunktursensiblen Autowerte auf der Gewinnerseite wieder. BMW verteuerten sich um gut vier Prozent, Volkswagen um zwei und Daimler um 1,3 Prozent. Die Aktien des Handelsriesen Metro legten um 2,1 Prozent zu.

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  • @donolli: Montag bin ich auch mal gespannt. Mal schaun, was der DOW heut noch so macht und ob übers WE noch paar kurstreibende Nachrichten kommen. Bis dahin ein schönes Wochenende allerseits!

  • @schaf: hättest vielleicht docvh etwas Wein trinken sollen, dann wärst Du vielleicht entscheidungsfreudiger gewesen, nicht dass Du am Bahnhof stehst und dem Zug gen Süden zuschauen mußt..:-) Aber keine Sorge der kommt auch wieder zurück! Schönen Abend noch @allen!Ach ja am Montag ist in den USA Feiertag, dann muß der DAX ohne Krücke laufen, da bin ich ja gespannt...:-)

  • So, habe ich auch mal Feierabend. Konnte den kurzen Hype leider vorhin auch nicht mitnehmen..die Arbeit lies es nicht zu =(. Werte jetzt aber nochmal gucken ob ich mit Long was mitnehmen kann kurz =).

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